Herrn
Prof.Dr.Mertens Oberlais
22,Oktober 1945.
Lieber Herr Mertens /
Die sohon seit langem, von mir erwartete Bombe ist geclatzt . Sie ersehen aus dem beiliegendem Schreiben, dass der Herr Oberbärger= me toter die Entlassung von Prof.Richter, Deuse, Kogp und Sohcll und mir verlangt hat. Da wir uns im Zeitalter der Demokratie dieser Forde * rung nicht entgegenstellen können, mußten die Entlassungen vor genommen werden.
Herr Prof.Marx liegt z.Zt. krank im Bett und kann sioh daher nioht co um die Sache bekümmern, wie er es gerne tun würde.
loh habe inzwischen Besprechungen mit Herrn Stadtkämmerer Dr.Lehmann, Prof.BCutler, Stadtrat Dr.Keller, Sta'trat Dr.Heun, Rektor Prof.Hchmann, Prorektor Prof.Seddig, Kurator Dr.de Bary gehabt. Alle Herren sind sich einig, dass die Überprüfung der Entlassenen im Inter « esse von Senokenberg so schnell als möglich vorgenommen werden muß. Dr.de Bary ist vom Oberbürgermeister mit der Überprüfung beauftragt wurden. Mir wurde gesagt, dass man hoffe, die Angelegenheit in 14 Tagen erledigen zu können. Ich habe diese Baohrioht mit Freude und Dank auf * genommen, allein mir fehlt der Glaube. Ich fürohte, daß r ie für die Überprüfung der Angelegenheit zuständigen Herren sich nicht allzu sehr beeilen und ins Zeug legen werden.
Um vo.n unserer Seite alles für einen sofortigen Beginn der Überprüfung getan zu haben, sind bereits am Samstag dem Herrn Kurator und Herrn Professor Seddig die Einscrüche der Gesellschaft und von den einzelnen Gefolgsohaftsmitgliedern - au ser von Prof.Richter - suge « leitet worden.
Mit einem Teil der oben genannten Herren ist. wegen der Bei* terbesohäftigung der Entlassenen gesprochen werden. Die Ansichten gin *= gen über diese Frage sehr auseinander. Die beiden Ex'reme waren: die