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schöpflichen Quellen neuen Wachstums und neuer Leistung finden; in seiner Frische und Iugendkraft, in seinen Idealen und — mag man sie lieben oder nicht — in seinen Gesinnungen!
Verbindungen und Vereine.
Franksurier Philolog. Verbindung
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Die Frankfurter Philolog. Verbindung^ Chattia" wurde gegründet am l. tt. 13. Ihre Farben sind Violett-Silber-Rot. Sie ist Mitglied des „Weimarer- Cartell-Derbandes philologischer Verbindungen an Deutschen Kochschulen" (W. C. V.), des „Deutschen Wissenschafter Verbandes" (D. W. V.)> sowie des „Frankfurter Wissenschafter Verbandes" (F. W. V.). Eie bezweckt die Förderung des wissenschaftlichen Interesses ihrer Mitglieder, sowie die Pflege studentischen Lebens. Eie sucht dies zu erreichen durch Vorträge, wissenschaftliche Sitzungen, Kneipe, Paukboden, Exbummel usw. Die Verbindung gibt und nimmt unbedingte Satisfaktion. Kneip lokal: „Zum Taunus", Ecke Adalbert- und Komburgerstraße. Näheres siehe Anschlag am schwarzen Brett.
Chargen: im W.-S. 1919/20: phil. Carl RiedelX, Frankfurt a. M. -Süd, Schadowstratze 2, phil. Kurt Schauer XX» pbit. Ernst Grandpierre XXX.
Offizielle Veransialtungen im W.-S» 1919 2V:
I. Kneipe: Freitags 8i> c. t. (wöchentlich).
II. Konvent: Dienstags 7 30 s. t. (wöchentlich).
III. WiffeufehafN. Vorträge: Dienstags 7»> s. t. (14 tägig).
IV. Wiffenfchafll. Sektionen:
1. Latein. Lektüre für ehem. Oberrealschüler (pbit. Riedel):
2. Französ. Lektüre (pbit F. Alb ach);
3. Altenglische Lektüre (phil. Steuernagel):
4. Gotische Lektüre (phil. Bund lach);
5. Althochdeutsche Lektüre (phil. Schwab):
6. Deutsche Literatur des 19. Jahrhunderts (pbit. Da mbman n). V. Paukboden: Dienstags ».Freitags 7 30 —8 3n (wöchentlich).
VI. Offiziöser Abend : Donnerstags 81 s. t. Palmengarten (wöchentlich).
Sängerschaft Alemannia.
Mit Beginn des Wintersemesters wird an hiesiger Universität die Sängerschaft „Alemannia" eröffnet, eine Gründung der hiesigen A. K. A. K. des Weimarer Verbandes Deutscher Sängerschaften. Ziele: Pflege der Musik, vorzugsweise des vierstimmigen Männergesanges und Erziehung zu echtem deutschem Mannestum. Jeder politischen und religiösen Be- fernstehend. Matu^itätsprinzip. Unbedingte Sali s f äh t i o n, keine Bestimmungsmensur, wohl aber Besprechungsmensur.
^Farben: Burschenband hellblau-weist-karmoisinrot, Fuxenband hellblau- tarmoisinrot, Mühe für Burschen und Füchse gleich: karmoisinrot mit hell- blau-weitz-karmoisinrotem Randstreifen (Nackensorm). Kneipe: Faust- Restaurant (am Schauspielhaus) 1.Stock. Briefabgabe beim Pförtner der Universität.
Miszellen.
Eine Vergünstigung für die Studierenden der Universität. Die ,,U n i v e r s i t ä t s z c i t u n g" kam mit den Konzertagenturen Knoblauch, Firnberg und „Mekao" überein, daß sämtlichen Studierenden, Gasthörern und Besuchern gegen Vorzeigung ihrer Erkennungskarte, Gasthörer- bezw. Besucherschein, an der Abendkasse eine Preisermäßigung um die Hälfte gewährt wird. Zweifellos trägt diese Vergünstigung dazu bei, die künstlerischen Darbietungen, welche in allen Tageszeitungen angezeigt werden, eifrig zu besuchen.
Schwarzburg-Bund. Der hessische Verband der Altherren des E.V. (Schwarzburg-Bundes) hielt am 6. Oktober in Frankfurt a. M. seine Jahresversammlung ab. Der S. B., eine Vereinigung farbentragender Verbindungen, ist zur Zeit an 22 Universitäten und technischen Hochschulen vertreten und zählt mehrere tausend Altherren. Er fordert eine neuzeitliche Gestaltung des studentischen Lebens in der Pflege sittlicher Selbstzucht, ernsten wissenschaftlichen Strebens und veredelter Geselligkeit ohne konfessionelle und parteipolitische Biw- düngen auf der Grundlage allgemeinchristlicher Weltanschauung in ihrer deutschartlichen Bestimmtheit und verwirft deshalb z. B. Mensur, Duell, Bicrkomment u. dergl. als ungeeignete Maßstäbe deutschen Mannes- wcrtes. Aus den Verhandlungen sei hervorgehoben, daß man be
schloß, der Gründung weiterer Verbindungen im Verbandsbezirk näher zu treten. So find zu der schon bestehenden Frankonia in Marburg und dem Falken st ein in Frankfurt Neugründungen an der Universität Gießen und an der technis ch e n 5) o ch s ch u l e Dcrmstadt in Aussicht genommen. Auch die Gründung einer Stu- dcntinnenverbindung auf der Grundlage christlich-sittlicher Weltanschauung in der Auffassung des S. B. wurde, zunächst für Frankfurt, angeregt.
