An den
Magistrat der Stadt Frankfurt a. M
Frankfurt
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Hochgeehrte Herren!
Die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft Ist durch die gegenwärtige Not gleichfalls in ausserste Bedrängnis geraten und wendet sich an die Stadt mit der Bitte, ihr zu Hilfe zu kommen. Sie begründet diese Bitte folgendermassen:
Solange Deutschland im Aufstieg begriffen war, konnte die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft das Museum allein betreiben, weil unter Frankfurts Bürgern der Gemeinsinn immer gross genüg war, um Einrichtungen zu unterstützen, die der Allgemeinheit dienten. Trat wirklich einmal vorübergehend die Not an die Gesellschaft heran — um die Mitte des vorigen Jahrhunderts bis zum Jahre 1885 war das längere Zeit der Fall —, so sprang die Stadt mit einem jährlichen Zuschuss ein. Denn eine Stadt von der Grosse Frankfurts muss ein naturwissenschaftliches Museum haben und muss ihre Bürgerschaft die gewaltigen Fortschritte dieser Gebiete fortlaufend zur Kenntnis bringen, um Belehrung un Anregung zu verbreiten. Und wenn auch grossdenkende Bürger fast simmer alle Lasten der Stadt abaahmen, wenn sie sich damit ein unvergängliches Denkmal setzten, -- in der Not musste die Stadt eintreten, um zu erhalten, was die * Väter schufen, bis bessere Zeiten kamen.
Heute ist die Lage der Gesellschaft so, dass die^ Hilfe der Stadt dringend notig ist, wenn das Museum nicht zusammenbrechen soll. Es handelt sich nicht darum, Neuerwerbungen zu machen, nicht um Fortsetzung des glanzenden Wachstums glücklicherer Jahre. Die Direktion der Gesellschaft ist sieh vollug klar darüber, dass dem stürmischen