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Ib ImVerein fiir Geographie und Sta - 5t t ft i f", der gestern seine Wutervorträge wieder eröffnete, lsprach Herr I. C. Schillings aus Düren, der bekannte jKenner der afrikanischen Tierwelt, zum ztoeiten male bei -uns über seine Beobachtungen des Tierlebens in !A eq ua t or ial-O sta fr i ka. Er brachte wieder seine porzügbchen photographischen Tier-Aufnahmen in allen Situationen der Wildnis, bei Tage wie bei Nacht erfaßt, zur Anschauung. Das Gelingen seiner Arbeiten beruht nach seiner Erlänterimg auf der technisch vollkomniensten Zernwirkung vorziiglicher Objektive und auf dem Mangel jeglicher Retvuche. - Kein Künstler kann die Naturwahrheit solcher Bilder erreichen; bei Nacht wird das Tier an der Tränke mittels Blitzlichtes photographiert. Auch die Kämpfe der großen Tiere sind niemals zuvor gut beobach­tet worden. Im tropischen Afrika werden freilich auch die gewaltigen Dickhäuter iniMer seltener, die Elefantenherden werden vernichtet und Antwerpen allein hat in den letzten jzehn Jahren 18 500 Elefantenzähne auf den Markt ge­bracht; das sind drei Millionen Kilogramm Elfenbein. .Das Durchschnittsgewicht des Zahnes hat acht Kilogramm. So kann man leicht ausrechnen, wie gewaltige Mengen von Elefanten hingeschlachtet worden sind. Das Jahr 1900 ist ein trauriger Wendepunkt in dieserKulturarbeit"; fortan geht die Vernichtung mit Riesenschritten auf dem msrikanischcn Boden vorwärts. Achnlich werden die Pelz­tiere gemordet, - See-Otter-Felle sind fast nicht mehr für Museen zu beschaffen, die Bisons sind in den Vereinigten Staaten verschwunden: die Flüsse verlieren selbst bei uns ghren Jischreichtum, die unseligen Kanalisationen richten ähr ganzes Leben zugrimde. Es ist also jetzt die lchte Stunde, jene Tiere und jene Ueberlieferung der Naturdenk­mäler zu reiten, wenn auch nur im Bilde und bald nur im Skelett. Allerdings hat der Reiseirde, der Jäger in Afrika viel Mühsal zu erdulden: das. Klima, bisweilen Malaria und anderes. Zur Jagdeppedition brauchte Schillings jeine Karawane von 100 Köpfen, unzählige Kisten und Kasten wie auch kostspielige Apparate. In der Massai- Steppe bedarf es häufig der beschwerlichsten Märsche im Wasser. Er drang zum Kilima-Ndjaro vor und bis zum ,schireebedeckten Kiwu. Dort brachte er zahlreiche vortreff­liche Vogel-Ausnahmen zustande. Schön zeigt er den Kro­nenkranich, den Pelikan, den Schlangenhalsvogel. Ucberall trifft man in der Steppe südlich vom Aeguator Misere eu­ropäischen Zugvögel in Schwärmen während unseres Win­ters: dm Storch bis zu 10 000 Stück, die Segler, den Neuntöter, den Kuckuck. Auch der Ibis, der Kuhreiher, der Goldkuckuck, der Flamingo tverden in: Bilde gezeigt. Von den zierlichen Gazcllm bis zu den schweren Elen- Antilopen, die auf 5500 Meter Höhe am Kilima-Ndjaro vussteigen, zur Grant-Antilope und zum Büffel ist alles .Getier in zahllosen Herden oft dicht bei einander. Das Zebra, die Giraffe, das Gnu, Nashorn und Flußpferd und Löwe wurden verfolgt und oft bei Nacht vhotographiert, ^mehrmals mit schwerer Lebensgefahr. Anch Prachierent- plare von Elefanten kommen vor das Ob'ektiv. Das llkbino<>oro8 bicornis ist vom Jäger beobachtet toorden. flüchtende Giraffen bieten böchst komische Situationen. In Südafrika ist das weiße Nasborn fast vertikal durch die unsinnigen Verfolgungm der Händler. Dem Reisenden ge­lang es, ein junges Nashorn lebend sfür Berlin) zu sannen. »Löwen gibt es auch im Urwald: übrigens ist die Löwin aggressiver im Verfolgen des Wildes als der Löwe. »Hyänen, Schakale, Leoparden lassen sich sehr leicht photo- Maphieren.

