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Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft.
Die Mitglieder der Verwaltung nebst ihren Damen werden hiermit eingeladen
zur Besichtigung des Vacuum- Reinigers
zur Entfernung von Staub mittels Saugluft
aul Freitag, den 14. Oktober >204,
Mittags 12'j,— 1 Uhr
im Vogelsaale des Museums.
DIE DIREKTION.
— Ein interessanter Versuch mit dem Vakuum-Reiniger wurde gestern mittag im Naturhistorischen Museum im Beisein zahlreicher Verwaltungsmitglieder der Sencken- bcrgischen naturforschenden Gesellschaft, ihrer Damen und anderer Jiiteressemcn unternommen. Von den hohen Schränken des Vogclsaales wurde der Staub durch den Vakuum - Reiniger entfernt, ohne irgendwie aufgewirbelt zu werden, während beim Ab- kehrcn der Schränke dichte schwarze Staubwolken in den Sagt herabfielen. Besonders bewährt hat sich die Ent- staubung bei ausgcstopften großen Säugetieren und Vögeln, zum Beispiel bei einem braunen Bären, der nahezu 80 Jahre im Museum steht; er konnte gründlicher, als es seither möglich gewesen ist, gereinigt werden, ohne daß der Pelz irgendwelchen Schaden gelitten hätte. Das neue Verfahren eignet sich offenbar ganz besonders zum Reinigen von Museen, Auditoriengebäuden und Bibliotheken, in denen diel Entstaubung der Bücher ohne deren Entfernung von den Re-« galcn bewirkt werden kann, und stellt außerdem das zurzeit den hygienischen Anforderungen am meisten cntsprechends Reinigungsverfahren dar.
* Die Senckenbergische Ge,ellsckaft. der Pby I .
Verein u. i. w. veröffentlichen loeben daS Verzeichns >
Vorträge und Vorlesungen für das l,e«vnderS
auf dessen reichen Inhalt auch an dieser Stelle befvnoers | aufmerksam gemacht sei. 1
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' * Physikalischer Verein. In der Jahresversammlung
des Physikalischen Vereins teilte der Vorsitzende Dr. Hch. Rößler mit, daß cs das Bestreben des Vorstandes gewesen sei, das noch fehlende Geld für den Neubau an Der Viktoria-Allee herbeizuschaffen. Leider habe es sich als «unmöglich erwiesen, das zu errichtende Gebäude, dessen iGrund der Senckenberg.-Stiftung gehört, hypothekarisch zu belasten. Dör Vorstand habe nun, nachdem alle Versuche, ein Darlehen zu' erhalten, gescheitert scheu, beschlossen, es mit der Ausgabe von 400 000 Mark nicht verzinslicher, über durch Auslosung rückzahlbarer Anteilschuldscheine zu versuchen. Bon dieser Summe sind bereits 220 000 M. .gezeichnet. Mit dem Bau soll im Frühjahr begonnen werden. Der Rohbau ist auf 623 000 Mark veranschlagt; sur Den inneren Ausbau sind 319 000 M. aufzuwenden. Der Verein zählt zur Zeit 614 Mitglieder; , einen schweren Verlust hat er durch, den Tod von Dr. Nippoldt, Dr. Paradies und Geheimrat Clemens W i n kl e r erlitten, die regen Anteil an den Vereinsbestrebungel« genommen haben. Die wissenschaftliche Tätigkeit war sehr lebhaft. In den Schülcrvorträgen am Mittwoch wurden tm Winter 280, im Sommer 320 Karten ausgegeben. Da» chemische Laboratorium wurde von 60 Praktikanten benutzt. iJn der physikalischen Abteilung konnten wegen Platzmangels auch -im abgelaufenen Jahre leine Praktikanten zugelassen lwerden. Die elektrotechnische Lehranstalt wurde von acht «ordentlichen Schülern und drei Hospitanten besucht. Die -Ausgaben betrugen 48,992 M. und übersteigen die Einnahmen um 4491 M. Das Defizit kann durch Geschenke und Zuwendungen gedeckt werden. Ter Voranschlag für Das laufende Geschäftsjahr sieht 46,400 M. in Einnahme und Ausgaben vor. Für die beiden ausscheidendcn Vorstandsmitglieder von Meister und Oberlehrer Prester wur« Den Professor Har t m a n n und Oberlehrer Boiler gewählt. Zu Revisoren wurden Ad. H o e f f n e r und Dr. fg. Hall garten bestimmt.
" Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft. In der äen Sitzung am Samstag begrüßte der Vorsitzende, Dr. lgust Knoblauch die zahlreich erschienenen Mitglieder d ihre Damen zu Beginn des Wintersemesters. - Sodann lachte der Vorsitzende der schweren Verluste, die die Ber- ltuug in den letzten Wochen durch den Tod der arbeiten- t Mitglieder Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Karl Weigert, rlo von Erlanger und Friedrich Heynemann erlitten Hat.
!s weiteren berichtete der Vorsitzende eingehend über die ligkeit der Gesellschaft in dem abgelaufenen, arbeitsreichen >mmerhalbjahr. Der Museumsneubau an der Viktoria- !ee, zu dem am 15. Mai ds. Js. der Grundstein gelegt wden ist, ist inzwischen mächtig in die Höhe gewachsen, >aß die beiden Seitenflügel und der hintere 'Quertrakt ranssichtlich noch vor Winter unter Dach kommen werden, le hiesige Firma G. Hofjmann, K aijerü raße 3g, hat sich bell erklärt, sämtliche Waschtische und Mllekienankägen für 1 neue Museum kostenlos zu liesern. Besonders erfreulich es, daß dem Museum in den letzten Wochen ein pracht- ler Spessarthirsch, ein Zehnender aus dem Taunus und : alter, fetter Dachs aus Oberhessen.als Geschenke über, esen worden sind. Das Museum bittek'.ihm einheimisches ld zur Ausstellung in der neuen Schansammlnng zu über» len. Besonders erwünscht sind im Winterkleide: Edelhirsch München), Damhirsch (Männchen und Weibchen), Rehbock ü Fuchs (Männchen): im Sommerkleid: Edelhirsch (Weibchen d Junges), Reh (Männchen und Junges), Dachs (Wcib- n mit Jungen) und Wildschwein (Männchen und Weibchen t Jungen). Ebenso ist es ein besonderer Wunsch der Gelschaft in den Besitz einer vollständigen Geweihsammlung scres einheimischen Rotwildes zu gelangen, durch die die nveihbildung und Geweihentwicklung vom Spießer bis zum htzehnender zur Anschauung gebracht werden könnte. Sonn sprach Herr Gerichtschemiker Dr. P o p.p über: „Neuere tiirwissenschastliche Errungenschaften in ihrer Bedeutung c die Kriminalistik/' Der bedeutende Aufschwung, welchen i Naturwissenschaften in den letzten Dezennien genommen ben, hat nicht nur einen wesentlichen Einfluß auf unsere nschauungen über Weltall und Menschheit, auf unser nzes Kulturleben gehabt, sondern er hat auch sruchtbringend st diejenigen wissenschastlichen Diszipline 'gewirkt, welche h der Naturwissenschaft als Hülfswissenschaft bedicuc». azu gehört auch die Kriminalsorschung. Au zahlreichen eispielen aus seiner gerichtlichen Praxis zeigte der Redner e durch die angewandten Naturwiffenschaften in Verbin- !ng mit der wissenschaftlichen Photographie ermöglichten rfolge. Dazu gehörten: der Nachweis von Frauenmilch in ascheinbaren Flecken, die verfeinerten Methoden zum Rach- j eis von metallischen Giften in Leichenteilen, Medikamenten ; nd Nahrungsmitteln, die verbesserten Auffindungsmethoden l oit Blutflecken, und die Differenziernng derselben nach dem iochemischen Verfahren, die Beobachtung der Formen der ■ lluispuren zur Schlußfolgerung über den Hergang bei einem ! Zerbrechen und die Beobachtung von Fingerspuren zur Iden. ! fizierung des Täters. Ferner gedachte der Vortragende er mikroskopischen Schriftenuntersuchung »nd der Altersbe- ^ immung von Tintensckriften. Die angeführte» Falle be- . Uesen deutlich die Wichtigkeit der Anwendung des Mikro. ; in der Hand des Naturwissenschaftlers im Dienste der j
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