Dank und Abschied.

Jena, 21. Februar 1909.

Aus Anlass meines 75sten Geburtstages sind mir am 16. Februar d. J. von Nah und Fern überaus zahlreiche Glück­wünsche und Beweise freundlicher Teilnahme zugegangen. Aeltere und jüngere Schüler haben in Briefen und Adressen ihren Dank für meine Lehrtätigkeit ausgedrückt; wahrheit­suchende Gesinnungsgenossen aus allen Bildungskreisen haben mich ihrer treuen und dankbaren Anhänglichkeit versichert. Wertvolle Geschenke, Blumenspenden und feinsinnig ausge­führte Kunstwerke, haben neben wissenschaftlichen Gaben mir viele Freude bereitet. Da ich zu meinem Bedauern ausser Stande bin, allen einzelnen Gebern und Gönnern meinen herzlichen Dank persönlich abzustatten, muss ich sie freundlichst bitten, ihn in diesen Zeilen entgegen zu nehmen.

Besonderen Dank schulde ich jenen hochherzigen Freunden der Naturwissenschaft, welche bei dieser Gelegenheit ansehn­liche Gaben für mein neues, vor zwei Jahren begründetes Phyletisches Museum beigesteuert haben. Es wird mir dadurch möglich, jetzt mit der inneren Einrichtung dieses ersten Museums für Entwickelungslehre zu beginnen, nach­dem dessen stattliches Gebäude vollendet und von mir der Universität Jena, bei Gelegenheit ihrer 350-jährigen Jubelfeier am 30. Juli 1908, als Geschenk übergeben worden ist. ich hoffe, daß meine Kräfte noch ausreichen werden, wenigstens