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haus, wurde beratender Neurologe, Lazarettdirektor und endlich stellvertretender Koppsarzt. Alle an ihn herantretenden Anforderungen suchte er mit der peinlichsten Genauigkeit, die er gewohnt war, .zu erledigen. Sie rieb er sich auf.
Die Universitätsgründung, die Umwandlung des Siechenhause in eine neurologische Klinik, die Vorlesungen, besonders aber die Jahrhundertfeier der Senckenbergisehen Naturforachenden Gesellschaft am 22. November 1917 brachten ihm noch manche Freude und Ehrung. Der Zusammenbruch Deutschlands stürzte ihn in Verzweiflung. Der erst Sechsundfünfzig jährige war zum Greis geworden, als ihn ein Lungenleiden befiel, dem er am 2A. August d. J. erlag.
Sein Viesen war, wie seine Arbeitsweise, altmodisch gemessen. Er eilte sich nie, sass gern lange bei Tisch und schri'eb bis in die letzten Jahre auf jede Krankengeschichte die^Personalien in schöner Rundschrift. Er war unterhaltend, witzig und ironisch. Dabei pflegte er, der von jedem seiner armseligen Siechen geliebt wurde, eine fast höfische Grandezza und hatte eine oft zopfig anmutende Neigung zu den vielen Titeln, Würden, Ehrun gen, die sich allmählich auf ihn häuften. Er wurde u.a. 1907 Geheimer Medizinalrat. Im Verkehr verlangte er Berücksichtigung der barocken Schnörkel seines Viesens. Eine gewisse Vereinsamung war die Folge. Unter mancher Absonderlichkeit barg sich ein sehr empfindsamer, bis ins innerste reirver Mensch. '
Er hat sich in seinem kurzen Leben zu allem Zeit genommen und ist immer frei vom Hasten nach Erfolg geblieben. Von dem, was er geschaffen hat, ist das meiste von Dauer. Die Arbeit seiner Tage wird den Klang seines Namens auch dann noch durch lange Zeiten tragen, wenn das Bild seines Viesens versunken und vergessen ist.
Dr.med. R.'Koch.