r ,. S ' !,(!c 1 l 6cr r 9I ' rf|e N-'turforschcnd- Gcsellschaft hat

foeden ben Berult über ihre Tätigkeit vom Jrmi 1904 bis i yunt lOOo crichemen lassen. 5T:§ wichtigstes Ereignis des vorigen Jahres wird die Grundsteinlegung zu dem Mu- j ,eums-Neubau an der Viktoria-Allee am 15. Mai v. Js. erwähnt. Da der Bauplan in der Hauptsache inncgchalten werden konnte, ist der Bau nunmehr im Mauerwerk vollen­det. das Tack ist gerichtet und zum größeren Teile schon gedeckt. Es hat bereits der Verputz und die innere Aus­stattung der Räume begonnen; ein Saal der Schausamm­lung im südlichen Flügel des ersten Obergeschosses ist ganz fernggcstellt und schon mit Fenstern und Türen versehen. In diesem Saale ist mit dem Aufschlagen der eisernen Probeschränke begonnen worden. So besteht begründete Aussichl, daß im Laufe des nächstjährigen Sommers mit dem Umzug in das neue Heim begonnen werden kann. Die Gesellschaft hat durch den Tod verloren ihre arbeitenden Mitglieder C. o. Erlanger, D. F. Heynemann, Dr. A. v. Meinach, der zugleich der Gesellschaft als ewiges Mitglied angehört, und Geh. Med.-Rat Professor Dr. C. Weigert, weiterhin die beitragenden Mitglieder Prof. Dr. phil. A. Andrcae, Dr. med. C. Cassian, Dr. med. B. Cnyrim, W. Coustol, Dr. med. PH. Fritsch, V. Hammeran, Fräulein Th. Hetzer, Kommerzienrat K. Hoff, N. Kreuzberg, Geh. Regie- rnngsrat Prof. Dr. phil. A. Laubenheimer, Dr. jur. S. Maas, I. St Maser, P. H. v. Mumm. G. F. Peipers, C. Sabarly, Dr. med. F. Schwcnck, A. Siebert, C. Straus und Th. Trier sowie ihr ewiges Mitglied Frau C. Rücker. Die Gesamtzahl der im Berichtsjahre ausgeschiedenen bei­tragenden Mitglieder beträgt 83, die der neu eingetretencu 173, wonach sich die Zahl der beitragenden Mitglieder jetzt auf 747 beläuft. Zu arbeitenden Mitgliedern wurden er­nannt Dr. med. Eugen A l b r e ch t, Dr. phil. Ernst Teich­mann und Fritz Winter. Zu korrespondierenden Mit­gliedern wurden ernannt: Fürst Albert von Monaco, Prof. Dr. August Brauer in Marburg, Prof. Dr. Rudolf Hauthal in La Plata, Karl Hagenbeck in Stellingen bei Hamburg, Generaloberarzt a. D. Dr. O. v. Linstow in Göttingcn, Prof. Dr. I. 91. Langlcy in Cambridge, Prof. Dr. Jacques Löb in San Francisco und Prof. Dr. Gottlieb Haber'.andt in Graz. Die Zahl der korrespondierenden Mitglieder bc- läuft sich nunmehr auf 176. Aus dcr Direktion hatten Ende 1804 satzungsgeinäß auSzuschciden der erste Direktor Dr. med. August Knoblauch und der erste Sekretär Dr. phil., Johann G u l d c. An ihre Stelle traten für die nächsten zwei Jahre Dr. phil. August I a s s o y und Bankier Walter Melber. Die Genera Versammlung am 22. Februar 1908 genehmigte den Voranschlag für 1905, der in Einnah­men und Ausgaben mit 61978.52 Mark balanziert. Im Winter 1904/03 wurden 18 wissenschaftliche Sitzungen ab­gehalten. Tie Sitzungen erfreuten sich eines so regen Be­suches, daß der Hörsaal öfters nicht im stände war, allen Mitgliedern Raum zu geben. Durch Beschluß dcr Precs- Iommisfiou wurde dcr diesmalige Sömmerringvreis dem ordentlichen Professor der Botanik und Direktor des botanischen Gartens Dr. G. Haberlandt in Graz für seine Untersuchungen überDie Sinnesorgane im Pflanzenreich zur Perzeption mechanischer Reize" zuerkannt. Die Vor- lesungen der Dozenten erfreuten sich ebenfalls einer über- s aus regen Teilnahme. Sehr lebhaft war dcr Besuch des, naturhistorisckicn Museums. Es ist im abgelausenen Jahvch von 20 927 Personen besichtigt worden. Ein besonderes Interesse hat dieAusstellung der berühmten Pflanzen-Agua- relle der Frankfurter Flora der verstorbenen B.umenmalcrin Elisabeth Schultz, mit der eine Ausstellung der Zwipfschen Schimctterlingsaquarelle verbunden war, gefunden. Diese Sonderausstellung ist allein von 7906 Personen besucht ge­wesen. Zu dcr Vervollständigung dcr anatomischen Prä­parate für die Unterrichissammlung war auch in diesem Jahre der Gesellschaft von dem Vorstand dcr Georg und Franziska Speyerschcn Siudienstistung ein Betrag von 3000 Mark überwiesen worden. Ende März schied Dr. W i l - h c l m i aus seiner Stelle als zoologischer Museumsaisistcnt aus, um sich m Neapel weiter fortzubilden. An seine Stelle wurde Dr. Eugen Wolf aus Tübingen gewählt. Zu dem 1. April 1905 wurde eine neue Assistcntenstelle an dcr geo- lögisch-paläontologischen und minera ogischen Abteilung des Museums geschaffen und mit Herrn Dr. Fr. Drevcr- m a n n aus Marburg, seither Privatdozent und AsNstent am geologisch-paläontologischen Institut der Uwversttat be­setzt. Auch im vergangenen Jahre sind der Gelell,chaft von, Freunden und Gönnern zahlreiche und wertvolle Ge,chenkc für das Museum zu teil geworden. Drc gröhte Bereiche­rung besteht in den durch Erbschaft an dn Gefellichaft ge­langten paläontologischen Sammlungen und der Bibliothek Dr A v Reinacks. Die mineralogische Sammlung ijt durch die ungefähr 1000 Stücke Zählende, wertvolle Mne- raliensammlung des am 10. März 1904 verstorbenen MA- gljedes Dr. Ludwig Belli, die von besten Hinterbliebenen dem Museum als GcsclMk überwiesen wurde beder-w"d vergrößert worden. Bott grdgeren Ankäufen lind namentlich

