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die Schweiz glücklich und gesund in die Heimath zurück, wo er, wie man sich denken kann, mit der groß« een Freude empfangen wurde. Wir vermögen «S nicht die Erzählungen von seinen Reisen, die Schilderungen deö Eindruckes der I-errlichen Denkmäler der Thebais und anderer bcrühmtenOcte wiederzugrben, wie wir sie aus seinem Munde hörten, aber erwähnen muffen wir seiner eignen Worte, daß ihm im Angesichte dieser co- loffalen ewig merkwürdigen Schöpfungen drs mensch» sichen Kunsivermögens klar geworden sry, daß die Na­tur schöner sey als die Kunst.

So erfuhr er, was «r werden sollte; mit dem still arbeitenden Drang nach allen den vielsei­tigen Kenntnissen und Studien, welche einer für die Erweiterung der Naturwissenschaft zu unternehmenden Reise vorangehen müssen, hatte er die Rückreise nach Europa angetreten, mit dem festen Entschluß, besser vorbereiiet das Wiegenland der Eultur wieder zu be­suchen. Diesem Vorsatz zufolge entsagte er dem Han» delsstand schon vor seiner Ankunft in Frankfurt.

Ec kam im Frühjahr 1818 grade zu einer Zeit in seine Vaterstadt zurück, als sich ein klein,» Häuf­lein von Naturforschern zur Errichtung einer Gesell­schaft und eines nakurhistorischen Museums verbunden hatte. Hier traf er unter den verdienten Gründern der neuen Anstalt auch den im Reiche der Naturwissen­schaft, für die emporblähende Frankfurter Gesellschaft so äußerst thätigen Dicector, Hrn. I)r. C r e tz sch m a r. .Sein erstes Zusammentreffen mit ihm währte zwölf Stunden und in ^'«fer Frist wurde beschlosse n, was er setzt auf ruhmvollem Wege ailszufuhren be­griffen ist. Der Entschluß für das Vaterland und seine öffentlichen Anstalten zu arbeiten, diesen alle auf Reisen erworbene Schätze zu widmen, war der in der Brust des edlen Mannes zuerst aufkeimende Ge­danke, und er hat diesen Vorsatz bis auf den heuti, gen Tag mit solcher Treue ausgesührr, daß sein sort- währendes völlig uneigennütziges Schenken ihm gleich­sam zrir Gewissenssache geworden ist. Bei dieser seiner ersten Rückkehr nach Frankfurt war sein ed­ler Sinn sogleich auf die Bereicherung der wissen­schaftlichen Anstalten seiner Vaterstadt bedacht. Cr stiftete höchst uneigennützig, und nur zum Besten der naturhjstorischen Gesellschaft mit oneroser Be­dingung, auf di« Städtische Bibliothek, seine be­deutendsten in Egypten gesammelten Alterthümer be­stehend aus seltnen PapyruSrollen, einem bemalten Mumicn-Sarg von Sykomorus-Helz, einem Granit­block mit dem Bildniß einer ägyptischen Gottheit (un­gewiß), eine große Granittafel mit griechischer In­schrift, «ine Menge kleiner Alterthümer, Scarabäe», Ringe rc.

In kurzem trat er seine Rückreise nach Italien an, mit dem Entschluß, sich auf Italienischen Acadr-

mieen zum Natur- und Alterthumsforscher gründlich zu bilden. Rüppell und sein neugewonnener Freund ))>'. Cretzschmar trennten sich beide begeistert von dem großen Gegenstände ihrer gemeinsamen Bestrebungen^ und während erstecer die Universität Pavic» bezog, unterhielt««, beide einen ununtcrbrochenen Briefwech­sel, welcher die Reise-Adsicb ten, Plaue und dir beider­seitigen Studien über Nordafrika enthält. Rüppell hörte nun in wenigen Jahren Anatomie, vorzüg­lich die vergleichend«, Physiologie, Physik, Chemie, Zoologie, und fing an sich, mit Astronomie zu beschäf­tigen. Sein Studiren war ein Schaffen; denn wäh­rend er dem unterrichtenden Lehrer gegenüberstand, lieferte er Neue» in der Wissenschaft. Auf solche Weise erwarb er sich bald die allgemeine Achtung vo« Italiens gelehrten Forschern und lebte in vertrautem Umgang mit einem Rusconi, Breislac, Banli, Nesti, Bonelli, della Mannora und so vielen Andern. Bon Zach unterrichtete ihn zu Genua in der Beobachtung der Gestirne und rühmt sich, einen sehr tüchligen Astro­nomen aus ihm gebildet zu haben; aber, wir könne« fragen, in welchem Fache der Naturkunde hat unser geistreicher Lqndsmann in kurzer Zeit nicht unglaub­liche Fortschritte gemacht? lim zugleich sam­melnd sich zu unterrichten, unternahm er Reisen nach der Insel Elba, Sicilien, den Liparen, und hat als Resultate derselben da» naturhistorische Museum seiner Vaterstadt mit ganzen Reihen von geologischen und oryklognostcschen Sammlungen bereichert, welch« nebst den beigesellten Abhandlungen über die wichtig­sten Gegenstände Zeugen sind, daß dieser Forscher in jedem Fache immer ein Ganzes auszuführen strebt. Unter diesen vorbereitenden Arbeiten verstrichen vier Jahre, während der Hr. I)r. Med Cretzschmar bemüht war, einen Begleiter nach Afrika für seinen Freund auszubilden. Seme Wahl fiel auf den Hrn. Michael Hey aus Rüdesheim, einen seiner stcißig- sten Schüler und Arbeiter im Senkenbergischen ana­tomischen Theater. Dieser war mit dem Aufblühen der naturhjstorischen Anstalt gleichsam aufgewachsen und hat» bei seinen Arbeiten in der vergleichenden Anatomie eine so festgewurzelte Vorliebe für die sämmt- lichen Unternehmungen der Gesellschaft bewiesen, daß er sich unbedingt Rüppells Planen als Gehülfe an­schloß. Dieser fand ihn mit allen wünschenswertheu Eigenschaften versehen, und di« ins Unglaubliche ge­henden Arbeiten dieses jungen Mannes in Afrika, von denen wir später berichten werden, haben das Zutrauen zu demselben vollkommen gerechtfertigt.

(Die Fortsitzung folgt jeden Sonnabend.)

Frankfurt a. M. Herau^grgedr« von Job- Kriedr. Dtnuer.