Direktions-rSitzung am 22. Januar 1908 abends 5 Uhr.

Vorsitzender: Prof. Dr. A. Knoblauch.

Anwesend die Herren: A. Andreae, Jassoy, Marx, de Neufville Reichenbach, Rödiger, Sack, Schauf, Winter und Römer.

1. Der Vorsitzende teilt mit, dass der Herr Oberbürgermeister Adickes aus den Erträgnissen der Tornowstiftung u. a. auch einen Lehr­stuhl für Zoologie an der Akademie für Sozial- und Händeslwissenschäf­ten errichten will. Er fragt deshalb beim Vorsitzenden an, ob die Gesellschaft ev. einverstanden sei, dass Prof. Römer diese Dozenten stelle gegen ein Honorar von M. 3000.- übernehme. Der Vorsitzende, erklärte Herrn Adickes, die Gesellschaft werde diesem Vorschlag wohl nicht zustimmen.

Infolgedessen macht der Rektor der Akademie Prof. Ereund der Gesellschaft folgende Vorschläge:

a) Die Gesellschaft gibt ihren Dozenten die Erlaubnis/, in das Dozentenkollegium der Akademie einzutreten.

b) Die - Vorlesungen dieser Dozenten werden im Vorlesungsver­zeichnis der Akademie angekündigt.'

c) Die Dozenten erhalten die Einzelhonorara(M. 10*- halb­jährig für einen #2 ständigen, M. 5.- für einen 1 ständigen Kursus)

d) Die Gesellschaft entsendet ein Mitglied der Verwaltung in den gKgSXXSXSSgXIggglKXSggX grossen Rat der Akademie.

Gegen diese Vorschläge erheben sich schwere Bedenken. Vor allem könnte die Akademie den Dozenten vorschreiben wolen, was und wie sie lesen sollen. Ferner könnte die Akademie bei Neubesetzung der Stellen mitsprechen wollen. Es könnte mithin die Gesellschaft in eine Abhängigkeit von der Akademie geraten.

Der Vorsitzende wird deshalb beauftragt, die Akademie zunächst um eine schriftliche Auskunft zu bitten,welche Folgen der Eintritt der Dozenten in das Dozentenkollgium der Akademie für die Dozenten selbst und für die Gesellschaft hat.

Ferner auf folgender Grundlage zu verhandeln: