Oenokontorpnatte Naturforf»chf'B<!e Goaeilschaft, Frankfurt &j M,
HEDE
bei der Beerdigung des Majors a.D., Professors Dr.h.c.
Lukas Friedrich Julius Dominikus VON HEYDEN gehalten
in der Friedhofskapelle des Frankfurter Hauptfriedhofs
am 16. September 1915
von Pfarrer Hesse in Frankfurt a•M.—Bockenheim.
Von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen.
1.Korinther Kap.15,V.10.
Hohe frauerverSammlung
Schmerzlich bewegt stehen wir an dem Sarge eines Mannes,in dessen Leben und Wirken ein Stück Geschichte unserer Vaterstadt,Ja des gesamten Vaterlandes sich wiederspiegelt. Mit ihm geht wieder ein Altfrankfurter dahin,dazu ein Mann von bedeutenden Geistesgaben und hoher Gesinnung,ein Adeliger nicht nur der Herkunft und dem Namen,sondern dem Herzen nach. Fast seine ganze Lebenszeit hat der liebe Verstorbene in seiner Vaterstadt Frankfurt zugebracht.Hier genoss er seine wissenschaf- liehe und militärische Ausbildung,hier gründete er sein Heim,hier arbeitete und wirkte er in seinem Lebensberufe,hier hielt er Feierabend, als sein Lebenstag zur Neige ging.Als Sohn eines früheren Bürgermeister der Stadt besonders dazu geführt,bezeugte er ein warmes Interesse für ihren Werdegang.Br erlebte dabei ihre schweren Zeiten,aber auch ihre Blüte und herrliche Entwicklung mit.Bis zum Jahre 1866 war er militärisch in ihr tätig,von da an gab er sich wissenschaftlichen Studien hin.Nur noch einmal,im Kriege 1870/71 trat er unter die Fahnen und wurde dabei mit dem Eisernen Kreuze ausgezeichnet. Schon von früher Jugend an hatte er Sinn für Naturwissenschaften und seiner stillen Natur ent
sprechend beschäftigte er sich gerne mit dem Kleinen und Kleinsten