der Erfolg war, dass die australischen Kolonien Englands Neumayer mit Stolz den Ihrigen nennen, da er ihnen fast acht Jahre lang angehörte und als Direktor des Observatoriums zu Melbourne für Himmels- und Erdkunde Grosses leistete.
Die natürliche Beschaffenheit des Innern Australiens, die vor 50 Jahren noch ganz im Dunklen lag, hat Neumayer als einer der ersten gründlich aufzuhellen begonnen, und wesentlich seinem Spüreifer dankt man es, dass über das Schicksal des im Innern des australischen Kontinents anscheinend spurlos verschwundenen deutschen Forschungsreisenden Ludwig Leichardt wenigstens einige Klärung erbracht werden konnte.
Seit 1864 wieder in Deutschland wohnend, benützte der Unermüdliche die ihm gewährte Müsse zur Verarbeitung der gewonnenen Ergebnisse und begann zugleich auf gelehrten Kongressen für die Gedanken Raum zu schaffen, deren Verwirklichung ihm unter wissenschaftlichen wie nationalen Gesichtspunkten gleich wichtig erschien. Ein voller Erfolg krönte seine rastlosen Bemühungen. Im Jahre 1876 übernahm der Fünfzigjährige die Leitung der deutschen Seewarte, der er — das ist nicht zuviel gesagt — volle Jugendkraft entgegenbrachte. Unausgesetzt die Einrichtungen der Seewarte ausbauend, ist er ihr ein Vierteljahrhundert lang treu geblieben, und unter seiner Führung wuchs die deutsche Seewarte zu einer Musteranstalt, deren vorbildliche Bedeutung die Fachmänner anderer Völker stets unumwunden anerkannt haben.
Indem v. Neumayer, gestützt auf die reichen Beobachtungsschätze seiner Archive, die nautische Meteorologie, diese Schöpfung Maurys, zu einem selbständigen und umfassenden Wissenszweige erhob und zu dessen Förderung alle Seefahrt treibenden Staaten heranzuziehen verstand, hat er der Marine — in erster Linie der gesamten Handelsmarine — unschätzbare Dienste erwiesen.
Grösstenteils v. Neumayers Verdienst ist es, dass — wie seine musterhaften Karten beweisen — die Kenntnis von der Verteilung der magnetischen Erdkraft auf der Oberfläche unseres Planeten als in grossen Zügen feststehend betrachtet werden kann. Und als gerade auf diesem Gebiete das beklagenswerte Dunkel, das bis vor kurzem über die Region des Südpols herrschte, der Forschung unerfreuliche Grenzen zog, da setzte Neumayers allseitig bekannte Werbearbeit für die Ausrüstung jener antarktischen Expedition ein, deren grosse Erfolge heute vor aller Augen offen liegen. Dass im Verlaufe eines Jahrzehntes unsere Einsicht in dieses, lange Zeit von Schleiern verhüllte Kapitel der Erdkunde eine so beträchtliche Vertiefung und Erweiterung erfahren hat, ist zum Teil Neumayer zu danken, und die Geschichte der Erdwissenschaft wird darum den Namen unseres Jubilars mit besonderer Auszeichnung zu nennen haben.
Wenn es nun demnächst gelten soll, einem so verdienstvollen Förderer der Naturwissen- j schäften dankbare Anerkennung zu zollen und ihn in würdiger Weise zu ehren, da er die Schwelle des 80sten Lebensjahres überschreitet, so glauben seine hier unterfertigten Freunde und Verehrer, ] einem solchen Zwecke am besten durch das Zustandebringen einer Geldstiftung entsprechen zu I können, und zwar einer Stiftung, welche den wissenschaftlichen Zielen v. Neumayers dienstbar I gemacht werden soll. Dies ist in der Weise gedacht, dass junge Forscher, welche im Sinne des | grossen Meisters hinausziehen und die Lücken unseres Wissens ausfüllen sollen, mit Geldmitteln! unterstützt werden. Eine solche Absicht kann natürlich nur dann in einer dem Namen Neumayers I würdigen Weise verwirklicht werden, wenn entsprechend reichliche Mittel zu Gebote stehen. Sollten I sich demnach der Durchführung dieses Gedankens Schwierigkeiten entgegenstellen, so ist in Aus-1 sicht genommen, eine Ehrung Neumayers etwa derart anzubahnen, dass das Bildnis des Gefeierten I von einem anerkannten Künstler nach dem Leben gemalt werde. Das so entstandene Bild v. Neu-1 mayers wie er heute lebt und schafft, hätte durch einen in die kunstgerechte Umrahmung einge-| fügten Schild den Anlass seiner Entstehung selbst zu verkünden und wäre dem Historische«! Museum der Pfalz in Speier, wo ihm im neu erstehenden Prachtbau ein Ehrenplatz angewiesen! werden würde, für alle Zeiten einzuverleiben. I
Es ergeht daher an alle Freunde Neumayers und seiner grossen Ziele durch die Unter! zeichneten die dringende Bitte: I
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