Berlin, Freüag, 8. August 1930
Jahrgang XXXXTV — Nummer 219
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Arfur von Weinberg 70
Jahre alt
'Geheimer Regierungsrat Dr. phit. Artur •(von Weinberg, Dr. med. und Dr. ing. h. c., Bayerischer Major d. Res. a. D. wird am 11. August 70 Jahre alt. Der deutsche Rennsport darf wahrhaft stolz darauf sein, daß eine der führenden Kräfte des wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Lebens in unserem Volk, daß ein Mann von so hoher Autorität, von so weitreichendem Einfluß, von so allgemeiner Geltung auch zu seinen Getreuesten gehört. Wenn ein Artur von Weinberg neben seinen vielfältigen und bedeutungsreichen Interessen, neben der Fülle seiner verantwortungsvollen und vielverzweigten Pflichten sich auch der Vollblutzucht und ihrer Prüfung aktiv widmet, wenn er darin seine Erholung und sein Ausspannen sucht, so ist dies gewiß ein Ruhmestitel für den ganzen Organismus, der sonst so häufig noch mit Vorurteilen beurteilt wird. Der Ernst und der Wert der Arbeit in diesem Organismus kann garnicht eindringlicher gewürdigt werden, als durch den einfachen Hinweis auf einen Namen wie Artur von Weinberg. Wenn unser Rennsport aus einem rechten Herzensbedürfnis heraus den freudigsten Anteil an dem 70. Geburtstag nimmt, so entspricht dies vor allen Dingen auch der unvergleichlichen persönlichen Verehrung, die Artur von Weinberg auf allen Seiten genießt. Durch die menschliche Güte und Milde, die sich in seinem ganzen Wesen offenbart, durch die Klarheit, Sachlichkeit und Sicherheit seines Auftretens, durch die gegen Jedermann unterschiedlos sich bekundende Verbindlichkeit und Bereitwilligkeit seiner Formen, durch das all seinen Handlungen aufgeprägte starke Gerechtigkeitsgefühl ist er eine jener vorbildlichen Gestalten geworden, die in jedwedem Zusammenhang immer nur selten zu finden und gerade aus diesem Grund mit besonderem Dank zu begleiten sind- Und man braucht kaum noch eigens hinzuzufügen, daß in einer Zeit, wo auch der Rennsport so manche Ueberlieferung verwischt und so manche neuartige Begleiterscheinung geschaffen hat, er und sein gleichgesinnter Bruder' Carl der Mitwelt als Muster echtester und vornehmster, die selbstgewählten Aufgaben nur mit den geeigneten Mitteln erfassenden Betätigung dienen müssen. Der Stall Weinberg und das Gestüt’ Waldfried, sie zählen aus dem Geist heraus, der'sie' erfüllt und der sie erhält, zu unserem kostbarsten Besitzstand.
