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Zum 1. April 1905 suchen wir für die geologiscli-paläonto- logische Abteilung - unseres Museums einen promovierten, bereits mit Museumsarbeiten vertrauten

Assistenten,

der auch gelegentlich die mineralo­gische Abteilung mit übernehmen muß. Remuneration M. 1800. Anmeldungen sind bis 1. Januar 1905 zu richten an die Direktion der Senckenbergischen Naturforschen­den Gesellschaft zu Frankfurt a. Main.

* Vom Senckenbergiarrmn. In, der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft hält am Samstag, abends 6 Uhr, Herr Engen A l ü r e ch t, der neue Direktor des Dr. Senckenbergischen pathalogisch-anatomischen Instituts, seinen ersten Bortrag über das Thema: i e I e und

Wege der Entwickeln ngsmechani f .ri

Am gestrigen Sonntag fand im großen Hörsaal des I Bibliothekgebävdcs zu Ehren des am 25. April 1903 ver- ! storbenen langjährigen ersten Direktors der Senckenber- gischen Gesellschaft I. Blum eine Erinnerungs­feier statt, zu der sich die Mitglieder der Gesellschaft und die Freunde des Entschlafenen in stattlicher Zahl einge­sunden hatten. Inmitten von Blattgrün uitd Blumen hatte die Büste Blums Ausstellung gefunden, die, van der Künstlerhand des hiesigen Bildhauers Franz Krü­ger gebildet, van Schülern und Freunden des Verstor­benen der Senckenbergischen Gesellschaft zum Geschenk überwiesen wurde. Die lebensgroße Büste ans karrarischemist Marmor zeigt den Entschlafenelk in der würdevollen Hal­tung, die er bei seinen Ansprachen an die Gesellschaft ein­zunehmen Pflegte. In seiner Gedächtnisrede feierte Pra- ' fessor Dr. Möbius nicht nur die wissenschaftliche Be­deutung I. Blums sondern.auch seine engen Beziehungen zur Senckenbergischen Gesellschaft. Im Jahre 1870 zu ihrem arbeitenden Mitgliede ernannt, begleitete Blum vier Jahre lang das Amt des ersten Sekretärs wnb 1890 und 1891 das Amt des zweiten Dirktors. Im letzten Jahr­zehnt leitete Blum als erster Direktor in drei zweijährigen Amtsperioden die immer mehr wachsenden, verantwor­tungsvollen Geschäfte der Gesellschaft in mustergültiger Weise. Von 1889 bis zu seinem Tode war er Vorsteher der botanischen Sektion, die er rastlos zu fördern bestrebt gewesen ist. Im Namen der Senckenbergischen Gesell- schaft nahm der erste Direktor Dr. A u g u st Knoblauch die Marmorbüste entgegen mit dem Gelöbnis, daß die ; Gesellschaft das Andenken I. Blums für alle Zeiten in : Ehren halten werde.

:: Albert v. Reinach f. Nach langem schweren Leiden verstarb heute früh in seiner Villa an der Taunus-Anlage Herr Dr. phil. Albert Adolf v. Reinach. Schon vor zwei Monaten hatte die Herzkrankheit des Verblichenen einen so ' gefährlichen Charakter angenommen, daß nach menschlichem Ermessen eine Wiedergcncsung ausgeschlossen war. Mit Albert v. Reinach ist eine marlante Persönlichkeit der Frank, snrter Gesellschaft, ein verdienstvoller Bürger unserer Stadt, ein anerkanrrt hervorragender Gelehrter und ctn in unserer Zeit feiten in Erscheinung tretender intcrenanter Charakter'dahingegangen. Herr von Reinach wurde am 7. November 1812 in Frankfurt geboren; er hat ein Aller von 62 Jahren erreicht. Er widmete sich, der Tradition. seiner Familie folgend, dem Bankfach und wurde nach dcnst Tode seic.es Vaters Inhaber der bekannten Bankfirma A v. Reinach u. Cie., die später in der Allgemeinen Elsässischen Bankgcsellschaft anfging. Der nun Verblichene zog sich ins Privatleben zuruck, uni sich ganz seinen wissenschaftlichen Studien und Arbeiten zu widmen, zu denen ihn schon in der Jugend innere Neigung hinzog. ES. war besonders die Geologie, die ihn fesselte und die er sich zum Spezialsiudium auserkoren hatte; gründliche Fachkenntnisse erwarb er sich an der Bergakademie zu Freibcrg in Sachsen. Seine Haupt.

tätigkeit widmete v. Reinach seiner engeren Hciniat. dein Taunusland und Maintal. Was er ans diesem Gebiete wissenschaftlich geleistet. Ivtrd für alle Zeiten unverlorcn sein;.er hat alte Jrrtümer berichtigt, durch exakte Forschung Neues ans Licht gebracht und auch manches Resultat seiner Arbeiten für die Bewohner des TaunnS praktisch nutzbar geiuacht. Von den in deil Mitteilungen der Scnckenbcr- gischcn Gesellschaft, den Annalen des Vereins für Natur- kundc im Herzogtum Nassau, der Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschaft und anderen Fachblättcrn ver öffcntlichten Arbeiten v. Reinachs seien nur einige her vorgehobcn: ein grundlegendes, alle F-nndc.berücksichtigen­des Werk über die fossilen Schildkröten,Parallelisierung des südlichen Taunus mit den Ardennen und der Bretagne"

