110
Musik.
Lieder von Brahms, Schubert und Reger, sowie Rezitativ und Arie der Idole aus dem Oratorium „Herakles" fang im Konzert- faal Else Zwicky. Ein schönes volles Organ, das im Dramatischen einen besonderen Reiz hat, dürste noch gewinnen, wenn sich die Künstlerin einer etwas deutlicheren Aussprache befleißigen würde. Am Klavier begleitete Willi Renner mit bekannter Meisterschaft.
Joseph Schwarz bereitete mit seinem ausgezeichneten Klaviervortrag einer kleinen kunstbegeisterten Gemeinde eine Stunde seligsten Weltentrücktseins. Der Genius eines Bach, Liszt und Schumann fand in Schwarz seine herrliche Auferstehung. Besonders eindrucksvoll gestaltete sich der Bortrag der Orgelpassacaglia c-moll von S V. Bach, welche der Künstler selbst in Klavier übertragen hat. Die Bässe der Orgel zeigten in der Klavierwiedergabe einen eigenen Reiz, feierliche und wieder aufjauchzende Akkorde berauschten die Sinne.
Gleich hohe Kunst am Klavier offenbarte Edelgarde Berg, die Tags darauf Bach, Schubert, Chopin und Schumann zu Gehör kommen lieh.
Der angenehm klingende Sopran von Johanna Hillizer brachte recht gefühlvoll Lieder von Wolf, Knettel, Haas und Reger zum Vortrag. Des Komponisten Knettel, der am Klavier feinfühlend begleitete, sei hier gleichfalls lobend gedacht.
*
Es war ein wahrer Meisterabend: Lulu Mysz-Gmeiner. Höhn, Henri Marteau, ein herrliches Dreigeftirn am Sternenhimmel der ewigen Kunst. Die Künstler überboten sich gegenseitig in ihren Leistungen, alle verdienten unter lautem Beifall den Lorbeer. — Lydia Schmidtborn glich ihre nicht ganz klare Altstimme durch einen hübschen Bortrag wieder aus. Mörs begleitete am Klavier vielleicht allzu dezent. — Mit Maria Pos-Carloforti stieg der Phönix aus der Asche. Sie bot in dieser Saison auf dem Gebiete des Kunstgesangs zweifellos das Beste. — Unter feinsinniger Leitung brachte Hans Lange durch sein Kammerorchester die Ouvertüre zu „Figaros Hochzeit" und Küchels „Serenata notturna" klangschön und mit feinem Empfinden zu Gehör. Verschönt wurde der Abend noch durch Sopransolis von Sabine Mayen, sowie durch das Konzert für Klavier in C-Moll von Küchel, das Frau Lilly Schwarz- Mayer h o f e r mit brillanter Technik vortrug. — Das M ü n chen e r Rationaltheater-Ballet bot mit seinem Meister Heinrich K r ö l l e r ganz vorzügliche Leistungen. In herrlicher Rhytmik der Körperbewegungen bekam Beethoven'sche, Reger'sche und Strauß'sche Musik Leben eingeflößt, das „himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt" einer neuen Offenbarung glich. — Mit seiner modernen Kammermusik hatte Heinz Lohmann einen vollen Erfolg. Abweichend vom Herkömmlichen gestaltete sich der Abend recht interessant, zumal Lohmann sein Instrument sehr gut beherrscht. — Der vom Rebner-Quartett veranstaltete Beethoven- und Schubert-Abend gestaltete sich zu einem künstlerischen Ereignis. Werke des unerschöpflichen Beethoven und des volkstümlichen Schubert wurden mit virtuoser Technik und glänzendem Zusammenspiel vorgctragen. — Im österreichisch-bayerischen Kunstabend boten der Tenor Toni S p i e l m a n n und die Konzertsängerin Berta M a n z beachtenswerte Leistungen, ersterer besonders in seinen Dialektgesängen. Die Begleitung am Flügel lag in den bewährten Händen des Frankfurters Emil Appell. — Die überaus ergiebige Stimme von Franziska Bogt bedarf, um noch mehr zu fesseln, eines weiteren Studiums. Hans Bottermund zeigte sich als meisterhafter
F ahnen - F ab rik
Hessen- Nassauische
Kneipausstattungen — Couleurbänder — Wachsfackeln - Tisch- Fackelzug- und Parade-Fahnen -
NEUE K R Ä M E 7, l. St. (Nähe des Römer). Einziges Spezialgeschäft am Platze.
