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* Senckcnbergische naturforschende Gesellschaft. In der 'ersten wissenschaftlichen Sitzung am Samstag gedachte der Worsitzende Dr. Aug. Knoblauch der schweren Verluste, welche die Verwaltung in den letzten Wochen durch den Tod -der arbeitenden Mitglieder Prof. Dr. Karl Weigert, Carlo von Erlanger und Friedrich Heyne mann erlitten hat. In Heynemann — der beiden anderen Forscher wurde schon gedacht — hat die Verwaltung ihr ältestes Mitglied verloren; am 10. Dezember 1869 wurde er zum arbeitenden Mitglied ernannt. Zu seinem Arbeitsfeld hat .sich Heynemann, von Beruf Kaufmann, frühzeitig das Studium der Nacktschnecken gewählt und ist auf diesem Gebiet Zu einem Systematiker von anerkanntem Ruf geworden. Im Jahre 1869 übernahm er die Verwaltung der Mollus- Tcn-Sammlung des Museums; in zwei Amtsperioden be- ikleidctc er das Amt des zweiten Direktors. Der Muse u m s - N e u b a u an der Viktoria-Allee, zu dem am !15. Mai der Grundstein gelegt wurde, ist inzwischen mächtig in die Hohe gewachsen; die beiden Seitenflügel und der Hintere Quertrakt werden voraussichtlich noch vor Winter wnter Dach kommen. Die hiesige Firma G. Hoffmann, 'Kaiserstraße 39, hat sich bereit erklärt, sämtliche Waschtische lund Toilettenanlagen für das neue Museum kostenlos zu liefern. Die Arbeiten der Sektionäre und Beamten innerhalb des Museums waren vorwiegend der Einrichtung des Neubaues gewidmet, besonders der Herrichtung einer neuen - .S ch a.u s a m m l u n g. Jetzt in der Jagdsaison sei ein Appell an alle Freunde des Waidwerkes gerichtet, dem Museum einheimisches Wild zur Aufstellung in dieser Sammlung zu überlassen. Kustos Dr. Römer hat in den Monaten Juli bis September im Auftrag der Gesellschaft !uyd aus den Mitteln der v. Reinach-Stiftung eine Sammcl- reise an ■ die norwegische Küste unternommen. Schließlich Elegie cher Vorsitzende den soeben erschienenen „Bericht" vor, der eine ausführliche Beschreibung des neuen Museums von Baurat L. N c h e r enthält.
T. Seirckeiibergische uaturforscheudc Gesellschaft.
Die Gesellschaft versendet soeben das Verzeichnis bei Vorträge, Vorlesungen und praktischen Kurse, die von jetzt bis Ende September 1905 staltfinden werden. In den Vorlesungen und praktischen Kursen werden im Winter 1904/05 lesen: Prof. Dr. H. Reichenbach über: Bau und Leben der Krebse, Spinnen, Tausendfüßler und Insekten. Dienstags und Freitags von 6—6 3 U Uhr. Prof. Dr. W. S ch a u f: Petrographie. (Forts, der Sommervor- lesungen.) Mittwochs von 6 l ji~7 Uhr. Beginn : Mittwoch, den 2. November 1904. /Prof. Dr. M. Möbius: Anatomie und Morphologie der Pflanzen. Montags und Donnerstags von 6—7 Uhr. Beginn: Montag, den 31. Oktober 1904: Im Sommer 1905 werden lesen: Prof. Dr. H. Reichen - ! Vach: Fortsetzung der Wintervorlesungen. Dienstags und ! Freitags von 6—6 3 / 4 Uhr. Dr. F. Römer: Zootvmisch-- mikroj'kopischer Uebungskursus: (Zoologisches Praktikum.) ! Montags und Donnerstags von 4—6 Uhr. Prof. Dr. F. 1 Kinkelin: Geologie von Südwest-Deutschland mit Exkursionen. Donnerstags von 7—8 Uhr. Pr:ch, Ix, yjj. Möbius: Physiologie der Pflanzen. Montags und ,
Donnerstags von 6—7 Uhr. Außerdem ist für die Winter- Saison 1904/05 noch eine Reihe interessanter wissenschast- licher Vorlesungen vorgesehen.
ff* Scnckenbcrg "ch- Nrtursorschende Gesellschaft. Der «orschungsreisenüe C. G. Schillings, dessen Lichtbilder» Portrag im Geographischen Verein am letzten Mittwoch da- Lebhaf teste Interesse gesunden hat, spricht diesen Samstag kin der Senckenbergischen Natnrforscheiiden Gesellschaft über die „Tierwelt der Massai-Hochländer" sDeusich-Ostafrikaj mit de- sonderer Berücksichtigung ihres Aussterbens, unter Vorsüh- rung seiner einzig dastehenden Angenblicksausnahmen aus der afrikanischen Wildnis.
