22.Juli 1930

Sehr geehrter Herr

Lennhoff!

Ich danke Ihnen für Ihren Brief, der eine gewisse Verbitterung nicht verkennen lässt. Sie dürfen nicht erwar­ten, dass die ersten versuche zum Brückenbau zwischen Univer­sität und Volk ohne weiteres glatt gelingen. Im Gegenteil: das Misstrauen auf der Seite des Volkes ist mit Berechtigung

sehr gross, und wird verstärkt durch politische Fragen, die

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sich in den Weg stellen. Dagegen hilft nur Geduld und abermal uj

Geduld.,Und immerwährendes neues Versuchen, wobei unsere Prominenten an die Spitze gehörten.

Ich schreibe ja meine Worte in der Frankfurter Zeitung nicht zum Wo|l|h) oder Wehe dieser Verbindung, sondern lediglich, um zu verhindern, dass bei der dringend notwendi­gen Sparsamkeit die Kulturaufgaben zuerst darankommen. Dass auch wir sparen können, weiss ich ganz genau.

Mit ausgezeichneter Hochachtung Ihr sehr ergebener