' Die Herren Artur und Carl Weinberg, geadelt wurden sie erst im März 1908, schulten sich schon von ihrer Jugend ab mit .größter Vorliebe bei den vielen reitsportlichen Gelegenheiten, die Frankfurt am Main bot und die im Hippodrom ihren Mittelpunkt hatten, selbst im Sattel. Dadurch lernten sie ein edles Pferd und sein Blut nach Gebühr schätzen, so schritten sie schließlich auch dazu, sich einige Vollblüter zu halten, um zunächst in den kleinen Sport und den Herrensport von Süddeutschland eingreifen zu können. Zu Ende des Jahres 1891 wurden ihre Rennfarben eingetragen, sodaß sie zum ersten Male im Jahres-Rennkalender 1892 angeführt erscheinen, ihr Bestand war in erster Linie aus importierten jüngeren Pferden für die Herrenreiten auf flacher Bahn zusammengesetzt, enthielt aber auch einige ältere Pferde für die Hindernisrennen. Es startete im Jahre 1893 sogar schon zum ersten Male in Hoppegarten ein Wein- bergsches Pferd, nämlich Herzbube im Potrimpos- Handicap, unplaciert unter Harvey. Ein solcher Versuch blieb aber vor der Hand eine Ausnahme. Auch war gleich im allerersten Jahr, also 1881, freilich erst am 31. Oktober, der fünfjährige Seydlitz nach Charlottenburg gekommen, um sich unter dem Namen Leutnant Weinberg mit dem Jockey Gaydos in einem Hürdenrennen zu versuchen, wenn auch ohne Gelingen. Dies war überhaupt der erste Start der Farben, die seitdem so groß geworden sind. Der erste Sieg des jungen Stalles Weinberg erfolgte am 30. April 1892 in Mannheim, wo der dreijährige Czart trotz eines Uebergewichts von sechs Kilo unter Fritz von Graevenitz mit 64 Kilo das Eröff- nungs-Fiachrennnen landete. 1893 kam der erste Sieg in Frankfurt am Main, wo die Herren von Weinberg seitdem annähernd 200 Rennen zu verzeichnen gehabt haben, und zwar im Mai-Hürdenrennen, durch den von Leutnant Freiherr von Erlanger, auch einem Frankfurter, aber sächsischen Offizier, gerittenen Herzbube. Dann war 1894 am' 23. April der Erstlingserfolg in Hoppegarten da, den Waldmeister in einem Staatspreis IV. Klasse unter Frank Sharpe feierte. Das erste reiche Rennen, das an den Stall Weinberg fiel, war 1896 die Große Badener Handicap - Steeple - Chase 719 550 Mark), die der von Leo Printen, gerittenen Stute Mirabelle zu danken war. Im Jahre darauf gelangten die Herren Weinberg zum ersten Mal in den Besitz eines Derby-Siegers, da sie Impuls, der inzwischen „von Stufe zu Stufe“ gesunken war, nach seinem Sieg in einem Frankfurter Verkaufsrennen für 5000 Mark kauften, ohne indessen mit ihm noch viel Glück zu erleben.
In jener ersten Periode des Stalles ritt Herr Artur Weinberg, begünstigt durch ein leichtes Gewicht, selbst häufiger in Rennen, vorwiegend in Flachrennen und in Hürdenrennen. Zum ersten Mal war er am 26. Juni 1892 im Brabant-Rennen zu Kreuznach zu begrüßen, wo er mit dem schon Vorhin erwähnten Czart (63)4 Kilo) auf dem dritten Platz endete. Sein erstes gewonnenes Rennen war ein lokales Flachrennen in Frankfurt am Main am 11. Miai 1893, wo er auf der Hiaflhiblüterin Medeai ‘(7714 Kilo) saß. In jener Saison holte er sich noch ein anderes Rennen in Frankfurt, deren zwei in Stuttgart und deren drei in Kreuznach. Auch 1894 war er siebenmal erfolgreich, viermal in Frankfurt, zweimal in Mannheim und einmal in Stuttgart. 1895 waren zwei Rennen in Frankfurt,, eines in Stuttgart und eines in. Baden-Baden — das Merkur- Hennen auf Pfalzburg — zu buchen. 1896 und 1897 ritt er nur ^vereinzelt, wenn wir nicht irren, infolge
eines schweren Sturz«, den er getan hatte. 1898 dagegen konnte er wieder mit Hahneb'ut sich den Preis von Favorit in Baden-Baden und den Preis von Zieverich in Köln sichern. 1899 und 1900, in welchen Jahren er auch nicht mehr viel in Rennien erschien, war er je einmal in Frankfurt am Main gewinnreich. Im Jahre 1901 verabschiedete er sich durch' Siege mit Florestan im Frankfurter Sandhof-Fladrrennen und im Münchener Minnesänger-Rennen vom Rennreiten.
