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Herrn 31. 8. 44
Stadtrat Db.L ehmann
Frankfurt a.M.
Sehr geehrter Herr Stadtrat,
Mit bestem Dank für Ihr freundliches Schreiben und Übersendung des Vermerkes des Herrn Stadtrat Br.MÜLLER übersende ich Ihnen beifolgend einen Durchschlag meines Schreibens an Herrn Stadtrat Dr.Müller in der Angelegenheit der Senckenbergischen Bibliothek. Nach meinen Feststellungen und mir zugegangenen Mitteilungen besteht offensichtlich seitens des Herrn Dr.KNORR die Absicht, die Senekenbergische Bibliothek für die Stadtbibiiothek zu »schlucken» und scheint sich dabei Herr Dr.KNORR nicht zu scheuen, auch unwahre Angaben für seine Zwecke zu machen. Für unsere Stiftung ist in der Angelegenheit unser gutes Recht durch den Universitätsvertrag und die Ergänzung von 1923 ausreichend gesichert, auch, wenn etwa Versuche gemacht werden sollten, einen Gewaltstreich zu machen. Ich habe, ehe ich mit Herrn Stadtrat Dr.KELLER die Vereinbarung traf, die Dekane der Jur. und med. Fakultät in Giessen, welche in unserer Administration in wichtigen Fragen mitentscheiden, gefragt, und werde mich des Rückhaltes, den wir an den beiden prominenten Persönlichkeiten xxskxwBikBxkix haben, auch weiter bedienen. In Jedem Fall werde ich Ihnen auch von den neuen Vorgängen Kenntnis geben und Sie selbst verehrter Herr Stadtrat,bitte ich um Ihre Unterstützung in der vorliegenden Angelegenheit, bei der es Ja um die Erhaltung eines Kulturgutes geht, das wertvoller ist als manches zerstörte Bauwerk.
Mit freundlichen Grüssen und
Heil Hitler! Ihr ergebener
gez. Dr.De Bary