* Gebeimer Sanitätsrat Dr. Arnold SB a n e n st eck, er in Wiesbaden beging gestern das f ü n f -. zigjährige Jubiläum seiner Doktor promo- t i o n. Wie wir derWiesb. Ztg." entnehmen, entstammt Arnold Pagenstecher einer alten, seit 1360 blühenden Patrizier- und Gelehrtenfamilie, die der Wissenschaft eine ganze Reche bedeutender Männer schenkte, zunächst Staatsmänner und Juristen, die im 17. und 18. Jahr­hundert norddeutschen Fürstenhöfen ihre Dienste widmeten oder^^ Universitäten wie Groningen, Duisburg, Mar- lehrten. So mag nur jener Herborner Professor Ernst Alexander Cornelius Pagenstccher ge­nannt werden, der mit 18 Jahren schon gleich Melanch- thon die Lehrkanzel bestieg und von dem ein Zeitgenosse rühmt, wenn das ganze Corpus juris verloren ginge, o würde Pagenftecher es aus dem Gedächtnis wieder her- 'tellen. Die jüngere Generation der Familie wandte ach meist dem Aerztestande zu; so ist in Wiesbaden vor allem unvergessen Hofrat Dr. Alexander Pagenstecher, der Begründer der jetzt unter seinem gleichbedeutenden Bruder so blühenden Augenheilanstalt. Am 25. Dezem­ber 1837 wurde Arnold Pagenstecher zu Dillenburg als Sohn des Oberappellationsgerichtsrates Pagenstecher ge­boren. Seine wissenschaftliche Vorbildung erhielt er aus dem Gymnasium zu Wiesbaden, um dann auf der Uni­versität Würzburg Medizin zu studieren. Hier promo- bierte der 20jährige am 24. Juli 1858 mit der Inaugural­dissertationcko amyloidea degeneratione". In Würz­burg wie dann in Berlin waren besonders Birchow, Kölliker, Traube, Graefe, Langenbeck, Gegenbauer, Leidig [eint^forer auf den verschiedenen Gebieten der theoretischen und ^^ktischen. Heilkunde und der Naturwisseilschaften. Zu Utrech t war er physiologischer Assistent des berühmten

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Donders, um dann von 1861. 5x3 1863 seinem Setter | Alexander zu Wiesbaden in der Leitung von dessen Augen­klinik beizustehen. Als praktischer Arzt hat er sich be­sonders dem Gebiete der Ohrenheilkunde zugewandt, dos er zugleich in zahlreichen Publikationen bearbeitete. Wei­teste Verbreitung hat ferner von seinen niedizinischen Schriften das bei I. I. Weber in Leipzig schon in 4. Auf­lage erschienene WerkGicht und Rheuma" gefunden. Der Würdigung seiner Vaterstadt galten die Schriften Wiesbaden als Winterkurort und Winteraufcnthalt", so­wieWiesbaden in medizinischer und topographischer Be­ziehung" nebst verschiedenen Einzelaufsätzen. Von Ju­gend auf beseelte ihn das lebhafteste Interesse für die beschreibende Naturwissenschaft. Eine Schmettertiugs- sanimlung, die der Knabe in der damals für solche Jagd noch so reich ergiebigen Umgebung Wiesbadens sich erwor­ben, wurde allmählich zu einer der bedeutendsten Deutsch­lands. Und damit ging Hand in Hand die wissenschast- liche Tätigkeit auf dem Gebiete der Entomologie. Ar­nold Pagenstccher gilt als bedeutendster Kenner der außer­europäischen, speziell ostafrikanischen, ostasiatisrhen und meläncsischen Schmetterlingssauna. Zahlreiche Reisende sandten ihm'ihre Sammlungen zur Ordnung und wissen­schaftlichen Bearbeitung zu; in entomologischen Zeitschrif­ten erschien eine Reihe von Aufsätzen über Schmetterlings- kunde, so zum Beispiel über die Lapidoptereufauua des Bismarckarchipels. Seit 1884 ist Arnold Pagenftecher korrespondierendes Mitglied der Naturforschenden Gesell­schaft zu Offenbach, feit 1894 desgleichen des Sencken- bergischen Vereins in Frankfurt, seit 1902 Ehreninitglied der deutschen entomologischen Gesellschaft Iris zu Dres­den. Vor allem aber galt seine reiche Tätigkeit dem Nassauischen Verein für Naturkunde, dem er schon 1855 als Mitglied beitrat. 1883 wurde er Sekretär des Ver­eins, zugleich Inspektor ^"s Wiesbadener Naturchistori- schcn MusH.un^, . das unter seiner Leitung einen so bc. deutenden Aufschwung nahm. Er gab die Jahrbücher des Bcreims ebenfalls seit 1883 heraus und tibernah,n später seit RstEgius Fresenius Tode, als Direktor die Gesamt teitun/st.ft