Herrn

Dp. LÜTZ HAPPEL Bataafsehe PetrolMHaatsch. 30 Carel van Bylandtlaan Den Haag /Holland

Rlg./Do.26

2. 12. 41

Lieber Lutz!

Ich will gleich zu Beginn der Woche Dir diesen Brief schreiben,damit Du nicht noch länger warten musst.

Ich bin nun seit einem Jahr wieder in Frankfurt. Ich wurde auf ei­nen Antrag von Prof.RICHTER für das Museum uk gestellt, um die drin­genden Luftschutzmassnahmen zur Sicherung der umfangreichen, wertvol­len und z.I. unersetzlichen Forschungs-Sammlungen durchzuführen. Wie Du weiset, hatten wir Ja überhaupt keine Keller. Diese waren trotz der Anregungen, Hinweise, Forderungen von Prof.RÖMER von der Hausbau-Kom­mission als nicht notwendig abgelehnt worden. Aus diesem Grunde stan­den, wie Du Ja weiset, alle Alkohol-Präparate in mehr als 50 000 Glä« sern mit etwa 100 000 Litern Alkohol auf den Boden des Hauses und da­mit dem Temperaturwechsel am meisten ausgesetzt.

Bei Ausbruch des Krieges wurden die Gläser in die Horsäle hinunter gebracht und ohne Jegliche Ordnung abgestellt.

Da ich die ersten Monate nach meiner Einberufung in Aschaffenburg stand, konnte ich Prof.RICHTER bei den notwendigen Arbeiten an Sams­tag-Nachmittagen und Sonntagen unterstützen. Die Kellerfrage machte und am meisten Sorgen. Die Prüfung durch den Universitätsbaumeister FEUERBACH ergab, dass die Fundamente tief in den Untergrund hinab- gefürht worden sind., Ja dass' Sogar an einigen Stellen der Fussboden des tiefsten Stockwerkes a)s tragende Decke ausgeführt worden war.