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andere versinken in ihrer Umgebung, „verbauern". Sie alle wissen aber verstehen nicht, daß, wer auch und gerade wer im kleinen seine ganze Persönlichkeit einsetzt, ebenso wie er fremdes Leben weckt und erweitert, sein eigenes Leben steigert. Die Gebildeten sind zum Führen erzogen, ihre Pflicht ist es, durch die Tat zu beweisen, daß der Anspruch kein leeres Vorrecht ist.
So hat Wilhelm Kobelt gelebt, ein großer Naturforscher, ein schöpferischer Sozialpolitiker, ein Führer und ein Lehrer, der mit den Kindern jung, der Heranwachsenden Jugend allezeit ein Förderer und Freund war, und der unter den Weisen ein Weiser war, und der das alles zugleich sein konnte und war, im großen wie im kleinsten, weil er ein großer und ein guter Mensch war.
Philipp Stein.
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Wilhelm Kobelt wurde am 20. Februar 1840 in dem hessischen Städtchen Alsfeld geboren. Abgelegen von der großen Verkehrsstraße hat seine Geburtsstadt die Eigenart und die Würde ihrer Geschichte in den stattlichen und schönen Bauwerken des Rathauses und vieler Bürgerhäuser bewahrt, die rechte Land- und Hauptstadt eines selbstbewußten Bauerntumes, das treu und trotzig an seinem alten Branche und Recht hält. So führte sie den Knaben in den Geist der Geschichte und des Volkstums ein. Die landschaftlich wie landwirtschaftlich gesegneten Fluren weckten in ihm die Liebe und das Verständnis für die Natur. Bei seinem Vater, der des Städtchens zweiter Pfarrer war und eine kleine Privatschule eingerichtet hatte, empfing er seinen Unterricht. Als Primaner zog er nach Gießen, dort verlebte er auch seine Studentenjahre. Der Naturwissenschaft waren seine Studien gewidmet.
Nach dem Examen ließ er sich in Biedenkopf im hessischen Hinterland als Arzt nieder, nahe bei, in Breidenbach, amtierte nunmehr fein Vater als Pfarrer. Auch als Arzt blieb er seinen naturwissenschaftlichen Studien treu, aber nicht in stiller Gelehrtenstube wollte er allein die Stunden der Muße verbringen. Anderen ivolltc er sein Wissen und seine Wissenschaft mitteilen, in ihnen den Sinn und das Verstehen für die Heimat, für geistiges Leben auch im engen örtlichen Rohmen wecken. Öffentlich wollte er wirken. Er gründete einen Volksbildungsverein. Bei den Arbeiten zu dessen Gründung wandte er sich an den als Naturforscher wie als Volksmann gleich berühmten und bedeutenden Roßmäßler, einen der hervorragendsten, vielleicht den hervorragendsten Führer der damaligen Volksbildungsbewegung. Obgleich er Roßmäßler niemals persönlich kennen lernte — Roßmäßler starb bereits 1868 — so entschied doch die Verbindung mit ihm über Kobelts wissenschaftliche Laufbahn. Seitdem waren seine naturwissenschaftlichen Studien und Forschungen der unfchein-