des hundertsten Fundes. Und wir finden sie doch! Erst > mal kräftig in die Hände gespuckt, und dann ran! Mit I Begeisterung wird erneut weiterg'eschaufelt. Nach einer Kalben Stunde da. wieder dunkle Stellen im Erd­boden.Hier muß sie liegen", meint Emmerich, unser Jüngster", aber wieder ha^^uns die Gei^Mder Drei- tausendjährigen gefoppt ms Erdreich Heller Kruzitürken! Also nochmals nichts Endlich aber, es war schon am Nachmittag, in den letzen 2 Me­ter des ausgesteckten Planums naht die Erfüllung. Jetzt ist kein Zweifel mehr, das ist bestimmt Knochenbrand, Holzkohlenteilchen und auch einzelne Randscherben. Also nun Schaufel weg, Löffel und Messergezückt", um mit größter Vorsicht zu versuchen, das Gefäß gut erhalten zu heben. Bald zeigt sich auch ein !7eU der sogenannten Schulter, sogar mit schöner Kerbschnill?berzierung, also würdig und wie es sich für eine richtiggehende Iubi- läumsurne geziemt. Die Götter der Bronzeleute haben uns doch nicht ganz verlassen. Leider zeigt es sich, daß das außerordentlich mürbe Material des Gefäßes be­reits geborsten ist und daß man nur mit den stets in Bereitschaft liegenden Bandagen die Scherben zusam- menfasien und halten kann. Sodann geschieht wie im­mer, die sorgsame Verpackung in einer Kiste, um den kostbaren Fund mit den andern letzten drei Funden (97 und 99: Brandbestattungen mit Beigefäßen, und Nr. 98: ganze Urne mit Leichenbrand) im Triumph zum Museum zu bringen. Hier landet man mit hörbarem Seufzer der Erleichteru>^^denn heute sollte ja der feucht­

fröhliche Kameradschaftsabend zur Feier der hundertsten Urne imWaldfrieden" steigen.

Na, sagte August, da ham mer nochmal Glück gehabt. Echade, daß Sie nicht dabei waren, Herr Schriftleiter. Eie hätten Bauklötze gestaunt. Auch ich war platt, als ich unsereSchatzgräber" Hans, Felix und Emmerich ihre Musikinstrumente auspacken sehe. Auch der würdige Eduard war aus seinem Urnenkeller gestiegen und hatte sein ebenfalls musikalisches Töchterlein sowie seinen Assistenten Eugen mitgebracht, der dann den durch Un­päßlichkeit verhinderten Karl heute imWurstessen" ver­treten mußte. Auch Fritz, das ist der junge Mann in der Kletterweste, entwickelte sein musikalisches Talent auf der Gitarre. Nur Franziskus, der Senior der Grab­kolonne, vertiefte sich in den schäumenden Krug und freute sich mit demHäuptling" und dem Urnenkonser­vator zusammen am lustigen Treiben der Jugend. Hoch­erfreut war die fidele Kameradschaft, als schließlich auch das Stadtoberhaupt, Herr Oberbürgermeister Dr. Hak- kenberg, sowie Herr Museumsleiter Dr. Bette er­schienen, welche auf einer Sammeltour durch die Gast­stätten begriffen waren und nun einige Zeit im Kreise derUrnenfeldleute" verweilten. Der Herr Oberbür­germeister sprach die Hoffnung aus, daß der nächste An­laß zu einem weiteren frohen Abend die Auffindung der zweihundertsten Urne sein soll..

In diesem Sinne mit Deutschem Gruß

Ihr E. Pohl.