--Frankfurt, 28. Oktbr.

----- Dte medizinische Akademie. Die Versammlung des Demokratischen Vereins, in der die Vorlage wegen Ausgestaltung der Krankenanstalten und wegen Schaffung einer Akademie für praktische Medizin zu eingehender Besprechung ge- , langte, bat die etwas verwickelte Lage erheblich geklärt. Man j B"n feststellen, daß in der Versammlung ein E i n v e r st ä n d n i s j 5^ wesentliche Punkte ^rden'ist. Dieses Einverständnis outfie auch in allen Kreisen herrsche», die Nicht unbedingt sür oder wider sind. Die Linie, auf der die sonst widerstrebenden Mei­nungen sich zilsainMenfiNdett, bewegt sich in der Richtung der Be­strebungen, die auf Hebung des wissenschaftlichen ^ d c n. s hinzielen- Man steht dem Ausbau schon bestehender und der Errichtung neuer wissenschaftlicher Institute durchaus freund­lich gegenüber; das ist gestern Von euier Anzahl von Aerzten ausgesprochen worden. Man wünscht aber nicht» kurz und gesagt, die staatliche Bevormundung mit Ober- "mstcht und verzichtet darum getne auf das in Aus- Ncht gcstrllie Danaergeschenk einer Akademie mit sogenannter Dignität. Ent Einverständnis herrscht noch nach zwei anderen

Richtungen; einmal Nült man eine ganz genaue fi n a n z i e 11 c Begründung der Vorlage unbedingt, mr erforderlich Und dann zu dem Maierrellen tritt ein priNzivielles Moment ver­langt man eine klare Feststellung dt? Verhältnisses zwischen Staat Und Stobt, das in unzweideutiger Weise die kommunalen,Rechte der Selb.stverwaltuttg ztim Ausdruck bringt. Wir be­merken. daß unsere Haltung in dieser Frage sich seit langem mit diesen Anschauungen deckt; insbesondere erwähnen wir, daß wir schon z>> Beginn der aköbemischen Bewegung» ehe man an so weittragende PlüNe wie die heutigen dachte, darauf hingewiesen haben, daß zwei wissenschaftliche Korporationen unterstützt imd gehoben werden sollten, die zwar nicht akademische Rechte haben» die aber doch des ökademischcil Charakter» nicht entbehren. Wir meintHe die Scnckenbergiiche naiurfvrscheNde Gesellschast und' den Physikalischen DeÄin, deken wissenschasiliche Dignität nicht vom Staat stammt, sondern in emsigem Strebe» mit Hilfe freundlicher Gönner frei erworben und dauernd gesestigt.wurde. Auch wir hoffe» und er­warten, wie der Referent im Deniokraiische» Verein, eine Ver­ständigung und zwar eine solche, die dem wissenschaftlichen Leben der Stadt Frankfurt zugute kommt» ohne Sprung ins Dunkle Und ohne Preisgebung hoch zu bewertender städtischer Rechte.

Geehrte Redaktion!