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e unter Vorführung seiner einzig dastehenden Augen blicksaufnahmen aus der afrikanischen Wildnis.
re dRassailand. Der Forschungsreise»!»?
E. G. S ch i ll l n q s, dessen Lichtbilder-Vortrog im Geographischen Verein am letzten Mittwoch das lebhaftesieJnteresse gefunden hat, spricht diesen Samstag, 29. Oktober, in der Sen cke n b e r-
* Mit Blitzlicht rrnd Büchse. Der Verein für Geographie veranstaltete gestern seinen ersten Vortrags, abend in diesem Winter. Der Forschungsrcisende G. G. S ch i l - lings sprach über seine Erlebnisse in der Wildnis von Aeqatorial-Q stafrika. Der Vortragende ist hier schon durch frühere Vorträge bekannt, er selbst nannte Frankfurt seine „Mutterstadt" und sprach seine Freude darüber aus, daß er vor Antritt einer neuen Forschungsreise hier noch zum Wort gelangte. Bei der Untersuchung der Frage, die der „kluge Han s" in Berlin den Gelehrten aufgab, trat er als berufener Kenner der Tierseele für das Pferd in die Schranken. Mit seinen Forschung?, reisen verfolgt er, wie er gestern ausführie, den Hauptzweck, authentische Natururkunden ans dem Leben der Tiere, namentlich der größeren, in der Freiheit zu schaffen . und zwar durchaus ohne Retouche. Wir sind, so meinte Schillings, gerade in Afrika an einem Wendepunkt angkangt. Das Vordringen | der Menschen, namentlich der weißen, hat die Vertilgung aller j Tiere zur Folge, die sich nicht seinen Zwecken aiizupassin ver- j mögen. Und so wird cs kommen, daß nach kaum hundert Jahren j von vielen der exotischen Tiere, die vielleicht heute noch nach > Millionen zählen, kein Exemplar mehr vorhanden und von ihrem ! geheimnisvollen Leben nichts mehr bekannt ist. Da gibt nun die Photographie djc Mittel an die Hand, das Leben der Tiere auf der Platte zu fixieren und es so für spätere Jahre und für die Museen aufzubewahren. Fast zwei Stunden lang führte der Redner seine photographischen Aufnahmen vor. gab das Ergebnis feiner Streifzüge mit „Blitzlicht und Büchse" bekannt. Er begann 'mit der Bogelwelt Ostafrikas, an die sich die Tierwelt anschloß; Schakal und Hyäne, Antilope, Gazelle und Gnu, Zebra und Giraffe, Rhinozeros und Elefant, Nilpferd und Leopard. Der Löwe, der einzige, der sich nicht zu fürchten braucht, der einzige, vor dem sich alles fürchtet, machte den Schluß. Von besonderem Interesse waren die Vorführungen aus dem Nachtleben der Tiere, das durch das Blitzlicht ermittelt werden konnte. So sehen wir die Löwin, wie sie bereit ist zum Sprung auf den, gefesselten Stier, wie sie entflieht, erschreckt durch den plötzlich auf« tauchenden Strahl des Blitzlichts. Dann wie sie in einer weiteren Aufnahme den für den Stier verhängnisvollen Sprung ausge- führt und ihm mit einem Biß rasch und schmerzlos den Tod gibt. Eine andere Aufnahme zeigt uns der Leiihengst der Z e h raff e r d e, wie er vorsichtig herausjchlcicht, um die Sicherheit bei der Tränke zu erkunden, aber die nächste Ausnahme zeigt gleich darauf den schlimmsten Feind des Zebras, den Löwen, der hauptsächlich vom Zebrafleisch lebt, Darnach wäre wohl wenig Unterschied in der Ernährung dieser Raubtiere in der Freiheit und in Zoologischen Gärten, da sie in den Gärten fast ausschließlich mit Fleisch vom Pferde, dem nahen Stammverwandcn des Zebras, gefüttert werden. Der Ber.) Was die Aufnahmen weiter sehr wertvoll macht, ist die naturgetreue Wiedergabe der wunderbaren Laikdschaftcn von Ostafrika; dann aber auch die Aufnahme der Tiere in dem Augenblick, wo sie, wie der Redner versicherte, noch keine Gefahr wittern. Wir fügen noch an, daß im Verlag von R. Boigtländer in Leipzig eben ein W c r k Schillings unter dem Titel „M it Blitzlicht und Büchs e", neue Beobachtungen und Erlebnisse in der Wildnis inmitten der Tierwelt von Aequatorial „Osiafrika" erscheint, das mit 300 photographischen Tag-und Nachtaufnahmen des Verfassers ausgestattet ist.
