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Muse««». Eines der bekanntesten Bilder Böcklins zeigt uns die Güttin Flora über die Wiesen schreitend und mit Blumen den grünen Grund bestreuend. Als ein Gegenstück zu diesem von dichterischem Willen belebten Gemälde läßt MTtd) die große Doppelsammlung von G. Fr. Zwipf und E. Schultz auffassen, die gegenwärtig im hiesigen Scucken- bergischen Museum ausgestellt ist. Hier die poetische Intention eines großen Malerpoeten, dort die fleißige Arbeit nachschaffcnder Natnrgestaltnug zu wissenschaftlichen Zwecken. Gustav Friedrich Zwipf, geb. 1813, gest. 1884, .war, wie sein Baker, Pcrückenmacher und widmete in seinen Mußestunden sich, ohne wirklichen Unterricht genossen zu haben, als geschickter Autodidakt der Nachbildung der Schmetterlinge und der Kinder Floras in sauberer Aquarell­technik. 38 Jahre seines Lebens hat er auf die mühsame, sorgfältige und gewissenhafte Ausführung dieser schönen Auf­gabe verwendet. Die prächtigen Formen und Farben der Raupen und Falter hielt er fest, ein Künstler in seiner Art, und erwies damit der Naturwissenschaft einen guten Dienst. Der Raum gestattet es uns leider nicht, auf Einzelheiten cin- zugehen. Es sei nur das daneben ausgestellte Zeugnis des Herrn Direktor Seitz vom hiesigen Zoologischen Garten er­wähnt, das des höchsten Lobes voll ist. Die Sammlung der prächtigen Aquarelle repräsentiert einen hohen Wert, und cs wäre wünschenswert, wenn sie der Stadt erhalten bliebe, in der sie entstanden ist und, wie wir hören, schon viel Bewunderer gefunden hat. Zu ihr gesellen sich die Blumenbilder der vor noch nicht langer Zeit verstorbenen Malerin Elisabeth Schultz, Die 1897 zum außerordentlichen Ehrenmitglied der Naturforschenden Gesellschaft ernannt worden war. Auch hier die Liebe zur Natur, die voll Per-, ständnis und in feinen Farben festhielt, womit Flora die Erde io mannigfach und reichlich bedacht hat. Zum ersten­mal kommt diese Sammlung von Blumen-Aquarellen der Frankfurter Umgebung (gegen 1300 Arten darstellend) hier­zu Gesicht, die gleichfalls' eine Lebensarbeit ist. Beide Sammlungen von Aquarellen, sowohl die Zwipfschen Schmetterlinge, wie die Blumen von Elisabeth Schultz, sind nach der Natur angefertigt und mit peinlicher Treue und größtem Fleiße ausgcführt tvorden. Sic sind außcrordent- i lich sehenswert für jeden Naturfreund und im Sinne eines! Studiums, dem hier so viel Liebe und Arbeit gewidmet! wurde.

ungewöhnliches Leben hat hier durch ein ungewöhnliches Schicksal ein viel zu frühes Ende gefunden. Daß der Kraftwagen, die mörderische Errungenschaft unserer Zeit, Menschenopfer fordert, erfahren wir jeden Tag; aber daß ein kühner Forscher, der alle Gefahren des dunklen Erdteils aufs glücklichste überwand, auf einer Spazierfahrt im lieblichen Salzburg den Tod finden mußte, durch Zusammenstößen seines Gefährts mit einem anderen Brodukr der modernen Technik, das uns bereits als eine Verkörperung alltäglicher Großstadiprosa erscheint, das berührt seltsam ergreifend. Und dieses Schicksal muß um so wärmere Teilnahme erwecken, als hier ein junges Leben jäh beendet wurde, das schon so Vieles geleistet und erreicht hatte. Carlo von Erlanger ist nur 32 Jahre alt geworden, ein Alter, in dem heutzutage vorwärts strebende Geister in Künsten und Wissenschaften ihrem Namen zumeist noch wenig Glanz erworben haben können. Darin war Er­langer durch seine Geburt vor vielen bevorzugt. Aber es bleibt sein Verdienst, daß er von früher Jugend auf bestrebt war, die Vorteile der ererbten Stellung ernsten Zielen nutzbar zu machen. Als Geograph und Zoologe hatte er sich ein reiches Wissen angeeignct, auf seinen vielbeachteten Forschungsreisen int ungastlichsten Afrika betätigte und er­weiterte er dieses Wissen durch die rauheste Praxis. Die Schriften, in denen er die Ergebnisse seiner Expeditionen uiederlegte, die fesselnden Vorträge, die er selbst bekanntlich auch bei uns in Frankfurt darüber hielt, fanden ernsthafte Würdigung bei Laien und Gelehrten. Auch durch seine Be­ziehungen zur Senckcnbergischen uaturforschenden Gesellschaft, zum Frankfurter Geographischen Verein dessen Ehren­mitglied er gewesen durch die Ausstellung seiner Jagd­beute und seiner ethnographischen Sammlungen, durch seine freigebigen Schenkungen an das Senckenberg-Mnseum und. den Zoologischen Garten war Baron Carlo v. Erlanger niit unserer Stadt und ihrem Geistesleben verbunden. So wird man kaum irgendwo diesen unerwarteten herben Verlust der Wissenschaft und der Gesellschaft tiefer als hier verstehen und mitfühlen.

