GUSTAV ROSE.

Nekrolog.

Einen grossen Gelehrten und einen edlen Mann hat Deutschland verloren. G. Rose, Professor der Mineralogie, von allen neidlos als der Erste seiner Wissen­schaft anerkannt, verschied zu Berlin am 15. Juli, im 76. Lebensjahre. Er war der jüngere Bruder Heim-ich Roses, des Chemikers, der jüngste der vier Söhne Valentin Roses, Assessors am Ober-Collegium Medicum zu Berlin, Enkel von Val. Rose dem Aelteren, dem Entdecker desRoseschen Metalls. Den Vater verlor Er früh. Eine vortreffliche Mutter leitete die Erziehung der vier Söhne, deren Jugend in eine harte und schwere Zeit fiel. Alle vier Brüder dienten dem Vaterlande in den Be­freiungskriegen. Gustav (geb. 18. März 1798), erst siebzehnjährig, als die Schlacht von Waterloo geschlagen wurde, kam nicht mehr zum Kampf, machte aber mit der Waffe den weiten Marsch von Berlin bis Orleans. Zuerst dem Bergfache sich wid­mend, erkrankte Er an einer Lungenentzündung. Die wissenschaftliche Thätigkeit, welcher Er sich während seiner Genesung hingab, sowie der Verkehr mit seinem Bruder Heinrich, veranlasste ihn, die praktische Laufbahn zu verlassen und sich ganz der Wissenschaft zu widmen. Er ging nach Stockholm, wo auch Heinrich, unter Berzelius, unvergänglichen Ruhmes, arbeitete. Im J. 1823 habilitirte Er sich in Berlin, 1826 wurde Er ausserordentlicher, 1839 ordentlicher Professor der Mine­ralogie und nach Ch. Sam. Weiss Tode Direktor des kgl. mineralog. Museums. Es war G. Rose vergönnt, zum Zwecke wissenschaftlicher Beobachtungen grosse Länder­gebiete zu durchreisen: Skandinavien, England und Schottland, Italien und Sizilien, Frankreich, Oesterreich. Jm J. 1829 machte Er mit von Humboldt und Ehrenberg die berühmte Reise nach dem Ural, dem Altai und dem Kaspischen Meere, welche ihn bis an die chinesische Grenze führte, eine Reise, welche die mineralogische Kenntniss des weiten russischen Reichs begründete. Seine Untersuchungen auf vaterländischem Boden waren namentlich dem schlesischen Gebirge gewidmet.