-Das Rorliegeilde in der Wetterall und sein Anschluß au das Saar-Nahe-Gebict".Das Rotticgende im Süden und Westen des französischen Zcntralplatcaus",Die Diluvial - ablagerungcn im unteren Maintal", und eine ganze Anzahl »ivnographischer Abhaildlnngen über Cinzelgebicte der Taiinusgcologie. Sein letztes Werk im vorigen Herbst erschienen war eine ans der Untersuchung der im Tau­nus vorhandenen Wasscrstollcn basicrendc ausgezeichnete Darstellung der Wajservcrhältnisse ini Taunns, eine Arbeit, die auch von hohem praktischem Werte für die Trinkwasser­versorgung des Gebietes ist. Der Senckenbergischen Gesell­schaft trat b. Reinach im Jahre 1870 bei, zuni arbeitenden Mitglied wurde er 1888 gewählt. Die Gesellschaft vcrdanl ihm viel. Er hat sich nicht nur als Gelehrter, als eine Zierde der Vereinigung gezeigt, sondern ihr. auch mit seiucu reichcil Mitteln als Stifter weiteren Glanz zu verleihen gesucht. Cr war der erste Zeichner bei der Gründung des! Baufonds für den Muscumsneubau, im Fahre 1880 sttst! tcte er eine große Summe, dievon Reinach-Snstung für Museums-Arbeiten", aus deren Zinsen die Kosten für Bc-! arbcitungeir des Muscuinsmaterials und wissenschaftliche Sammelreisen bestritten 'werden sollen, und im Jahre 1800 denvon Reinach-PrciS für Geologie, Paläontologie und. Mineralogie", der alle zwei Jahre für die hervorragendste Arbeit auf cinenl der drei Gebiete unsere engere Heimat betreffend verliehen wird. Die wlssenschastliche Bedeutung- v. Reinachs wurde durch die im vorigen Jahre erfolgte Ver­leihung des Ehrcndottortitcls seitens der Universität Mar­burg anerkannt. In den Kriegen 1566 und 1870/71 übte der Verstorbene freiwillige Krankcnpftege; feine Verdienste wurden 1871 durch die Verleihung des Eisernen Kreuzes geehrt. Herr v. Reinach war seit 1575 mit Antonie, ged. Bolongaro-Crcvcnna. vermählt; mit ilirem Gemahl hat Frau v. Reinach dielen.gemeinnützigen Unternehmen Unter­stützung zu teil werden lassen, besonders auch auf dem Ge­biet des SaiiitätswcscnS und der Verwundctenpflcge ihr Interesse oft praktisch bewährt. Der Verstorvene war' ein ossener, liebeilswürdiger Charakter, dessen persönliche Be­dürfnislosigkeit bei seinen wissenschaftlichen Cxkursionen im Tauilus häufig recht drastisch zum Ausdruck kam. Wohltun übte er in der Stille; nicht nur tu Frankfurt vertieren viele in ihm einen Helfer; auch iin Taunus, loo er die bekannte, von ihm erbanie Billa am Staufen als Sommerfrische be­nutzte, verliert in ihm mancher seinen Wohltäter. Um das Kricgerheim in Cppsrein hat sich v. Reinach besondere Ver- vienjte erworben und viele andere Anstalten betrauern in > ihm einen treuen, stets hilfsbereiten Gönner.

Dr. Mm von Reinacä) f.

Im Alter von 62 Jahren ist heute der bekannte Geologe Dr. Albert von Reinach verschieden._ Dr. von Reinnach war seit 1870 Mitglied senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft u. einer der verdientesten geologischen Mitarbeiter derselben. Der Verstorbene, dessen wissenschaftliche Tätigkeit ihn in fachgelehrten Kreisen weit und breit bekannt gemacht hat, hat eine Reihe bedeutsamer Werke geologisch-wissenschaftlichen Inhalts veröffentlicht. Darunter sind außer zahlrer- chen.Publikationen in der Zeitschrift der Deutschen Geo- logischen-Gesellschaft u. a. zu nennen: Das Rotlte- gende in der Wetterau im Anschluß an das Saar-Nahe- gebiet; Parallelisierung des südlichen Taunus mit den Ardennen in der Bretagne; das Rotliegende im Süden und Westen des französischen Centralplateaus; Ablage­rung über die Diluvialablagernngen im unteren Maintal etc. In Anerkennung seiner wissenschaftlichen Tätigkeit ernannte vor Kurzem die Universität Mar­burg den Heimgegangenen zum Dr. Phil, hon. causa. Als Wohltäter und Förderer von Kunst und Wissen­schaft war Reinach ebenso bekannt als Gelehrter. Man­cher Künstler, mancher Gelehrter verdankt sein Fort­kommen der Unterstützung und Förderung des Heim­gegangenen. Das Kriegerheim in Eppstein, das vor einigen Jahreir eröffnet wurde, verdankt sein Ent­stehen hauptsächlich den Bemühungen Reinachs. Der von Reinachsche Salon war seit Jahren der Sammel­punkt der wissenschaftlichen und künstlerischen Welt Frankfurts.