Herrn

Ltnt. Bruno STENDECKE Brüx/Suderitennau

Ers.Abteilung 24

Rlg./Dö.27 7. 12. 42

Lieber Stendecke!

Mit grosser Freude haben wir alle Ihren Brief vom 20*11.ge« lesen, gab er uns doch Kunde, dass Sie noch an Ihrem früheren Standort und damit noch in heimatlichen Gefilden weilen.

Der Inhalt Ihpes Briefes hat indes unsere bisherige Besorge* nis erhöht. Konnten wir tzns auf Gruäd Ihrer bei Ihrem Hiersein gegebenen Andeutungen nur eine unklare Vorstellung von den Ih­nen gestellten Aufgaben machen, so haben Sie uns nunmehr eine weitere, kleine Aufklärung zukommen lassen. Wir sind bestürzt, Ihrem Brief zwischen den Zeilen herauslesen zu müssen, dass der Umgang mit der Ihnen anvertrauten Waffe Gefahren mit sich bringt und bereits bei den Übungen Opfer gefordert werden. Wir sehen Sie also bei einer Waffengattung, die höchste Anforderungen an Sie stellt und ihr Leben in sehr gefahrenbringender Weise be­droht . Nach dem schmerzlichen Verlust unseres lieben BORSETZKY müssen wir nun neues Unheil befürchten. Bei unserer letzten Aussprache haben wir von den grossen Aufgaben gesprochen, die unserem Museum mach dem Kriege beim Wideraufbau der früheren Schaustücke harren. Sie wissen, dass der Tod unseres Meisters STRUNZ, Ihres grossen Lehrmeisters, eine fühlbare Lücke geris­sen hat. Sie und STEINHAUER haben jahrelang Gelegenheit gehabt, aus dem reichen Born seiner Erfahrungen zu schöpfen, die er in uneigennütziger Weise zum Wohle und zur Förderung des Nachwuchs