gelebt hat. Es handelt sich um einen üppigen Reichtum von Bäumen und Sträuchern, wie er heute in Ostasien und namentlich in Nordamerika vor­handen ißt. Auch die Arten zeigen mit diesen Gebieten so enge Beziehun­gen, dass sich daraus wichtige Schlüsse auf die Pflanzen-Geograuhie und die Wanderungen der Pflanzen ergeben.

Schon bisher ist diese»Frankfurter Pliozän-Flora» durch die Einzig­artigkeit ihrer Erhaltung und ihrer wissenschaftlichen Bedeutung im in­ternationalen Schrifttum lebhaft erörtert worden. Engländer, Franzosen, Holländer, Amerikaner und Japaner haben sich mit ihr befasst, ohne sie ^ richtig zu kennen, und haben immer wieder beklagt, dass das Fehlen einer zuverlässigen Darstellung die völlige Würdigung dieser Frankfurter Flora bisher unmöglich machte.

Es war also eine Ehrenpflicht Frankfurts und seiner Wissenschaft,dass es diesen Schatz, den es unter dem Neide der wissenschaftlichen Welt aus dem eigenen Untergrund gehoben hat, endlich durch eine zusammenfassende Bearbeitung auswertete und der Öffentlichkeit zugänglich machte.

Dies ist nun in den letzten Jahren durch Prof;KRÄUSEL selber und un­ter seiner Leitung durch seinen Schüler MADLER erfolgt. Die daraus her- M vorgegangene und erschöpfende Befcrbeitung zeigt, dass in unserer Heimat vor der Eiszeit 120 Pflanzen-Arten lebten, von denen 75 neu sind. Damit ist die Grundlage für ein neues Verstän dn is des Werdegangs der heimatli« C&en Pflanzenwelt geschaffen. Es ist seit langer Zeit in Deutschland keine Arbeit zur Geschichte der Pflanzenwelt erschienen, die eine ähnlic vielseitige Bedeutung hat.

Da Prof.KRAUSEL vom Internationalen Botaniker-Kongress 1940 aufgefor­dert war, darüber ausführlich zu berichten^und das Werk diesem Kongress vom NaturMuseum Senckenberg vorgelegt werden sollte, haben wir es für unsere Pflicht gehalten, es in unseren »Abhandlungen»zu veröffentlichen. Die Drucklegungsarbeiten sind inzwischen auch begonnen worden. Es handeh sich um ein stattliches Werk von 200 Seiten mit iZ Tafeln und zahlrei-