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* Im Sencke«berg»schen Naturhiftorilche« Museum werden ln der Jnsektcnaussieliung im Vogelsaal auS der Gruppe der Hautflügler (Hxmenoptera) jetzt gezeigt div Grab- wefpen, zu denen Riefenformcn mit kräftigem, gestieltem Hinterleib sLptiex) und kleinere Tiere gehören. Weiter sieht man unter den Holzwespen als Hauptvertreter die Riesenholzwespe, Lirex gn?as, deren Weibchen mit langer Legerühre ausgezeichnet sind, mit der sie tief in das Kichten- l Holz bohren, um ihre Eier hineinzulegen. Die Larven brauchen mehrere Jahre zu ihrer Entwickelung und werden mit frischem Bauholz in die Häuser verschleppt, wo sie dann im nächsten Sommer plötzlich als gefürchtete summende Holz­wespen zum Vorschein kommen. Ihre kräftigen Kiefer er­möglichen ihnen das Durchbohren dicker Holzteile; selbst Bleiplatten können ihnen nicht widerstehen. Ändere Ver­treter dieser Familie sind die Blattwespen. Es folgen die Bienen, unter denen uns die Holzbienen als die stattlichsten Glieder der ganzen Gruppe begegnen. Die violettflügelige Hvlzbiene mit tiefschwarzem Körper und hummelartigem Aussehen kommt am Rhein bis Bon» und auch hier vor. Männchen und Weibchen fliegen an warmen Frühlingstagen oft schon im Februar. Ihre Nester baut sie in morschem Holz, in dem sie 1012 übereinanderliegende, durch quere Scheidewände getrennte Zellen anlegt. Weiter sind noch zwei Kasten mit Ameisen ausgestellt, unter denen uns die Gattung Atta durch ihre Ricsenformen auffällt. Die beiden letzten Kasten zeige» die Faurilie der Schlupfwespen sJchneumoniüens mit langem feinen Legebohrer. Sie legen mit Hilfe dieses Jnstrumeutes ihre Eier in die Larven und Eier anderer Insekten, in denen dann die auskriechenüen Larven schmarotzen und den Tod des Wirtstieres herbei­führen.

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* Schmetterlinge im Senckenberqiauum. Im Scncken- verglichen Natirrhistorischen Mnseum worden in der In» sekten-Aus'stelliung jetzt die Schmetterlinge gezeigt. Die Besucher des Museums werden es wohl schon öfter vormißt haben, » in der Cchausammlung des sonst so - reichen Museums die in- wunderbarer Farbenpracht schillernden Falte» der Trvpenländer fehlen. Sie sind wohl in reichlicher Menge vorhanden, aber sie werden sür ge­wöhnlich als große wifsenschaMich-systematische Sammlung des Museums <i» festverschlossenen Schränken aufbewahrt, da die herrlichen Prachtfarben der zarten Schmetterlings- fliigei sehr lichtempfinidlich sind «mb am Tageslicht schnell ver­blassen. Es ist daher sehr önnkenSwert, daß die Mufeums- leitimg diese großen Schätze dev allgemeinen Besichtigung von Zeit zu Zeit zugänglich macht. Wir sehen die farben­prächtigen Wertreter der Gattung Ornitstopteru, die sich ebenso durch schöne Farben als durch Größe auszeichnen und von Linnä wegen ihres stattlichen Aussehens sehr treff­lich als Ritter bezeichnet «vnriden. Ueber 20 Arten dieser aus den Molukken insein, PHUippinon und i» Nen-Guinea anzurr essenden Gattung sind mit zahlreichen, gut erhaltenen Stücken ausgestellt. Männchen und Weibchen zeigen- erheb­liche Unterschiede i'n- der Farbe und Größe. Früher galten' diese Exoten als große Seltenheiten, und für ein Pärchen wurden oft mehrere Hundert Mark bezahlt. Als Kostbar­keiten «der Semcken-berMchen Sammlung seien besonders Ornitsioptern Lcstönberxi mit spitz ausgezogeneu Hinter­flügeln und Druria antimachus mit etwa 20 Zentimeter Flügelspannweite erwähnt. Es folgt b'am die Gattung Papilio mit einer reichen Auswahl von Arten. Zn dieser Gattung gehört der allgemein bekannte Schwalbenschwanz, der sich nicht nur über ganz Europa ansbreitet, sondern auch im Himalayagebirge und in Japan fliegt. Eine Be­sichtigung dieser Herrlichen Tiere, die bis zum 80. April ausgestellt Meiben, ist sehr zu empfehlen.