Deutsche Professoren in London. Dieser Tage findet in London eine Konferenz zum Studium deutscher und österreichischer Berhättnissc statt, zu der namhafte Persönlichkeiten der deutschen Wissenschaft geladen sind u. a.: Professor Bonn, Lujo Brentano, Karl Kautsky, Arthur v. Gwinner und der Frankfurier Soziologe Prof. Or. Franz Oppenheimer.
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Krankfurter
Kunstleben.
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Theater.
Das Frankfurter Schauspielhaus ehrte den Meister der Satire, Ludwig Thoma, indem es leine „Aioral" neueiu- studiert wirksam zur Darstellung brachte. Der Inhalt ist bckannr: Scheinbar untadeligem Moralaposteltum, das sich vor der großen Welt im Angesichte menschlicher Sittenlosigkeit dreimal bekreuzigt und die Augen lammfromm zum Himmel wendet (vorausgesetzt, daß ein Dritter dabei ist!), ivenn vielleicht ein untres Erdenivurm seinen Weg kreuzt, wird mit der bei Thoma gewohnten Gründlichkeit die Gloriole gebührend zerstört; denn die „private Moral" der agierenden Leutchen kontrastiert gar zu sehr mit der von den Erziehern am Volke ver- verkündeten „öffentlichen Moral". Niemand wird sagen wollen, daß ein solches „Sujet" überholt fei. Drum gebe man »och recht oft diesen Thoma, dessen Satiren auf das alte Deutschland als Warner uno Mahner gleichfalls nicht verdienen, von einer Bühne vergessen zu werden, die nicht nur unterhalten soll, sondern in erster Linie Kulturaufgaben zu erfüllen hat. — Die Herren Bauer, Impekoven und Engels waren getreue Typen jener Sorte von Moralpächtern, die der Dichter so gerne leiden mag. Dem Iustizrat Hauser (den Herr Pfeil famos verkörperte) hat der Verfasser wohl den eigenen, in solchen moralischen Sachen menschlich-verständig urteilenden Geist cin- gcgeben. Die Damen Swoboda, König und Freytag mimten die Tugend hübsch und elegant neben Frl. K l i n k h a m m e r, die prächtige Moralsätze prächtig zu sagen wußte. Die Polizeifnnktionäre des Herrn Taube und George dürfen sich noch mehr in Rolle
und Situation einfühlen. — — ess—
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„Unb das Licht scheinet in der Finsternis" — eins in Dramenform gegossene Autobiographie Leo T o l ft o i' s , ein ergreifendes und tief ehrliches Bekenntnis zur unverfälschten Lehre Jesu. In diesem Iwanowitsch zeichnet er die eigene, von Liebe zur Mit-
mcnschheit überströmende Seele. Konsequentes Christentum, befreit von familienmäßigen und gesellschaftlichen Traditionen, das aufgcht in h?m- mungslojer Nächstenliebe, alles Lockende dieser Welt von sich wirft
— das fordert der Dichter in edler Wallung, in der Sprache des erleuchteten Apostels. Fordert es nicht nur, sondern lebt dieses Leben der Entsagung und doch höchsten Glücksgefühls mit rührender Folgerichtigkeit — aber, ach, die eigene Familie, die Frau, die Kinder und Anverwandten, ja, die ganze Welt begreift ihn nicht, kann ihn
nicht begreifen . . . Titanenkämpfe zwischen Menschheitspflichtcn und Pflichten einem engen Familieuegvismus gegenüber zerreiben diesegrvße Seele. Er bleibt auf der Strecke, kehrt nicht als Reuiger, aber als Resignierter in die Alltagssorgen seines kleinen Kreises zurück. Und heute würde Leo Tolstoi es doppelt wahr empfinden, daß diese Welt mit dem Evangelium der Liebe nicht zu bessern ist . . . Die Künstlerschar des Neuen Theaters ließ Tolstois dramatisiertes Glaubensbekenntnis fast zum Erlebnis werden. Herr Z i st i g und Frau S a g a n bewiesen in den Hauptrollen großes Können für klassische Kunst. Doch ist Herr Zistig nicht die feurige, überzeugungsstarke Paulusnatur, die auch im Irrtum mitreißt, aufwühlt, besiegt. Eine solche aber nur stempelt diesen Tolstoi zum erschütternden Künder eines weithin schallenden J’accuse. Nicht unerwähnt bleibe die prächtige Leistung des Herrn Bettac, der das Schicksal des von Tolstois Geist erleuchteten Fürstensohnes ehrlich durchlitt. Uno das soll ja der gute Mime. In Parenthese: Das Premierenpublikum war wieder einmal so heiter aufgelegt, daß herzhaft gelacht wurde, wo es nichts zu lachen gab. Aber das ist man ja nachgerade gewöhnt. —egs—
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