es zu chene wird, zu betrachten ist für mich böchst interessant. In solcher Beziehung darf ich die neuen Sprachen zu meinen Lieblings­fächern zählen.

Auf der Universität werde ich meine Sprachstudien durch die Er­lernung des Griechischen sortsetzcn. Es veranlassen mich dazu folgende Grunde: Jeder griechische Dichter oder Schriftsteller, den mir der Zufall in die Hand gespielt bat, hat mir bis jetzt noch gefallen, es ist selbst in den Uebersetzungen etwas, was mich zu ihnen hinzieht; ganz anders wie bei den römischen Schriftstellern, die mich entweder langweilten oder aneckelten wenn ich die griechischen Originale kannte. Aber ich verspreche mir nickt nur viel Genuß davon, die Griechen in der Ursprache zu lesen, sondern ich balte es auch heutzutage, wo der größte Theil unserer Kunst und unserer Philosophie das griechische Altertum zur Grundlage bat, für unerläßig für einen wahrhaft ge­bildeten, den humanistischen Geist der Griechen aus den Werken in der Ursprache in sich aufzunehmen. Vom lateinischen aber bat er nichts. Poesie und Philosophie Roms ist aus Griechenland gestohlen. Dieser letzte Grund allein ist schon hinreichend um jeden, der nicht Zeit bat, zwei alte Sprachen zu treiben, zu veranlassen das Lateinische an den Nagel zu bängen und griechisch zu lernen. Leichter hätte er es freilich, wenn er von vornberein griechisch gelernt hätte, aber man kann nickt alles nack seinem eignen Kopse einrichten.

So werde ick denn zunächst neben dem Studium der Physik, Ehemie, Mathematik mich auf der Universität mit der Erlernung des Griechischen beschäftigen. Dies ist zwar ein sehr umfangreiches Material, dock ich hoffe, daß mir trotz alledem Zeit bleiben wird die einzige Kunst, die ich betreibe, das Violinspiel fortzusetzen. Da ich von Klein ans Freude an der Musik hatte, so sing ick, sobald die Finger eine passende Länge erreicht batten an, Elavier zu lernen. Aber bald war mir dieses seelenlose Instrument zuwider, und ich ver­suchte es mit der Geige, die mir alles bot, was mir jenes versagte. Ich will in der Musik nickt nur Harmonie und Lärm, ich will viel­mehr MAodie und Gefühl und die erste Bedingung der innigen