1. rlcvember 1920

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BUENOS AIRES

Sehr geehrter Herr Weil!

Sie wisseii jedenfalls, in welch vornehmer und-gro.szügiger Weise Ihr Herr Bruder um Anfang dieses Jahres unserem schwer um sein Leben ringenden Museum .zu Hilfe gekommen ist. Seine Hilfe hat damals eine grosse Anzahl gleichgesinnter. Mitbürger veranlasst, sich eben­falls an unsere Seite zu stellen, um wenigstens das äusserste, den gänzlichen Zusammenbruch des Museums zu verhüten. Leider ist trotz aller Arbeit, trotz aller Hilfe, die von ganz Frankfurt zu uns kam, die Lage nur unwesentlich besser geworden, sodäss wir uns mit der Bitte um Hilfe auch an dasneutrale Ausland gewendet-.haben. Als ich vor wenigen Tagen Ihren Herrn Bruder sprach, riet er mir, auch an Sie zu schrei, ben und Sie um Ihre Hi]fe zu bitten. Ich erlaube mir daher Ihnen unseren Hilferuf zu überschicken und Sie herzlich zu bitten,

Sie mochten in den dortigen Kreisen dafür wirken, dass eine möglichst grosse Summe zusammengebracht wird, die uns ermöglicht, über die näch­sten schweren Jahre hinwegzukommen. Wir Haben durch unsere Werbetätig­keit unser Defizit von rund 800000 Mark jährlich auf rund 100000 Mark jährlich heruntergedrückt; Ganz Frankfurt-hat dazu beigetragen,