diejenigen für die gcologisch-paläontologische Sektion hcr- dorzuhcben. Unter den zahlreichen Geldzuwendungen ver­dient vor allem das Vermächtnis Dr. Albert v. Reinachs Erwähnung. Er hat bekanntlich der Gesellschaft außer seiner paläontologischen Sammlung und seiner reichen natur­wissenschaftlichen Bibliothek letztwillig ein Kapital von 130 000 Mark mit dcr Bestimmung hinterlassen, daß dessen Zinsen für Museiimszwecke zu verwenden sind, und hat weiterhin 80 000 Mar! für die innere Einrichtung des Neu­baues gespendet.

Städtische

Professor Dr. August Heerwagen f. j ausgezeichneter Gelehrter und Schul-s mann, !. Professor Dr. phil. August Heer- Wagen am k. Realgymnasium hier ist gestern Vorm. 11 Uhr im Alter von 56 Jahren gestor­ben. Heerwagen war geboren am 1. Juni 184K in Bayreuth als Sohn des nachmaligen k. Gym-> nasial-Rektors und OberstrMenrats Dr. Gg. Heer- wagen hier. Nach zweijährigem Besuche der Volks­schule besuchte H. von 1857 bis 1867 das Gym­nasium in Nürnberg, setzte seine Studien dann an der Universität Erlangen fort, legte das damals für Kandidaten der Medizin vorgeschriebene Era- mcn ab und besuchte dann 3 Jahre lang die Tech­nische Hochschule in München. Nachdem Heer- wagen sich der Lehramtsprüfung für Chemie und Naturbeschreibung unterzogen hatte, ging derselbe auch noch an die Universität und Bergakademie m Berlin, woselbst er fast 2 Jahre verblieb. Am l.j Oktober 1872 wurde H. zum Lehrarntsberweser! an der Realschule in Wunsiedel ernannt und ans

16. Oktober 1878 als Reallehrer an die k. Krers- realschule Nürnberg versetzt. Im Jahre 1888' er­warb er sich an der Universität Erlangen den Doktortitel und am 1. August 1894 erfolgte ferne Ernennung zum Professor für Chemie und Naturbeschreibung am k. Real­gymnasium Nürnberg, in welcher Eigen­schaft er bis zu seinem zu frühe erfolgten Tode mit Hingebung wirkte und feinen Schülern von seinem reichen Wissen abgab. Hervorragendes leistete der nun Verstorbene auch als Vorstand der Natur- historischen Gesellfchft Nürnberg, welche unter seiner Leitimg das 100jährige Be-' stehen feierte, bei welcher Gelegenheit Heerwagen von der Senckenbergersch en Gesell­schaft in Frankfurt a. M. zum Ehrenmitglied er­nannt wurde. Heerwagen war auch literarisch, mit Erfolg tätig. Aus ferner Ehe mit einer gcft.. v. Oelhafen, sind 2 Söhne und 3 Töchter vorhan­den. Der eine der Söhne, Dr. phil. Heinricb Heec- wagen, ist Assistent am Germanischen Museum, Dr andere Sohn ist NotariatÄkonzipient. Die vielen^ Freunde des Verstorbenen worden mit Schmerz von dem Tode des gelehrten und bescheidenen Atannes Kenntnis nehmen. _s_.... '