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Iris.
Uirterhalturrzsblait für Freunde des Schönen u. Nützlichen.
st
N" 235.
Sonnabend, 23 . November
1825.
Nachrichten von der Senkenberzischrn iratirr» forschenden Gesellschaft.
Einleitung.
Acht Jahre sind t« gerade, daß in der Senken, belgischen nanirsorschenden Gesellschaft «in Verein von Privatmännern gesiifker wurde, der in so kurzem Zeitraum Frankfurt zu einer großen Zierde gereicht und die Augen von ganz Europa auf sich gezogen hat. Mit fast unglaublicher Schnelligkeit hat das na« turhistorische Cabinet dieser Gesellschaft einen Nrichthum von Natucgcgcnständen aus allen Weltiheilen vereinigt; in Europa, Aüa, Afrika und Amerika leben Mitglieder, welche für das Institut mit Eifer sam» meln, aus den entlegensttn Gegenden des Erdbodens, von der Nordspitze Grönlands bis zum Westen des großen Weltineeres in Japan, treffen unmittelbare, reich, liche Sendungen ein. Was in so kurzer Zeit «in« solche, ans Wunderbare gränzend« Aufnahme und Bereiche« rung erfahren, konnte nur durch enthufiastisches Fest, halten in der Liebe zum Gegenstand«, durch Widmung der Kräfte Vieler und durch glückliche, außeror« dentliche Vereinigungen mit ausgezeichneten Reisenden in fremden Wrlttheilen, zu Stande kommen. — Als am 22. November 1817 ein Haustein von zwölf Männern im Lokale der Senkenbergischen medicinischen Stiftung zusammentrat, um Rath zu halten, wie man in der wiederzewonnenen Zeit der Ruhe und im Shooße des Friedens die erschöpften wissenschaftlichen Anstalten dieses Institutes dem großen Zweck des Stifters gemäß wieder neu ins Leben ru- fen und der zur Selbstständigkeit zurückgekehrten Vaterstadt erhalten möge; da ahnte noch keiner dieser Männer die große Bestimmung, zu welcher ihr kleiner, nur durch kräftiges, edles Wollen so eben gegründeter Verein heranwachsen sollte, und wie die geistige Kraft der Wenigen gefördert werde» würde durch Gemcinssnn und durch schnelle glänzend« Verbindungen; der Ausführung der schönen Zweck« standen damals noch namenlose Schwierigkeiten im Wege. Ader das Vertrauen auf den Gemeinsinn derBürgerFrank- furts, der sich so oft berhätigte in Zeiten leiblicher und geistiger Noth, fand eine fest«Wurzel. Wie bald mehrte sich das Häustein der Naturforscher, wie regten sich die Hände, wie sammelten sich die Schätze der Natur,
wie bald erhob sich auS dem festen Boden des alten Fcstungswalles ein prachtvolles Gebäude, ihrer Aufnah. me geweiht: da begann in dem aufgeregten Geiste der wenigen Naturforscher ein Hoffnungsstrahl zu schim- m-rn, daß daS kleine Weck einmal zum großen gedei« he» werde. Aber Niemand ahnet« noch, daß dieses so schnell geschehen solle. — Wie dieser Verein nun sein schnelles Wachstum erhalten har, ist uns im Schooß« der Vaterstadt wohl bekannt, aber den Auswärtigen erst zu erklären. Cr verdankt es dem großen Eifer und Vertrauen unserer Mitbürger, dem angestrengten Fleiße seiner wirklichen arbeitenden Mitglieder, einen großen Theil der prachtvollen naturhistorischen Schatz, kammer mancher edelinüthigen Schenkung, vor Allem aber den bedeutenden Anstrengungen und Aufopferun- gen einzelner Freunde; ja, die Gesellschaft zahlt Mitglieder, die den Wirkungskreis ihres ganzen Lebens dieser Anstalt unentgeltlich gewidmet haben. Diesem seltenen Zusammentreffen von allgemeiner Begünsti« „ gung und Unterstützung, und dem noch seltneren Cr» rigniß, daß die Errichtung dieser Anstalt grade in ei» ne» Zeitpunkt fallt, in welchem unaufgefordert und auf eigne Kräfte gestützt, zum ersten Male in der GH schichte unserer Vaterstadt, hochherzige junge Männer^ als reisende Naturforscher im Westen und Osten d«E Erdballes austreten, können wir es zuschreiben ufW verdanken, daß wir jetzt umfassende Nachrichten von der Senkenbergischen naturforschenden Gesellschaft der ganzen gebildeten Welt zu überreichen und damit zur Geschichte der Naturwissenschaft einen wichtigen Beitrag zu geben in Stand gesetzt worden sind.
Wir übergehen gegenwärtig noch di« ganze Auf» zählung der Verbindungen mit entlegenen Weltthei« len und der daraus hervorgegangenen ausgebreit«. ten Tauschverhälimsse in Europa, wozu jene die Ge» sellschaft in den Stand gesetzt haben, und wenden uns zuvörderst allein zu der Betrachtung «ines kühnen Mannes in fernem Welttheil, eines Frankfurters, der seit vier Jahren zum zweiten Male unter dem heißglühenden Himmel Nordafrika- wandelt, forscht und sammelt; eines der Ersten unter den Stützen des Verein-, durch dessen rastlose und u»» eigennützigst. Thätigkeit diese naturforschende Gesell- schuft fast allein zu dem schnellen und bedeutenden Flor gediehen ist — Eduard Rüppell.