Herrn
Prof•Dr.Rud•Richter K I s 1 c e / Generalgouv.
Nürnberger Hof
Rlg./Dö.2 7 Brief 2
Lieber Herr Professor!
14. 9' 42
Meinen ersten Brief vom 9*9*42 werden Sie hoffentlich erhalten
haben.
1. Hier ist alles in bester Ordnung. Die Luftschütz-Arbeiten gehen weiter, wenn auch die Steine vollkommen ausgegangen sind. Herr SPEIER
ist eifrig bemüht, Abhilfe zu schaffen. Der Elefant steht in seinem Stall. 5 Eingänge der Westseite sind vollständig zugemauert. Heute lasse ich nich Sand in die oberen Stockwerke bringen, damit unter allen Umstünden genügend vorhanden ist. In Mainz hat reichlich vorhandener Sand in vielen Fallen Wunder gewirkt! Die Holzschränke im 4.Stock (über dem Fest= saal) sind fast alle abgeschlagen. Das anfallende Holz ist zum grössten feeil nach unten gebracht worden. Ich habe für Mittwoch 20 Holzfässer zu«= gesagt bekommen, die noch in den oberen Stockwerken mit Wasser gefüllt aufgestellt werden sollen. Heute wird der letzte Teil derpAläontol.Ssmm-- lung aus der Buch hinuntergebracht. Nun steht nur noch das Richtprofil- Material oben. Ich werde auch dieses noch unten zu verstauen versuchen. Die Optik wird heute im Südbunker abgestellt.
2. Am Samstag hatte ich eine eingehende Rücksprache mit Herrn HAHN, der in Vertretung von Herrn MÜLLER die neuen Anordnungen der städti-- sehen Luftschutzstellen durchzuführen hat. Lt.Anordnung der Stadt werden 3 Wachen mit je 6 Mann als unbedingt erforderlich erachtet. Die Wachen werden im Hauptgebäude, Museum und Physikal.Verein stationiert. Ich