I
MB
J
Ich erteile an Nachmittagen
Unterricht in Literatur, Kunstgeschichte, Briefstil, Englisch und Französisch,
Josephine Reiß»
Körnerwl p se 13.
-Telephon Hansa 3135 -
Englisch — Französisch, Spanisch — Italienisch
wöchentlich 3 mal 2 Stunden. Keine Hausarbeit. Uebersetzungen in und aus allen Sprachen. Robert Rübsamen, Sprachiehr.
Leiter des Polyglott-Clubs. Goethestrasse 10,1. Spreehstund. von l /,l bis 1 / a 2 Uhr nachm.
Violoncellospieler, dessen komponierte Sonate für Cello ebenfalls recht gut gefiel. Herr L i p p a y begleitete mit künstlerischem Geschmack
Hermann Schaefer.
Von neuen Büchern.
Prof. 0r. Kritz Sticr-Somlo: Die Verfassung des deutschen Reichs vom 11. August 1919. Ein systematischer Uebcrblick. A. Marcus & E. Webers Verlag (Dr. jur. Albert Ahn) Bonn 1919. Preis Kart. M. 6.—.
Der Verfasser, der bereits vor Bekanntgabe der Regierungsvorlage mit einem eingehend begründeten selbständigen Verfassungsentwurf hervorgetreten war und dessen Vorschläge weitgehende Beachtung und Berücksichtigung geftinden haben, gibt in der ihm eigenen klaren, übersichtlichen und systematischen Weise einen Ueberblick über den Inhalt der neuen Relchsvcrfassung. Cr schickt seiner Darstellung die geschichtliche Entwicklung der Reichsverfassung voran, um bas Verständnis für das geltende Recht durch die Einsicht in den Werdegang des Zustandegekommenen zu erschließen und zu fördern. Die Beziehungen der Verfassungsurkunde zu den in ihr angedeuteten Gebieten werden überall kenntlich gemacht, so daß sich Anknüpfungspunkte zu den großen Fragen von Staat und Kirche, Schule und Erzirhungs- wescn, Räteorganisation, Siedlungs- und Sozial-Politik usw. leicht gewinnen lassen. An zahlreichen Stellen sind zweckmäßige Verweisungen auf die zukünftigen Aufgaben enthalten, für die die Re^chs- vcrfassungsurkunde vielfach nur wegweisende Bedeutung hat. Die Schrift wird in den weitesten Kreisen, die sich über die Neugestaltung mit Hilfe eines maßgebenden Sachverständigen die erforderlichen Kenntnisse zu verschaffen und ein sicheres Urteil zu bilden beabsichtigen, willkommen geheißen werden.
Hans Thoma-Nummer der Wochenschrift „Die Lese". Zum
80. Geburtstag des Malers und Dichters bringt oie oekannte Stuttgarter Wochenschrift „Die Lese" im ersten Oktoberheft ihres 10. Jahrgangs vier ausgewählte Kapitel aus den Schriften Hans Thomas, drei Gedichte und vierzehn Abbildungen nach Gemälden und Radierungen des Altmeisters. Fritz Drather erzählt von der Heimat des Künstlers, der Herausgeber Anton Dörfler spricht von „der Kunst im allgemeinen und von Hans Thoma im besonderen". Die Lesechronik berichtet vom Lcbensgang des Gefeierten und ein Aufsatz unterrichtet über alle Bücher von und über Thoma. Der Preis der Rümmer ist 25 Pfg. Sie ist durch jede Buchhandlung oder gegen Einsendung von 30 Pfg. in Marken vom Verlag (Stuttgart, Schloßstraße 84) zu
G
beziehen.
<§>
Verlag v on Moritz Schauenburg in Lahr (Baden).
Allgemeines Deutsches
Kommersbach
Bei Anschaffung für akademische Korporationen zu Dedikationszwecken nehme man zuvor Einsicht in das
neueste Verlagsverzeichnis 3,_
„Studentenwesen“, dergj • ^ Verlagsbuchhandlung von Moritz Schauenburg in Lahr (Baden). Zu erhalten ist dieses in jeder Sortimentsbuchhandlung oder direkt O □ □ Q vom Verlag unentgeltlich und postgeldfrei. O □ □ o
Nächste Nummer erscheint am 26 November. Redaktionsschluß am 15 November.