Inzwischen hatte der Stall schon allmählich eine Wandlung durchgemacht. Er begnügte sich nicht mehr mit fertigem Material, sondern hatte begonnen, Jährlinge zu erwerben, sich also den eigentlichen Flachrennen zugewendet. Die rich
tigen „legitimen“ Sport bestimmten dem Trainer H. Brown sen. in Hoppegarten anvertraut, und der Erfolg stellte sich rasdh ein. Denn bereits 1900 legte die Hans Helling-Tochter Heimliche Liebe a. d. Linda Beschlag auf das Rheinische Zuchtrennen. Und 1902 schloß sich ihr Prinz Hamlet mit der Union an. An der Hand dieser Erfahrungen wurde der Stall Weinberg, auch zu einem Privatstall geworden, nunmehr systematisch und großzügig ausschließlich für die Zwecke der eigentlichen Rennprüfungen ausgebaut. Die Herren von Weinberg waren sich aber von vornherein darüber klar, daß sie auf diesem Gebiet sich unabhängig machen mußten und daß ein Stall wie der ihrige nur von einer eigenen leistungsfähigen Zucht entsprechend zu speisen sei. Sie hatten auf ihrem bei Niederrad, also unmittelbar vor den Toren von Frankfurt am Main, gelegenen Besitz Waldfried schon immer einige Suten decken lassen und auch Vateirpferde auf gestellt, so als erstes den von ihnen noch' für den Rennstall übernommenen ehemaligen. Graditzer Milchmann, dem später der als Rennpferd nach Deutschland eingeführte Engländer Monti folgte. Aus diesen bescheidenen. Anfängen wuchs Schritt auf Schritt ein Gestüt ersten Ranges empor. Das entscheidende Schicksal dieses Gestütes vollzog sich, als Festa ihren Einzug hielt, die auf Herrn Artur von Weinbergs Veranlassung hin vom Zuchtverein, und zwar ausdrücklich mit seiner Ausbietungsgarantie, erstanden worden war.
Es gehört nicht zu den Absichten dieses Geburtstagsgrußes, etwa. die Geschichte der. Entwicklung des Stalles Weinberg und des Gestütes Waldfried schreiben zu wollen. Was diese Entwicklung der wunderbaren Feste zu danken bat, ist allbekannt. Allbekannt ist ■ auch, wie Herr Artur von Weinberg aus seinen Studien über Vererbungsfragen ' und biologischen Fragen heraus Waldfried bewußt und unbeirrbar in erster Linie auf die Inzucht mit dem Festablut eingestellt hat. Auf diesem Feld hat zum erstenmal ein Gelehrter, der zugleich ein Marin der schaffenden Praxis ist, in einer sonst fast nur der reinen Empirik vorbehaltenen Arbeit das Rüstzeug einer wissenschaftlichen Ueberzeugung auf- geboten und angewendet. Ein kurzer Abriß der bisherigen klassischen Erfolge des Stalles Weinberg mag aber den Beweis liefern, welchen Einfluß er im Gesamtbild unseres Rennbetriebes hat ausüben können. Ziffern über die Gewinne des Stalles würden durch die Inflationsjahre zu sehr verschoben werden.
