Abschrift.

Sonderdruck aus der Münchener medizinischen Wochenschrift

1919, NS 46, S. 1624 und 1625.

August Knoblauch.

(Gest. 24. August 1919.)

August Knoblauch wurde am 6- Januar 1863 zu Frankfurt a.M. als

Sohn von Alexander Knoblauch, Arzt am Rochusspital, geboren. Er studier­te in Bonn, Strassburg und Heidelberg, hörte Mende und Westphal und promovierte 1886 mit der Dissertation: über Störungen der musikalischen Leistungsfähigkeit infolge von Gehirnläsionen». Es wurde ihm dann, erst

25 Jahre als,-die stellvertretende Leitung der Anstalt für Geisteskranke

und Epileptische zu Frankfurt a.M. übertragen. Er unterzog sich dieser Aufgabe mit reformatischem Eifer, bis der neuernannte Anstaltsleiter, Sioli, sein Amt antrat. Knoblauch wurde dann Assistent bei dem Heidel- berger Psychiater Fürstner. Hier entstanden einige psychiatrische und neurologische Arbeiten. Die wesentlichste Bereicherung brachte ihm aber die Nähe Erbs, dessen Einfluss ausschlaggebend für ihn wurde.

1891 liess er sich als Nervenarzt in seiner Vaterstadt nieder.

Ausgerüstet mit einer gediegenen Kenntnis der Klinik und Anatomie der (^Nervenkrankheiten, gelangte er rasch zu Ansehen. Seine Kraft ging nicht in der Praxis auf. Mindestens ebenso stark, wie sein rein ärztliches Interesse, war seine leidenschaftliche Verehrung für die .naturwissen­schaftlichen Grundlagen der Medizin und für die Naturwissenschaften überhaupt. Er fand in der Senckentergischen Naturforschenden Gesellschaft seine geistige Heimstätte. In ihren Räumen hat sich ein wesentlicher Teil seines Lebens abgespielt.

/ 1898 wurde.Ihm die Leitung des neugegründeten städtischen Sie-

chenhauses übertragen. Diese Anstalt entwickelte er zu einem Krankenhause von eigenem Gepräge. Die Mittel, die zu Verfügung standen, waren gering, jeder modernere Krankenhauskomfort fehlte. An ein altes Sommerschlösschen der Deutschherrenritter, den Sandhof, wurden einfache, nüchterne aber nicht hässliche Flügel angebaut., einige Baracken und ein Stück Wald als