- JStrijL' r. ^

* Carlo von Er

Ingelheim, i stimmung! Und e wird zu Grabe gel heute einen ihrer über Deutschlands i Klana aebabt-

Unter Hinweis -auf die Ausstellung der Zwips'scheu Schmetterlingsaquarelle im Senckenbergischen Naturhistorischen Institut werden diejenigen, welchen daran gelegen wäre, daß diese wert» volle einzig dastehende Sammlung für Frankfiurt erworben wird und nicht ins Ausland wandert, gebeten, behufs einer Besprechung ihre gest. Adressen unter 426 T an die Expedition gelangen zu lassen. 436t

# -an. Blume» ,t»r» SchmettErtge. Die Zahl ^Besucher der Blumen- Und Schmetterlings- A q n a r e l l - A u s st e l l u n g im Senckenbergische.i Museum betragt bis jetzt 5383. Davon entfallen allein auf dem gestrigen Sonntag 1323 Personen. Da vielfach der Wunsch- laut geworden ist, die A u s st e l l u n g z u verlange r In !'* |' e Ausstellung bis einschließlich nächsten Sonntag dem Publikum für die Stunden von 11 dis 1 Uhr mittags zur Besichtigung freigegebeu.

Wichtig für alle Käfersammler!

Im Selbstverlag der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft in Frankfurt a.9L, Bleiohtsr. 59A, erschien soeben:

Die Käfer von Nassan miö Frankfurt al.

der

Herausgegeben von Prof. Dr. I/UCas VOM Heyden II. Auflage. 425 Seiten.

In Umschlag, geheftet und beschnitten 6 jfh.

Zusammengestellt ist dieses Verzeichnis auf eine Sammlung, deren An­fänge in die ersten Jahre des vorigen Jahrhunderts zurückreichen. Der Mit­begründer unserer Gesellschaft, C. H. G. von Heyden, legte schon a s junger Forststudent den Grund zu dieser Sammlung, und bereits zu seinen Lebenszeiten ist er von dem Sohne, unserem ebenfalls langjährigen Mitglieae, Herrn Prof. Dr. Lucas von Heyden, unterstützt worden, der sie naoü .dem Hinscheiden des Vaters zu einem Ideal an Vollständigkeit und Zuver­lässigkeit der Bestimmungen zu erheben bemüht geblieben ist.

Zu beziehen gegen portofi ' ^ ^Jis für den

Katalog, und von 30 für Pc Allgemeine m ^ A ^ nd :

* Carlo Freiherr von Erlanger unserer

gestrigen Drahtmeldung von einem Automobilunglück in Salzburg wurde durch eine Störung im Betrieb der Name des Insassen und Lenkers verstümmelt wiedergegebeu. Der Verunglückte war, wie wir zu unserem Bedauern hören, der zu unserer Stadt in den mannigfachsten Beziehungen stehende bekannte Afrikareisende Freiherr Carlo von Er­langer. Er war auf der Ausfahrt nach außerhalb be­griffen, als sein Selbstfahrer in der Stadt Salzburg mit einem elektrischen Straßenbahnwagen zusammenstieß. Den schweren Verletzungen, von denen wir gestern bereits be­richteten, ist Baron Erlanger nachts erlegen. Seine Eltern, die ihren Wohnsitz bekanntlich in Niederingelheim haben und auf die erste Meldung von dem Geschehenen nach Salzburg abreisten, haben ihn also nicht mehr lebend angetroffen. Sein Begleiter bei der Unglücksfahrt war Baron Haymerlc,, ein Sohn oder Enkel des früheren österreichische» Ministers des Auswärtigen, welch letzterer ebenso wie der Vater des Verunglückten eine geborene Bernus aus Frankfurt zur j Frau hat. Haymcrle scheint, entgegen der ersten Nachricht, nur unerheblichere Verletzungen erlitten zu haben. Ein j

Wichtig für alle Käfersammler!

Im Selbstverlag der- Sencken­bergischen Naturforschenden Gesell­schaft in Frankfurt a. Bl., Bleich- straßo f,9B erscheint Soeben:

Oie Käfer von Nassau und Frankfurt a. M.

; Herausgegeben von [28

' l*ror. I»r. Lu raff von Hey den.

II. Auflage, 42> 8.

In Umschlag, geheftet und beschnitten

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Zusammen geteilt ist dieses Ver- zeiclmis aM eine Sammlung,

deren Anfänge in die ersten ' .1 alire desjvörigen Jahrhunderts . zurückreijBien'; Der Mitbegründer , unserer Gesellschaft, C. H. Gr. * von HdenAdegte schon als junger Eforststudeijt, den Grund zu dieser Sammlung,-nnd bereits zu seinen/Lebenszeiton ist er von , m Foüne, unsere,n ebenfalls lang.ijfhrigen Mitglied*, Herrn Prof.

k*ü cas von Heyden, unter- stiltit worden, der sie nach dem H,scheiden des Vaters au einem

f al an Vollständigkeitünnd Zu­lässigkeit der Bestinijnuno-en erheben bemüht geblichen ist. Zu beziehen gegen portofreie Sendung von Mk. 6, für den -Katalog, und von Pf. für Porto

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