Die Eingabe des Herrn Stadtverordneten Welü an den gemischten Ausschuß in Sachen Erweiterung unseres st ä d t i s ch c n Krankenhauses, res p. A k a d c m i e p r o j e k t, gibt mir Veranlassung, Nach­stehendes zu schreiben: Was mir als Architekt bei Be­trachtung des Gesamtlageplans des bestehenden städtischen Krankenhauses, dessen projektierte» Erweiterungen und der projektierten Akademie-Neubauten auffällt, ist der große Durcheinander in der Stellung aller Gebäude. Es ist doch gewiß nicht wünschenswert, daß ein Lageplan so aussieht, als sei er mit Hilfe des Würfelbechers entstanden. Es ist nirgends ein klares, zielbewußtes Hauptmotiv erkennbar, cs fehlt der künstlerische Zusammenhalt vollständig. Es muß ja ohne weiteres zugegeben werden, daß es sehr schwer ist, an die ganz und gar unorganisch zusammengewürfelte be­stehende Kvankenhausanlage eine neue Sache so anzu­gliedern, daß es harmonisch aussieht. Diese große Schwierig­keit mutz aber überwunden werden, wenn es nicht gelingen sollte, diese ganze Bauange enheit in völlig andere Wege zu leiten. Um klar zu mauzen, was ich hierunter verstehe, erinnere ich daran, daß die itdeubauten für das natur­historische Museum, den Physikalischen Verein und die Scnckenbergische Bibliothek nicht auf dem alten Platz am Eschenheimer Tor erbaut werden, wie ursprünglich beab­sichtigt war, sondern an der Viktoria-Allee. Warum tut man dies? Einfach darum, weil man noch bei Zeiten cinsah, daß der alte Platz am Eschenheimer Tor viel zu klein und, mit seiner schlechten Grundform, ganz und gar ungeeignet erschien, die neuen Bauten auszunehmen. Die Verlegung genannter Bauten an die Viktoria-Allee ist eine wahre Großtat gewesen, die unserer Stadt zur höchsten Ehre gereicht. Nun stehen mir mit Erbauung der Akademie vor einer Sache, die nicht minder bedeutungsvoll für die Zu­kunft unserer Stadt ist. und da sollen nun plötzlich die großen Gesichtspunkte nichts mehr gelten, die bei der Verlegung des Senckenbergianums an die Viktoria-Allee so Gutes und Schönes brachten? Es heißt heute:Wir haben den Platz neben dem Krankenhause: er ist bezahlt, folglich wird er benutzt." Die Frage, ob er auch geeignet ist. wird gar nicht berührt. Ich glaube sagen zu können: jeder Frankfurter ist davon durchdrungen, daß das Krankenhaus und der Kohlenhafen nicht an den Platz gehören, wo sie sich leider heute befinden. Das Krankenhaus ist nicht nur von Eisenbahndämmen umringt, sondern die sich ausdehnende Stadt rückt ihm immer näher ; zu Leibe. Meiner Ansicht nach ist heute der Zeitpunkt ge­kommen, an dem es Pflicht ist, darüber nachzuüenken, wie man wohl der Frage der Verlegung des Kranken­hauses und des Kohlenhafens Herr zu werden vermöchte. Und bevor diese Grundfrage nicht gelöst ist, halte ich es für verfehlt, mit den Vorprojekten für den Ban der Akademie zu beginnen.

Richard Dielmann, ^fbaumeifte^

Eine eigenartige Feier vollzog sich gestern im Hörsaal der Senckenbergischcn . naturforschenden Gesellschaft. 25 Jahre waren es, daß Herr Prof. Dr. Heinrich Reichenbach die Vorlesungen über Zoologie dort vbhält. Zur Feier dieses Ereignisses waren außer den zahlreichen Zuhörern und Zuhörcrinnen die Mitglie­der der Direktion der Gesellschaft und zahlreiche Freunde des Gelehrten erschienen, Herr Dr. K n o b l a u ch hielt eine ehrende Ansprache, in der er die großen Verdienste Rcichcnbachs um de?i naturwissenschaftlichen Unterricht und die Hebung des naturwissenschaftlichen Interesses heovorhob, und ebenso dankte Seine Exzellenz Herr Geheimrar Schmidt-Metzler für alles das. was Prof. Reichen- bach in diesen 25 Jahren in Frankfurt geleistet und gelehrt hat Beide Herren wünschten'dem gänzlich uberrasch.en, Gelehrten eine lange und ersprießliche Tätigkeit ,m neuen Museum. Pros. Neichenbach gab in bewegten Wo Dank bet- Gesellschaft zurück, durch d.e er m semen Be- strebungen angeregt worden sei und immer aus geregt werde.