* Der Verein für Geographie und Statistik eröffnet? gestern im Saale der Franksurt-Loge seine diesjährigen Wintervorträge. Man hatte für diesen ersten Abend den bekannten Forschungsreisenden, Herrn I. C. Schilling s-Düren, gewonnen, der den zahlreichen Zuhörern in Wort und Bild das Tierleben inAequatortal-Ostafrika schilderte. Nur in Anbetracht dessen, datz Frankfurt seine Mutterüadt ist, hat Herr Schillings von feinem Vorsatz, wegen ber Jnanspruch- nähme durch Vorbereitungen zu einer neuen Reise künfttghtn keine öffentlichen Vorträge mehr zu halten, eine Ausnahme ge- macht. Wie vor zwei Jahren tm Hippodrom, so zeigte auch diesmal Herr Schillings eine Reihe trefflich gelungener photographischer Tieraufnahmen und zwar sowohl Tager- mie Nachtansnahmen. Sie beruhen ans dem Vorsatz, in Naturnrkunden das große Tierleben fremder Lander zu reproduzieren. Solche authentische Natururkunden sind aber außerordentlich schwer zu erreichen. Nur durch Zuhilfenahme der technisch vollkommensten Apparate und unter Ausschlutz jeglicher Retouche laflen sich solche naturgetreue, von keinem Künstler zu erreichende Momentbilder erzielen. Andererseits ist cS bet der fortschreitenden Niedermachung aller Tiere not- wendig, sie wenigstens im Bilde sestzuhalten. Welch günstige Resultate Herr Schillings in dieser Hinsicht bereits erzielb davon legten die vorgesührten Bilder ein prächtiges Zeugn-s ab. die allerdings kaum ahnen ließen, welch großen Mühen und Gefahren der Forschungsreisende bei seiner Arbeit
. auSgesetzt ist.So sind in berMaffaisteppebeisptelsweisedteMarlche
Im Wasser außerordentlich beschwerlich, aber auch die Ausbciiw eine lohnende, wenn man glücklich bis zum Ktltma-Ndiaro und bis zum schneebedeckten Ktwu vorgedrungen ist. Eine bunte Auswahl von gelungenen Vogelausnahmen, Kronenkranichen, Pelikanen, Schlangenhalsvögeln, Störchen, Seglcrw Neuntötern. Kuckucks, Jbisen, Kuhreihern nnd Flamingos sind die Frucht dieser Expedition. Aber auch die übrige T er weit, die zierlichen Gazellen, die schweren Elenantilopen, Bussel, Giraffe. Zebra, Gnu. Flußpferd. Hyäne, Schakal, Nashorn, Löwe und Elefant konnten dem sicheren Tag und Nacht nicht entrinnen und auch ein junges lebendes Nashorn wurde die Beute des emsigen Forschers und l jetzt munter im Tiergarten zu Berlin. So kennten die iS» Hörer gleichzeitig auch ein wirksames Gesamtbild der Faun- lu Aeguatortal-Ostasrika gewinnen, das bei de^ Treylichkeit der Einzelbilder nicht so leicht auS dem Gedächtnis ver
schwinden wird. — Das Schillingssche Werk: „M't Blrtz.
licht und Büchse» wird Mitte November in R- Boigt- länderS Verlag in Leipzig erscheinen.