Gefreiter
FRITZ R Ü H L Feldpost-Nr.48489 B
17. 12. 42
Lieber Rützl!
Heute Nachmittag ist Ihr lieber Brief vom 27»11.42 nach einem Rund« lauf durch alle Raume und Abteilungen unseres Museums wieder in meine Hände zurückgelangt. Am Rande geben alle die Ihnen wohlbekannten Namen der »Senckenberg» davon Kunde, dass Sie Ihre Zeilen zur Kenntnis genommen haben.
Ich habe mich über Ihren Brief besonders gefreut. Ihre lebendigen Schilderungen gestatten uns, Landschaft und Leute mit Ihnen zu erleben und geben usaddie Möglichkeit, Sie als Melder auf dem 12 km langen,aber wahrscheinlich bezaubernden Weg zu begleiten. Die Eroberung der französischen Forts ist ja Gott sei Dank sehr leicht gewesen und bringt Ihnen allen die unbedingte Gewissheit, im nahen Rücken keinen ^.eind zu haben.
Das Wetter ist in den letzten Tagen vollständig umgeschlagen. Es ist so warm, wie ich es mir seit Jahren nicht erinnern kann. Ich nehme an, dass auch Sie im»,sonnigen Süden» ein strahlendes schönes.Wetter haben werden. Nutzen Sie/Zeit und Gelegenheit und greifen Sie zu Pinsel und Bleistift, um die Eindrücke festzuhalten. Sie lernen eine Landschaft kennen, wo Sie so schnell doch nicht mehr hinkommen werden.
Hier ist noch alles beim Alten. Die Arbeiten im Museum gehen weiter voran. Doch nach wie vor liegt das Schwergewicht auf den Luftschutz«* massnabmen zur Sicherung unserer Sammlungen. Im ersten Stock der NordM seite sind zum Schutz der im Erdgeschoss liegenden geologischen und zoo logischen Schaustücke die Schauschränke gehoben und zur Verstärkung