Sonderdruck ausDeutsche Vogelwett", 3. Hefi, 1939, S. 70.

Verlag Duncker & Humblot, Berlin NW. 7.

Oer Langenwerder

Aus der Geschichte einer Vogelinsel

Von H o r st Wachs, Dresden Mit 3 Bildern

Wer heute von der See- und Hansestadt Wismar aus die Vogelinsel Langenwerder besucht, der trifft ein wohlorganisiertes, ich möchte sagen einwohlgefügtes Ganzes". Im Graslande der etwa 1000 in langen Insel weidendes Vieh innerhalb einer großen, festen Einkoppelung, auf der höchsten Stelle des Strandwalles, einen Steinwurf vom Meere entfernt, ein wohn­liches, rohrgedecktes Haus, umgeben von einem eingefriedeten Pflanzgarten, und brütende Sturmmöwen in Menge, die den nahenden Menschen kaum scheuen. Der Vogelwärter, der den Besucher vielleicht im Boot vom Strande der Insel Poel herübergeholt hat, führt ihn zu einem Wohnwagen, wo aus einem Tisch das Besucherbuch zum Einträgen bereit liegt. Zwei Feldbetten, Bank und Stühle und ein wärmender Ofen gestalten auch diesen auf Rädern stehenden Wohnraum zu einem durchaus angenehmen Aufenthaltsort.

Im Wohnwagen stehend, erblickt man außerhalb der Koppel einige kleine Wasserflächen, eingebettet in eine üppig grünende, blühende Vegetation, weiß durchsetzt mit Hunderten von Sturmmöwen. In der Nähe des Wohnwagens weist uns der Wärter eine kleine Kolonie von Küstenseeschwalben, die durch

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