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I m Sencke n'b ergischon Naturhi st arischen Museum wird die Sonderausstellung der Schmetter­linge stark besucht, namentlich von einzelnen Schülern der - oberen Klassen sowie von ganzen Schulen. Es ist daher vom 30. April ab noch eine Serie von- 24 Kasten ans der Gattung Papilio, den Edelfaltern oder Schwanzfaltern, ausgestellt, welche eine gute Uebersicht über die autzerordcni- lichc Mannigfaltigkeit und Schönheit dieser Gruppe der Ritter geben.

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* Bremen, 24. April. Kurz haben wir die Trauerkunde vom Tode Prof. Buchenaus schon t mitgeteilt. In weiten Kreisen wird sie mit aufrichtigem Schmerze vernommen sein. Denn groß ist die Zahl der . Schüler, die der rastlose Mann in seiner langen . pädagogischen Wirksamkeit herangebildet hat, so daß sie i mit tüchtiger Befähigung den Kampf des Lebens auf- . nehmen konnten. Auch der Kreis tätiger und warmer ; Freunde der Naturwissenschaft in unserer Stadt und ihrer weiteren Umgebung, die dem hiesigen natur­wissenschaftlichen Verein angehörten oder doch in geistigem Konnex mit ihm standen, wird des unvergeßlichen und in seinem unermüdlichen Streben unersetzlichen Mannes in dankbarer Verehrung gedenken. Auf dem hohen Pod ium der exakten, schöpferischen Forschung stänb Büchenau inmitten der höchsten botanischen Fach­gelehrten. Seine Arbeiten für die Spezialgebiete, me fr sich erkoren wir nennen nur die Bearbeitung der Familie der Juncaceen wurden zu den maßgebendsten gerechnet. Vor einigen Jahren setzte eine schwere , Krankheit ihm hart zu, doch raffte er sich zu lebhafter 'Freude seines Freundeskreises vortrefflich wieder auf. In völliger geistiger Frische verkehrte er noch bis vor wenigen Tagen mit nahestehenden Männern. Und wenn man ihn lebendig und flink nach dem städtischen Museum eilen sah, um das er so große Verdienste hatte, so ahnte man nicht, daß er eine stets drohend lauernde Krankheit mit sich herumirug. Buchenaus Wirksamkeit ist sür unsere Stadt so bedeutsam gewesen, daß wir uns Vor­behalten, sie in einem eigenen Artikel eingehender zu würdigen. Heute müssen wir uns auf wenige Daten beschränken.

Franz Buchenau wurde am 12. Januar 1831 zu Kaffel geboren. Er studierte Naturwissenschaften für den Gymnasiallehrerberuf und fand in solchem zuerst Anstellung in seiner Vaterstadt. Schon mit fünsund- zwanzig Jahren kam er nach Bremen als Hilfslehrer an die neue Bürgerschule, die am 1. Oktober 1855 eröffnet wurde. Gleich von ihrem Beginn an gehörte Dr. Buchenau dem Lehrerkollegium an. Am 3. Februar 1857 wurde er zum ordentlichen Lehrer ernannt. Als im Herbst 1868 der erste Vorsteher der Bürgerschule, Professor Graese, starb, war es selbstverständlich, daß zum Nachfolger nur Buchenau ernannt werden konnte. Am 2. Dezember 1868 trat er dieses Amt au. Bis zum 31. März 1903, also fast 35 Jahre, hat er es, reich gesegnet mit Erfolgen, verwaltet. Die schon er­wähnte Erkrankung zwang ihn, seinen Abschied zu nehmen. Drei Jahre hat er dann noch im Kreise der Seinen gelebt; in diese, letztere Zeit fällt auch der Tod seiner Lebensgefährtin.'

' Buchenaus schriftstellerische Arbeiten begannen schon 1857 mit einem Atlas für den ersten geographischen Unterricht, der noch 1895 wieder aufgelegt ist. Es folgte 1862Die freie Hansestadt Bremen und ihr Gebiet." (3. Auflage 1900.) Die Flora von Bremen und Oldenburg (1877). Flora der ostfriesischen Inseln (1881. 1901). LIollo§raxkia Juncacearum (1890).

Flora der nordwestdeutschen Tiefebene (1894). Die Zahl seiner Arbeiten in wissenschaftlichen Zeitschristen ist sehr groß. Auch die Weser-Zeitung versankt ihm viele Feuilletons und für viele Jahrzehnte die Berichte über die Sitzungen des Naturwissenschaftlichen Vereins.

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Im Senckenbergischen Naturhistorischen Museum, Bleichstvatze 58, wird im Vogelsaale vom 13.

bis zum 19. Mai eine weitere Serie der Schmetterlinge aus­gestellt, unter welchen namentlich die Heliconiden und die durch ihre täuschende Nachahmung (Mimicry) wel­ker Blättere bekannten Kallima-Arten ganz beson­ders interessant such.