Henckel-Rennen
1905 Inverno
1909 Fervor
1923 Augias
1906 Fels
1911 Moenus
1925 Favor
1907 Fabula
1915 Antinons
1926 Aurelius
1908 Horizont II
1922 Lentulns
Union
1902 Prinz Hamlet 1906 Parmenio
1923 A>M
1905 Festino
1922 Lentulns
Preis der Diana
1909 Ladylike
1910 Letizia
1924 Ostrea
Jubiläums-Preis, Hoppegarten
1905 Slaby
1908 Horizont H
1917 Pergolese
1906' Ignis
1911 Fervor
1919 Lorbeer
1907 Fels
1912 Carino
1923 Augias
Großer Preis von Berlin
1905 Slaby
1908 Horizont H
1921 Ossian
1906 Festino
1910 Fervor
1923 Augias
1907 Fels
1914 Orelio
1924 Augias
St. Leger
1905 Zenith
1909 Fervor
1923 Ganelon
1908 Horizoni H
1921 Ossian
1926 Lampos
Gladiatoren-Rennen
1917 Pergolese
1926 Lampos
Oppenheim-Rennen
1909 Ladylike
1920 Graf Ferry
1925 AuiMns
1911 Esche
1922 Auslese
1926 AM
1912 Metastasio
1924 Olympier
1928 Pellegrino
Ratibor-Rennen
1904 Slaby
1907 Horizont II
1925 Aurelius
1905 Fels
1909 Hort
1929 Ladro
11903 Besir
1922 Augias
Großer Preis von Hamburg
1910 Fervor
1922 Ossian
1924 Augias
Großer Hansa-Preis
1005 Inverno
1907 Fels
1917 Pergolese
1906 Festino
1908 Horizont II
Deutsches Derby
1906 Fels
1916 Amorino
1923 Augias
IM Dösir
1911 Omen
1923 Farnesina
Deutscher Stutenpreis
. jjt 1924 Ostrea
1908 IFaust
Fttrstenberg-Rennen
1923 Ganelon
1905 Fels
1906 Fabula-
Zukunfts-Rennen z
1922 Augias 1925 Faustina
1923 Rosendame 1929 Ladro
1908 Faust
Großer Preis von Baden
1921 Ossian 1923 Ganelon
Preis vowDonaueschingen (später Großer Preis von Köln)
1902 PrEMamlet 1908 Horizont II 1924 Ganelon j
1905 Festino 1917 Pergolese 1927 Aurelius
1921 Ossian
1902 Barcarole 1908 Bravour 1905 Fels
Preis des Winterfavoriten 1908 Fervor 1920
1900 Hort 1921
1912 FabeHa 1924
1913 Orelio
Graf Ferry. Lentulus
Favor
1907 Fabula
Austria-Preis
1908 Faust
Herr Artur von Weinberg widmet außer der eigenen Beteiligung auch gern seine Kraft der Allgemeinheit unseres Rennsports. Als Vorsitzender des Großen Schiedsgerichts und als erster Vorsitzender des Wirtschaftsbundes Deutscher Rennstallbesitzer nimmt er jede Gelegenheit wahr, seine Kunst der Verhandlungsführung und seinen vermittelnden, widerstrebende Interessen klug aus- gleiche »den Rat der Sache zur Verfügung zu stellen. Um aber nunmehr auch das rein Persönliche an dem Jubilar zu würdigen, so mag zuvörderst seines militärischen Verhältnisses gedacht sein. Als Student in München wurde er am 1. Oktober 1882 Einjährig-Freiwilliger bei der damals in der «bayerischen Hauptstadt stehenden Chevaulegers-^'iadron. Nach Wegzug dieser Eskadron von München wurde er im Juli 1886 zum 4. Chevaulegers-Regiment „König“ in Augsburg versetzt, dem er von da ab ununterbrochen angehörte. Im gleichen Regiment diente auch aktiv Graf Rudolf Spreti, der späterhin sein Schwiegersohn Und der Leiter des Rennstalles wurde. Bereits im Jahre 1911 erhielt Herr Artur von Weinberg das Patent als Major der Res. der bayerischen Armee, in den Vorkriegszeiten war ein Stabsoffizier der Reserve eine ganz außerordentliche Seltenheit. Vom Beginn des Weltkrieges ab war Herr Artur von Weinberg als Chef der 1. Eskadron des Reserve- Kavallerie-Regiments Nr. 6 ununterbrochen an der Westfront der ersten bayerischen Reservedivision zugeteilt worden. Im Dezember 1916 wurde er vom Preußischen Kriegsministerium zur Verwendung im Kriegsamt angefordert, um bis zum Schluß des Krieges in Berlin tätig zu sein. In dieser neuen militärischen Stellung hatte er den Aufbau der Industrie im besetzten Gebiet zu organisieren. Unter seiner Leitung wurde aber auch die gesamte Industrie von Deutschland auf die chemischen Ansprüche des Krieges umgestellt, womit die Rohstoffversorgung und die Pflege bestimmter Ernährungsaufgaben für Menschen wie für Tiere verbunden fiear. Mlan sieht, welch gewichtige Verdienste um das Vaterland und das Volk sich Herr Artur von Weinberg hierdurch erworben hat.
