Herrn
DirektorDr.W.WEILER .
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Katurhistorisches Museum Mitternachtsplatz
19. 11. 45
Lieber Herr Weiler!
Haben Sie herzlichen Dank für Ihren Brief vom 12.11.45, dessen anerkennende Worte mir eine grosse Freude bereitet haben. Wir lassen uns nicht unterkriegen, auch wenn die Schwierigkeiten schier unüberwindlich scheinen.
Haben Sie besonderen Dank für Ihre Zusage, dass Ihr Museum auch weiterhin Mitglied unserer Gesellschaft bleibt.
Die erbetene Beitrags-Rechnung geht Ihnen anbei zu
Von Herrn Prof.Dr.Richter liegt leider noch immer keine Nachricht vor. Durch Prof.BENTZ wurde uns vof einiger Zeit mitgeteilt, dass ein Deutscher Folgendes geschrieben habe: «Mir und vielen anderen Deutschen geht es gut. Wir sind in der Deutschen Botschaft in Bukarest unter englisch-amerikanischem Schutz untergebracht und bekommen sogar Geld«. Da der Name dieses Herrn auch auf der deutschen Austauschliste stand, ist Herr Prof.Dr.BENTZ der Ansicht, dass Herr Prof.Richter einer von den «anderen Deutschen» ist. Hoffentlich trifft diese Annahme zu. Ich habe mich schon mehrmals mit dem Rotem Kreuz in Verbindung gesetzt, aber leider bisher ohne Jedes Ergebnis Da vor einigen Wochen einige Angestellte der Deutschen Erdöl-Gesell schäften nach Deutschland zurückgekehrt sind, hoffe ich, dass man endlich auch die Vorgestzten entlasst.
Sie werden wahrscheinlich bereits gehört haben, dass Prof.RICHTER, REHLING und 3 weitere Gefolgschaftsmitglieder auf Grund der Parteizugehörigkeit entlassen worden sind. Einsprüche sind sofort singe- reicht worden, aber bisher noch nicht entschieden.
In Ihrem letzten Schreiben hatten Sie mir bereits mitgeteilt,dass Sie alles verloren haben, aber dass dies sowohl in Worms als auch in Mainz am gleichen Tage gewesen ist, habe ich nicht gewusst. Sie haben also garnihcts retten können.
Ihre Otolithen-Arbeit stand, wie Sie wissen, vor dem Ausdruck. D,urch den Einmarsch der Amerikaner kam es aber nicht dazu. Wie Sie wissen, ..haben wir zuletzt in der Berufsschule gedruckt. Leider ist das Gebäude von den Besatzungstruppen beschlagnahmt worden und der Satz ist durch unsachgemässe Behandlung nicht mehr zu verwenden.Daa ganze Heft muss als; nochmals gesetzt werden. Die Genehmigung für das Weitererscheinen unserer Zeitschriften haben wir beantragt,abes bisher noch nicht erhalten.. Wann wir diese erhalten werden, lässt sich noch nicht sagen. Darüber hinaus ist das Druckoapier ausserst knapp!
Ein Dublikat Ihrer Arbeit haben wir hier, sodass ich Sie bitte,das Ihrige vorögrglich dort behaUen zu wollen.
Sie sind dbch noch in Mainz tätig? Auch bei uns sieht es nicht sehr gut aus. Die finanzielle Lage der Gesellschaft ist sehr dunkel