Lillian HERZ-MILLS

Frankfurt a.M«

Saar-Allee 22

16 . 1 . 3 ? 19. 1. 37

Sehr geehrte Gnädige Frau!

Aus ihrem Schreiben vom 16.1. entnehmen wir, dass Ihnen unser Rundschreiben (Anlage) nicht zugegangen ist. Wir haben aber in unse­ren Aufrufen in der Zeitschrift mehrfach ausgeführt, dass es uns nicht mehr möglich ist, laufende Aufwendungen auf anderem Wege aufzubringen als durch laufende Beitrage. Alle Gegenwerte sind durch die Inflation dahingeschmolzen. Wir haben zwar, nachdem die Behörden und die Indu­strie bereits 1§J4 auf Aufwertung bestanden, noch über 12 Jahre länger unsere Leistungen unverändert fortgesetzt d.h. die Mittel hierfür aus der Substanz und aus den Beiträgen der aktiven Mitglieder aufgebracht. Wir können aber diese vornehme Handlungsweise zu unserem Bedauern nicht mehr fortführen, da wir eben die Mittel für das Museum, für un= ser Personal, für unsere Vorträge und für die Zeitschrift nicht mehr aufbringen können. Die Ewigen Mitglieder selber haben uns Ha verständ­nisvoll darauf aufmerksam gemacht, dass sie mit ihrer damaligen hoch­herzigen Gabe Senckenberg helfen wollten, nicht aber ihm einen dauern­den Schaden zufügen.

Diese hochherzige Gesinnung und das damals gebrachte Opfer blei­ben unvergessen und zur Erinnerung daran sind Ha auch die N a men der Ewigen Mitglieder auf unseren Marmor-Tafeln eingegraben.

Wir sind überzeugt, dass auch Sie Verständnis dafür haben, dass