Herr Artur von Weinberg Chemie studiert und promoviert hatte, übernahm er in der großen Farbenfirma Leopold Cassella & Co., die seiner mütterlichen Familie gehörte, die Leitung der Fabrikation, während sein Bruder Carl die kaufmännischen Geschäfte führte. Aus den Laboratorien von Cassella drang es sehr bald überzeugend in die Fachkreise hinaus, daß dort einer der hervorragendsten Chemiker Deutschlands am Werke war, ein produktiver, überlegener Geist, der durch seine Forschungen und durch seine Leistungen mit am meisten dazu beitrug, den Weltruf der deutschen Farben-Industrie fest zu begründen. E's kann nicht unseres Amtes sein, auf Einzelheiten in diesem Zusammenhang einzugehen. Erwähnt muß aber werden, daß Herr Artur von Weinberg auch mit dem verstorbenen großen Mediziner Paul Ehrlich eng befreundet war und daß die Weinbergschen Farbstoffe diesem halfen, seine bewunderungswürdigen Erfolge zu erreichen. Nachdem seine Firma den I. G.-Farben angegliedert worden war, hat Herr Artur von Weinberg im Verwaltungsrat dieses Riesenkonzerns die Möglichkeit gefunden, im Gesamtbereich seiner Disciplinen an erster und an maßgebender Stelle, zu deren Nutzen und Frommen zu willen.
HäJJB Artur von Weinbergs wi'ss anschaf tliche Arbeiten erschöpfen sich aber nicht mit der Chemie, sondern umspannen fast jedes andere mehr oder weniger verwandte Gebiet. An der Spitze der altberühmten Senckenbergschen Naturforschenden Gesellschaft ist er in dieser einer der berufensten Redner, dessen Vorträge manche der schwierigsten Probleme erfassen und behandeln, die die Fortschritte und Errungenschaften der Naturwissenschaft mit sich bringen. Um einen Begriff von der Vielseitigkeit des Herrn Geheimrats von Weinberg zu geben, seien die Themata seiner Vorträge chronologisch aufgeführt.
1914: Ueber natürlichen und künstlichen Kautschuk, 1918: Der Nutzen der industriellen Kriegswirtschaft für die Zukunft,
1920: Photosynthese (Willstätters neue Assiraila- "" fejgsthgoi&j, " ' "E*
1921: Gewinnung von Stickstoffverbindungen auch der Luft,
1922: Die .Grenzen der Relativität,
1924: Die Atmosphäre,
1927: Ueber das Problem der Inzucht,
1928: Natürliches und künstliches Petroleum,
1930: Die Cjliemie des Sternhimmels.
! Als Mitglied des Kaiser-Wilhelm'-Instituts, Mj.& begrün der des Vereins zur Förderung der chemischen Forschung, Mitglied des Kuratoriums der Universität Frankfurt am Main und deren Ehrenbürger hat er die Wissenschaft gefördert, wie es wenige andere tun.
