auf und harrt der Abfuhr. Im Lichthof stand bei Regenzeiten das Wasser 30 cm hoch. Mit aller nraft sind wir ans i.erk gegangen.

Leider ist dieser Wiederaufbau durch die Entlassung von 5 Ange­stellten in schwerster Weise beeinträchtige worden. Da alle jungen in dreijähriger Lehrzeit herangebildeten Kräfte im Felde geblieben bind» wiegen die Entlassungen doppelt schwer, und der Wiederaufbau ist m. E. ohne diese Fachkräfte vollkommen unmöglich. Entlassen wurden Richter, Reuling, Deuse, Kopp und Scholl. Einsprüche sind eingelegt. Ob die Genehmigung zur Weiterbeschäftigung erteilt wird, bleibt abzuwarten.

Unsere gesamten Sammlungen befinden sich noch in den Ausweichlagern Die Rückführung stösst auf grosse Schwierigkeiten ichtliah des Transport- und Treibstoff-Problems. Darüber hinaus ist ja auch unser Haus noch nicht für die Aufnahme des Materials geeignet.

Von Prof. Richter ist vor etwa 14 Tagen eine Nachricht eingegangen vom November 45* Er ist wohlauf, befindet sich noch in Eukarest und hofft auf baldige Heimkehr. Frau Richter und Tochter sind in Frankfurt. Es geht Ihnen den Umständen nach gut. Schreibe bitte an das -Museum. Beide arbeiten hier.

Deinen letzten Brief habe ich nie .t mehr erhalten. Dass Du noch einmal nach Berlin gefahren bist, war in der Tat unsinnig und hätte Dein Tod sein können. Aber es ist ja Gottseidank gut gegangen, wenn Du auch entsezlich viel hast durchmachen müssen.

Dass Ihr keine Nachricht von Deinem Bruder habt, ist sehr betrüblich. . ber nach der erhaltenen Auskunft ist ja noch Hoffnung. Willst Du nicht einmal probieren, mit Hilfe-der KPD eine NachrLML zu erhalten. Ich höre zwar soeben im Büro, das» -.io KPD seit uem 17. ds, Mts. nicht mehr als Vermittlungsstelle funktioniert , anderen­falls wäre ich Dir gerne behilflich gewesen und hätte von hier aus geschrieben.

Dr. Solle ist am Geologischen Institut als Assistent tätig. Ich habe kurz vor der Entlassung noch erreichen können, dass er als Einziger wieder angestellt wurde. Uebrigens leitete ich zu dieser Zeit die gesamten beschreibenden Naturwissenschaften,

Der Kurator hatte mich zum stellvertr. Direktor von Zoologischem, Botanischen, Geographischen und Meterologischen Institut und der Senckenberg-Bibliothek bestellt. Darüber hinaus war ich ja mit der Leitung des Geologischen Institutes seit der Abwesenheit Prof. Richters betraut.

Dr. Happel war einmal kurz da. Er ist von Bentheim,wo er zuletzt war,gut herausgekommen & als alter Rennfahrer 1 )00 km in 4 Tag nach Tölz zu j^gdö!

1944 vor. Damals 'war er in englischer Gefangenschaft am Fusse des Himalayas, Seine Frau mit 3 Kindern befanden sich in Japan. Wie wird es ihr dort ergangen sein ?

Brand ist bei einer Erdöl-Firma in Norddeutschland tätig. Durch Senckenberg war er Anfang 1944 noch UK gestellt worden.

Bartenstein wohnt in Villingen b/Hungen. Er hat zuletzt an einem Forschungsauftrag gearbeitet.

Eine Lehrtätigkeit darf ich zurzeit nicht ausüben. Einspruch ist eingelegt. Soviel mir gesagt wird, soll meine Sache günstig stehen.

Die Landesanstalten für Bayern, Württemberg, Gross-Hess«