Melodie, der gezogene ausgedrückte Ton ist dem Elavier unmöglich. Meine theoretischen Ansichten über die Nlusik habe ich in einem Aufsätze „Ueber die Grenzen der Musik" niedergeschrieben.
Malerei und Poesie sind mir nicht weniger lieb als die Musik, doch habe ich für keine von beiden Anlage.
Kunstgenuß und wissenschaftlicher Genuß werden es also sein, die mit das Leben verschönern. Wenn Schopenhauer selbst in den Parergis darauf bebarrte, daß der Gemüthszustand beim künstlerischen oder wissenschaftlichen Empfangen oder Produzieren blose Schmerzlosigkeit sei, so sollte man glauben, daß er nie den Zustand der Ekstase oder Verzückung kennen gelernt habe, in dem man über ein Kunstwerk oder eine neu sich aufthuende Sphäre der Wissenschaft gerathen kann. Wenn er aber die Positivität eines solchen Zustandes des höchsten Genusses eingesehen hätte, so hätte er nickt mebr behaupten können es dabei mit einem willenöfreien, interesselosen Zustand zu tbun zu baben, sondern er hätte eingesehen, daß es der Zustand höchster und vollkommenster Befriedigung sei, — und Befriedigung wessen, wenn nicht eines Willens? Freilich nicht des gemeinen praktischen Interesses oder Willens sondern des Strebens nach Erkenntuis. Wenn ich aber auch den wissenschaftlichen Genuß über jeden anderen stelle, so ist eö doch sicherlich nicht der Gedanke daran, den mir die Lebensbahn vorschreibt. Mein Streben soll dahin gehen, dem Vaterlande, der Menschheit zu dienen, etwas zu leisten für deren zukünftiges Glück, mit einem Worte, ein würdiges Glied der menschlichen Gesellschaft zu werden.
Aber da haben wir's, da bin ich gerade wieder einmal in meinen alten Fehler verfallen. Ich soll einen historischen Aufsatz schreiben und habe eine psychologische Abhandlung zu Stande gebracht. Aber der Fehler ist einmal begangen und so möge man es denn entschuldigen, wenn ich das Versäumte nachhole und erst zum Schlüsse die wesentlichsten Daren meines Lebens mittheile.