in Gottes Welt- Seine Gründlichkeit and scharfe Beobachtang Hessen ihn bald zu einem wissenschaftlich bedeutenden Manne werden,der grundlegen­de Arbeiten in seinem Fach der Mit-and Nachwelt übergab. Sein Ruf ging weit über unsere Vaterstadt hinaus,und er wurde ein geschätztes Mit­glied zahlreicher wissenschaftlicher Vereine-

Was ihn aber so besonders schätzenswert und verehrungswürdig machte,das war sein Wesen,seine Gesinnung,seine ganze Persönlichkeit und es sind ausser seinen nächsten Angehörigen gewiss viele unter Ihnen denen er das Herz sigevtonnen hat und die in trauernder Liebe seiner ge­denken -

Man hat gesagt: »In jeder Persönlichkeit liegt ein Geheimnis Gottes verborgen.» Es gilt dies Wort gewiss auch hier für den Abgeschie denen.Schon seine äussere Gestalt hatte etwas Patriarchalisches, Ver-

cfltLr-

ehrungs würdiges, sei bst da noch als ''Körper schon den Dienst versagte. An ihm wurde das Wort des grossen Dichters zur Wahrheit:» Es ist der Geist,der sich den Körper baut.» Der Geist hielt den Körper noch auf­recht,und nötigte ihn in seinem Dienst. Dieser Geist,der ihm Kraft gab, war Geist von Gottes Geist und strahlte aus seinem reichen Innenleben. Ein Geheimnis Gottes,das in jenem Wort des grossen Apostels zum Aus­druck kommt »Aus Gnaden bin ich,das ich bin»,lag auch über seinem Le­ben. Die Stille seines Wesens,diese Männlichkeit und doch wieder kind­liche Art seines Gemüts,die Bescheidenheit und doch wieder das Hoheits­volle seiner Ges Innung,die Wahrhaftigkeit und doch wieder Liebenswür­digkeit inj| seinem Wesen: Den Schlüssel für dieses Geheimnis seiner Persönlichkeit finden wir in seinem Christ englauben,in dem hehren und tiefen Gottesgeheimnis,wie es das Evangelium von der Gnade Gottes in Christo bezeugt. Die Liebe Gottes,die sich geoffenbart hat in Christo hatte ihm das Herz gewonnen. Darum wusste er auch nichts davon,dass Glauben and Wissen Gegensätze seien. Niemand hätte ihn an seinem Chris­tenglauben irre machen können,denn er,wie ein kostbares Kleinod,stil1 in seinem Herzen trug,am allerwenigsten die Wissenschaft,die er liebte und pflegte. Denen,die mit ihm verkehrten,erschloss er sich und sie fühlten es ihm ab: hier ist ein Mann,der Gott alles verdankt,ein Mann, der als Gotteskind bewundernd stille stehen konnte vor där Schöpfung und der trotz genauester Forschung auch die Grenzen der Wissenschaft kannte. Sein Glaube war der Glaube Luthers und die heilige Schrift die