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Ein vorhistorrs^er Stadel.

Ein Fund seltener Art wurde im Kreis Lauenburg H.-Pomnterü in letzter Zeit gemacht. Man fand den Schädel in einer Kreide­schicht einige Meter tief in einem Hohlraume, umgeben von Kreide­gestein. Der Schädel ist gut erhalten, nur der Kiefer fehlt, aus den beigefügten Abbildungen wird dies ersichtlich.

Das Alter des Schädels dürfte nach der Fundstätte sehr hoch sein und in die Tertiärzeit hineinreichen. Kaum faßlich nach den bisherigen Annahmen, da das erste Auftreten des Menschen in viel spätere Zeiten verlegt wurde. Die bisher ältesten Funde stellen so stiefstehende Menschen dar, daß man sie mit Recht noch als Tiermenschen bezeichnete.

Dagegen dieser Kreideschädel zeigt so schöne wohlproportionierte Verhältnisse an, daß er turmhoch über dem des Pithecanthropus und des Neandertaler steht.

Um so reizvoller ist es, diesen Schädel durch die Formengesetze zu beleuchten. Man denke ja nicht, das hat wenig wert. Die Ergebnisse werden lehren, daß der Gegenwartsmensch nicht nur Einblicke in einen Ur-Urahnen erhält, sondern auch erhebende An­regung findet.

Bei dieser Feststellungsart vermag man ganz andere Eindrücke von der Eigenart dieses Urmenschen zu erhalten, als anthropologische Feststellungen zu geben vermögen. Ueber die seelische und geistige Beschaffenheit werden von Anthropologen nur andeutungsweise Bemerkungen gemacht und der Schwerpunkt mehr auf die Beschreibung der Knochenstruktur gelegt.

Mit dieser mehr äußerlichen, materialistischen Erklärung kann der Durchschnittsmensch nicht viel anfangen. In seilten Lebenskomplex kann er solche abseitsliegenden Vorstellungen nicht einreihen und verwenden. Anders ist es, wenn er über solchen Menschen Dinge erfährt, die auch ihn sehr bewegen. Wie er fühlte und dachte, wie er die Lebensaufgaben zu lösen suchte. Diese Einblicke können unter Umständen belebend und anfeuernd wirken. Das brauchen wir heutzutage in der Weltenwende, in der wir uns befinden, mehr denn je. Krampfhaft sucht jeder in dieser verwirrenden Notzeit nach seelischem Halt. Denn alle geistigen Fundamente scheinen zu schwanken und zu entweichen. Gegensatz und Kampf durchzittert die Luft, Erbitterung und Unsicherheit.

In solcher Zeit ist es besonders erwünscht, in Urzeiten sich zu­rückzuversetzen und zu fragen, wie und in welcher Weise lebten die Urahnen in einer Zeit, in der noch Ungeheuer ihr Leben gefährdeten und sie noch mit einfacheren Mitteln allen Gefahren trotzen mußten, meist immer das Leben in die Schanze werfend.