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Dr. Ernst Schmidt
Montana/s.Sierre, den 12.XI.41 Les Bluets.
F früher
Sehr geehrter, lieber Herr Dr. Reuling!
Ihre liehen, für mich leider recht unerfreulichen Zeilen vom 7.ds. erhielt mch vor einer Stunde und beantworte sie postwendend.
Die Fa. Delliehausen hat mir vor einiger Zeit ebenfalls] geschrieben, daß ich 300,-EM freigeben lassen solle. Ich habe gestern geantwortet, daß mir das nicht möglich sei und man sich mit Ihnen in Verbindung setzen solle. Inzwischen haben Sie sicher auch einen weiteren Brief von mir erhalten, dem Sie vielleicht manches entnehmen können. Der Sachverhalt ist in den wesentlicher Punkt&vkurz folgender.
1) Delliehausen hat mir zunächst die Frachtkosten mit 77>-RM angegeben, später dann einen Voranschlag über 300,- vorgelegt!
2) Ich habe (da ohne Kenntnis der genauen Höhe der Druckkosten) als Beginn die Freigabe von 500,- RM an Sie beantragt und als Verwendungszweck in meinem G-esuch ausdrücklich angegeben "Druckkosten sowie Versandspesen innerhalb Deutschlands", wobei ja Luxemburg devisenrechtlich mit dem übrigen Reichsgebiet voll g± gleichzusb&zen ist. Allerdings geschah dies auf der Basis von 77}-KM Kosten für den Versand meines wissenschaftlichen Materials welche s£e - nachdem gemäß Ihrer Mitteilung der Betrag von 500,- genehmigt und ausbezahlt worden ist, ohne weiteres an Delliehausen zahlen könnten.
3) Da m±£ mein Konto auf der Dresdner Bank mittlerweile weitere Zahlungen größerer Beträge nicht mehr erlaubt,habe ich Ihnen in meinem vorigen Briefe Außenstände in Höhe von 1200,- RM zediert (abgetreten), wobei mindestens der Betrag Simon spätestens Ende des Jahres/eingehen wird. Sie wollen einer Mitteilung von Frau Simon an Sie,um die ich diese so rasch als möglich bitten werde, entnehmen, daß und warum diese Summe, die im Juni Ihnen zugehen sollte, noch nicht in Ihren Händen ist und daß weder Frau g.noch ich an dieser Verzögerung Schuld tragen.
Ich möchte nun die etwas unverschämte Bitte an Sie richten, mir den von D. erforderlichen Betrag (soweit von den 500,- nicht erübrigen sollten) einstweilen zu kreditieren und
Der Fa.D. zu verlangen, daß sie sich um die allfälligen/Genehmigungen kümmert. Ich habe in demselben Sinne bereits geschrieben (ehe ich Ihren Brief erhiLLt) und hinzugefügt, daß DeLlieh. alle von Ihnen ergehenden Aufträge als den meinen gleich zu erachten und Ihnen unverzüglich nachzukommen habe. Sollten Sie diese Bitte (was ich durchaus nicht verübeln würde) nicht erfüllen können, so muß die Angelegenheit eben vorerst ruhen.
Da ich bereits seit einiger Zeit diese Schwierigkeiten habe kommen sehen, habe ich versucht unter Mißachtung meines Zustandes doch noch einmal nach Ffm zu kommen um die Dinge selber zu erledigen. Leider waren meine Bemühungen'in technischer Hinsicht erfolglos. Das einzige was ich voraussichtlich« erreichen kann, ist eine Reise nach Italien um noch einmal zu versuchen von meinem Vater die notwendige Unterstützung zu erreichen. Sollte ich den Sichtvermerk erhalten, beabsichtige ich am 25.ds.M. zu reisen. Sie erhalten selbstverständlich noch eine Nachricht.
Obwohl ich mich nicht für dumm halte, bin ich in einem gewissen Grade am Ende meiner Kunst - vor allem entnehme ich dem letzten Briefe aus Bozen, daß es mir wieder völlig mißlungen ist mich meinem Vater schriftlich verständlich zu machen. G-elingt ' alles nicht, so muß ich eben über den Winter noch so aushalten. Ein wenig wissenschaftlich arbeiten kann ich wohl trotzdem; außer dem muß ich schon sehr froh sein, wenn mir ein Schicksal wie unserem Freund Schertz erspart bleibt. Übrigens nehme ich an, daß