Herrn
Prof. Dr. Mertens Frankfurt a/Main
R/St
9. 5. 46
Lieber Herr Mertens ! \
~ Endlich will ich Ihnen einmal eine Nachricht zukommen lassen. Leider liege ich noch immer zu Bett. Nun. sind' es bereits 14 Wochen. Es bildet sich immer noch etwas Wasser, wenn es auch in der letzten Zeit bedeutend zurückgegangen ist. Hoffentlich geht es bald zu Ende, damit ich endlich aufstehen kann.
Schon vor längerer Zeit wollte ich Ihnen Egen Ihres Gehaltes eine Mitteilung zukommen lassen, bin aber leider bisher nicht dazu gekommen. Ich will nun das durch meine Krankheit Versäumte naehholen- Sie hatten die Freundlichkeit, mich darauf aufmerksam zu machen , dass ich längere Zeit das Vorlesungs-Honorar versehentlich ausbezahlt hätte. Ich habe mir erlaubt im Hinblick auf die erhöhten Lohnsteuer-Beträge mit der Verrechnung zu beginnen, zumal damit eine wesentliche Verringerung der Lohnsteuer verbunden ist.
Bei lä. 948,75 müssten M. 362,50 Lohnsteuer einbehalten werden, V7ährend bei M. 865,42 nur M. 316,85 einzubehalten sind. Ich hoffe, dass Sie mit dieser Regelung einverstanden sind.
Darf ich noch einmal an die erhöhten Werbungskosten erinnern 7 Bisher war Ihnen ein erhöhter Freibetrag von M. 18.- genehmigt worden. Haben Sie einen neuen Antrag gestellt*
Ich wäre Ihnen für eine kurze Nachricht dankbar, da ich nach dem 15. ds* Mts, die endgültige Berechnung der Gehalte] vornehmen möchte
Mit herzlichen Grussen und allen guten Wünschen