Herr Artur von Weinberg nimmt aber, auch sonst den regsten Anteil an allen Bewegungen der Oeffentlichikeit, die es verdienen. Auf wirtschaftspoli. tischem Gebiet hat er als Vorsitzender der Gruppe Hessen-Nassau des Arbeitgeberverbandes der chemischen Industrie sehr, sehr viel für den Arbeitsfrieden und die soziale Wohlfahrt getan, sodaß er nach seinem Rücktritt von dem Vorsitz zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Weiterhin ist er Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Gewerbe- Hygiene, alle an der so lebenswichtigen Frage des gesundheitlichen Arbeitsschutzes beteiligten Instanzen haben seiner durchgreifenden Führung unendlich viel zu danken. Die Gesellschaft hat daher eben, jetzt eine Artur von Weinberg-Medaille gestiftet, die alljährlich für besondere Verdienste um die Gewerbehygiene verliehen werden soll. Herr Artur von Weinberg ist aber nicht nur eine Ge- lehrfennatur, sondern auch eine musische Natur. Selbst ein Meister des Orgelspiels, das er in seinen knapp bemessenen Mußestunden mit Vorliebe pflegt, und ein Sammler von . vielen Graden', zählt er in Frankfurt zu den stärksten, bereitwilligsten Gönnern der schönen Künste. Im Verein mit seiner Gattin Wilhelmina ist er ein stiller, aber unermüdlicher Wohltäter, der freigiebig hilft, wo Not und' Sorge zu lindern sind. Die Stadt Frankfurt am Main erkennt die Persönlichkeit des Herrn Geheimrats von Weinberg freudig an, indem sie ihn an seinem 70. Geburtstage zu ihrem Ehrenbürger ernennt, wie es auch sein Onkel, der Geheimrat Dr, Leo Gans, gewesen war. In der Tat bene merenti, dieser alte Satz gilt für Herrn Artur von Weinberg im aller- weitestgehenden Sinn.
■ Dem Lager des deutschen Rennsports steht keine schmückende Auszeichnung, die es verleihen könnte, offen. Es ist diesem Lager aber eine hohe und besondere Ehre, daß Artur von Weinberg zu ihm und zwar als einer der Protagonisten zählt. Die Wünsche, die am 11. August sich nach Framk. furt richten werden, sind die frohesten und ehrlichsten, sie werden eine Huldigung im vollsten Umfang des Begriffes sein. So frisch in dejn reifen, harmonischen Gleichmaß seiner Natur ist Herr von Weinberg, daß wir hoffen dürfen, ihn noch auf lange Sicht hin in unserer Mitte zu finden.
Anmeldefristen
für die Hoppegarfener Auktion
Das General-Sekretariat des Union-Klubs hat für, den 2. September eine allgemeine Versteigerung von Vollblutpferden und für den 4. September die übliche Jährlingsversteigerung mit vorausgehender Prämiierung ausgeschrieben. Die allgemeine Auktion, die 2 Tage Vor der Jährlingsversteigerung stattfindet, soll den Rennställen Gelegenheit geben, überzähliges und ungeeignetes Rennmaterial abzustoßen, um Platz zu schaffen für den Erwerb' von Jährlingen am 4. SeJpi. tember. , ; > ' j
In den letzten Jahren hat sich immer wieder gezeigt, daß die Trainer in der Ausmusterung ihrer Bestände viel zu zaghaft Vorgehen. Die Rechnung, daß 1 ein mäßig gelaufenes Rennpferd übler Winter seine Form verbessert und im nächsten Jahre die auf gewendeten Kosten einb'ringt, stimmt meistens nicht, im Gegenteil wird das Mißverhältnis zwischen Unterhaltungskosten und Renngewinnen bei schlechten Pferden ijmmer größer. Schließlich werden derartige Pferds dann noch zum Verkauf gestellt, ab'er erst, nachdem sie mit Beinschäden behaftet sind und naturgemäß keinen nennenswerten Preis erzielten. -!
Es wäre dringend zu wünschen, sowohl im Interesse der Verkäufer als auch der Käufer, daß die Renn- ställe sich bteizeiten von Pferden mit schlechter Rennform trennen, solange diese Pferde noch gesund sind. •Für diese Pferde ist ein fKaüfpublikum auch in heutiger Zeit vorhanden. Einen Krüppel 1 will aber niemand geschenkt haben, da er auch für den Reit), und Turniersport ungeeignet ist und dabei genau die gleiche teure Unterhaltung wie ein gesundes Pferd verlangt , ' ; ,
Anmeldeschluß für die allgemeine Versteigerung ist Sonnabend, den 9. August, für die Jährlingsver- steigerung Montag, den 11. August. Weitgehende Wahrnehmung dieser Termine kann' den Rennställeni gerade in heutiger Zeit, wo nur das wirklich Gute Iden Hafer lohnt,, nicht dringend genug empfohlen werden. .vfj'j'-'t
Aifanuau