gesetzt, und so sehr sich die Gesellschaft auch bemüht hat, aus ihrem Voranschlag für 1920 alles zu streichen was nicht unbedingt notwendig ist -- sie steht vor dem Zwang, auch im neuen Jahre und wohl noch in weiteren die gleichen oder gar gesteigerte Ausgaben aufzubringen. Die Gesellschaft ist sich der schwierigen Lage der Stadt bewusst; sie weiss, dass unser Gemeinwesen unter der Ungeheuerlichkeit der Kriegs- und Friedenslasten auf das schwerste leidet. Sie hat deshalb zunächst durch eine angestrengte Werbetätigkeit die Zahl ihrer Freunde und damit ihre Einkünfte zu vermehren ge­sucht und wird dies auch weiterhin tun. Trotzdem muss sie in ihrer äussersten Notlage mit folgender Bitte an die Stadt herantret en:

Die Stadt Frankfurt möge, wie in früheren schlimmen Jahren, der Gesellschaft einen Teil der Lasten abnehmen und zwar möge sie die Kosten für Heizung und Beleuchtung des Museums solange übernehmen, bis die Gesellschaft wieder in der Lage ist, sie selbst zu tragen. Sie möge ferner der Gesellschaft das Wassergeld, sowie die Beträge für Kehricht­abfuhr und Kanalbenutzung erlassen. Im Jahre 1919 ist für diese Posten ein Betrag von M. 28 450. aufgewendet worden. Die Gesellschaft wird sich der Not der Zeit anpassen und wie bisher in äusserster Sparsamkeit das Museum nur an zwei bis drei Tagen in der Woche heizen, um die Erhaltung unersetzli­cher Wertobjekte zu gewährleisten, im übrigen aber wie bisher nur einige wenige Arbeitsräume durch Ofen benutzbar machen. Auch für Beleuchtung wird die denkbar grösste Einschränkung weiter geübt werden.

Die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft muss bereits jetzt in Erwägung ziehen, wie sie den berechtig­ten Ansprüchen auf eine Erhöhung der Teuerungszulagen für die Beamten und Angestellten (sie betragen bisher nur 50 % des Friedenseinkommens) nachkommen kann. Es wird erwogen,