Kz. Abschrift

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Geographisches Institut der Frankfurt a.M. , den 16.VIII.1939 Universität Frankfurt a.M. Unibersitätsstraße 17

z.Zt. Babelsberg 2 bei Berlin Ludwig Irooststraße 17

Zu Dr.R/Kz.

G I 42 von 12.VIII.39.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister!

Von der Denkschrift über die "Gründung einer Gesell­schaft zur Erforschung der Tiefsee" habe ich mit großen Interesse Kenntnis genommen. Soweit ich ersehe, handelt es sich in erster Linie um ein technisches Problem mit dem Ziel, wirtschaftliche, militäri­sche und wissenschaftliche Probleme zu lösen. Die Technik muß aber, will sie Erfolg haben, auf gründlichster Kenntnis des bisher Erforsch­ten aufbauen. Unser Wissen von der Tiefsee (Troposphäre und Stratos = phäre des Weltmeeres) ist aber gerade durch deutsche Forschung in der Nachkriegszeit ungeahnt gewachsen. Forscher, wie Herz, Defent, Spieß, Wüst, Scholl, Thorade u.a. haben auf jahrelangen Expeditionen, z.B. mit dem von der Rcichsmarine zur Verfügung gestellten Experitions - schiff "Meteor", ausgerüstet mit modernsten Instrumenten für Tiefsee­forschung , viel zur Klärung der Verhältnisse in der Tiefsee beigetra­gen . Die Forschungen gingen von der Reichsmarine, dem Institut für Meereskunde in Berlin und der Seewarte in Hamburg aus und sind teil - weise schon viel weiter vorgetrieben, als aus der Denkschrift zu erse­hen ist. Diese müßte also, bevor die Gesellschaft an die Öffentlich - heit tritt, in manchen Punkten auf die neuesten Forschungen abgestimmt werden.

Wenn ich auch kein Oceanograph bin, habe ich mich doch eingehend genug mit den Fragen befaßt und habe mehrere Jahre am Institut für Meereskunde in Berlin gearbeitet. Es verbindet mich Freundschaft mit den maßgebenden Forschern, sodaß ich genügend Ein - blick in alle entscheidenden Punkte habe. Darum stelle ich gern meinen Rat zur Verfügung und bin bereit, in den Vorstand einzutreten unter der Voraussetzung, daß ein anderer Herr den Vorsitz übernimmt.

Heil Hitler! gcz. Prof.Dr. W. B e h r n a n n .