Herrn

Dr.med.H.SCHREIBER Schönecken/Eifel Kr.Prum

Rlg./Dö .27

7. 4. 43

Lieber Hans!

Nachdem das Semester zu Ende ist und die dadurch liegen ge­bliebene Arbeit einigermassen erledigt ist, will ich die heutige Nachtwache nicht vorübergehen lassen, ohne Dir auf Deinen lieben Brief zu antworten. Das Versehen, das unserer Geschäftsstelle und durch die Leistung der Unterschrift auch mir zugestossen ist, bitte ich zu entschuldigen. Die Karte und der Brief waren für den Anatomen SCHREIBER in Frankfurt a.M. bestimmt, den Du ja bereits öfter als Autor in »Natur und Volk» kennen gelernt hast. Aber der Irrtum hat wenigstens das Eine Gute gehabt, dass wir wieder einmal miteinander in Verbindung gekommen sind und wieder etwas voneinander gehört ha­ben.

Aus dem Inhalt Deiner Zeilen ersehe ich zu meiner grossen Freu de, dass es Dir und den Deinen noch gut geht. Wir wünschen Euch alles vor allem dem doch nun bald zur Wehrmacht einrückenden Hans alles,al­les Gute!

Uns Vieren geht es den Umständen entsprechend. Die Kleinen ha­ben in den letzten Wochen Masern, Halsentzündung und Gelbsucht gut überstanden, aber die Mutter dadurch nicht zur Ruhe kommen lassen.

In den letzten Monaten und Jahren haben Erna und ich oftmals