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Ausgeßohfte Tiere.

Von der Direktion der Senckenber gischen natur­forschenden Gesellschaft erhalten wir die folgende Zuschrift: Der interessante Aufsatz über einNeues Verfahren pm Ausstopfen von Tieren" in der letzten Sonn- tagsnummer derKleinen Presse" (Nr. 190, vom 14. August d. I.) gibt uns zu nachstehenden Bemerkungen Veranlassung:

Der Besuch des Frankfurter n a t u r h i st o r i - scheu Museums zeigt am besten, welche Wandlungen die Technik des sog.A us st o p f en s" von Tieren im Laufe der letzten Jahrzehnte durchgemacht und welche Ver­vollkommnung sie allmählich erlangt hat. Zur Zeit der GrrH^nq unserer N^turforsch enden Gesell- 1 ch a *' (1817) wurden selbst große Tiereausgestopft" in des Wortes eigentlicher Bedeutung, d. h. es wurde die abgebalgte Haut des Tieres bis in die Gegend des Schwanzes zugenäht, und buchstäblich mit Werg, Stroh u. dergl. ausgestopft, bis nichts mehr hineinging, dann wurde dse letzte. Oejfnung durch eine Naht geschlossen, künst­liche Augen wurden eingesetzt uns oasausgezrop pte Tier" war fertig. Treffliche Beispiele für diese primitive Technik sind die beiden N i Ipferde (weibliches Tier mit Jungem), die Eduard Rüppell s. Zt. auf seiner abessvnischen Reise erlegt hat und die in der Eingangshalle des Museums Aufstellung gefunden haben. Andere Beispiele sind einzelne Antilopen im Säugetiersaal, zahlreiche ,ausgestopfte Fische, kurz, alle Tiere, die aus Rüp- .vells Zeit stammen.

Erst um die Mitte der 1860er Jahre wurde die bis dahin an allen Museen übliche priinitive Methode verlassen. Es wurden nun zunächst die Skelette der Tiere, sofern sie .mitsamt den Bälgen ins Museum cingeliefert wurden, prä­pariert und aufgestellt; sie wurden alsdann mit Werg, Stroh u. s. w. umwickelt, wodurch ein Ersatz für die fehlenden Weichteile (Muskulatur, Fett) geschaffen werden sollte, und schließlich wurde die präparierte Haut des Tie­res übergezogen. Diese neue Methode hatte allerdings den großen Nachteil, daß die Skelette und namentlich die wertvollen Schädel für die wissenschaftliche Benützung ver­loren waren; sie ergab aber selbstredend wesentlich bes­sere Resultate als die ursprüngliche Methode des Ausstopfens", wenn auch immer noch nicht eine richtige Vorstellung von dem Wesen des Tieres, das zur Darstel­lung gebracht werden sollte. Denn in der damaligen Zeit war es üblich, sämtliche Tiere in den Sckiausammlungcn der naturhistorischen Museen in der stereotypen Haltung des ruhig dastehenden Tieres in Reih und Glied eng neben einander aufzustellen, ohne zugleich ihrer natürlichen Umgebung im Freien Rechnung zu tragen. Beispiele für

diese zweite Methode der Technik des Konservierens von .Säugetieren und Vögeln sind ebenfalls zahlreich ini hiesigen Museum vorhanden.

Erst in den letzten fünfundzwanzig Jahren hat man mit diesem Brauch gebrochen und ist bestrebt, die Tiere nicht nur in verschiedenen, möglichst lebenswahren Stellungen, sondern auch gruppenweise in ihren biologischen Verhältnissen zur Dar­stellung zu bringen. Das hiesige Museum war eins der ersten Museen des Kontinents, das dieses Ziel erstrebt und die biologische Aufstellung zunächst in der Sammlung einheimischer Säugetiere und Vögel (Lokalsammlung) dank der künstlerischen Befähigung sei­nes Konservators Adam Koch dem Frankfurter Publikum vor Augen geführt hat. Seit jener Zeit ist man in allen naturhistorischen Museen bemüht, in den Schausammlun- gcn allmählich diese biologische Aufstellung durchzuführen und zugleich durch eine Vervollkommnung der Technik der Natur immer näher zu kommen. Die in. der. letzten Sonn­tagsnummer derKleinen Presse" beschriebene Methode des Mr. Clark dom amerikanischen Museum für Naturge­schichte in Newhork ist eine der vielen, das gleiche Ziel er­strebenden und mehr oder weniger gleichwertigen Methoden derT a x i d e r m i e" oderD e r mo­tz l a st i k" ioie das neue Verfahren genannt wird, die z. Zt. an dm verschiedenen Museen üblich sind.

Auch im hiesigen Museum werden seit langen Jahren zunächst M o d e l l c der Tiere angefertigt, die, für die Schausammlung ausgestellt werden sollen, und zwar Mo­delle aus Plastilin im Maßstab von etwa 1:10. .Das Stu­dium des lebenden Tieres, zu dem der Besuch der zoolo­gischen Gärten unseren Konservatoren die beste Ge­legenheit gibt, die M o m e n t p h o t o g r a p h i c, insbe­sondere die photographische Aufnahme freilebender Tiere in der Wildnis, wie sic in den neueren zoologischen Werken, z. B. HeckLebende Bilder aus dem Reiche der Tiere", MarshallDie Tiere der Erde" u. a. enthalten sind, dieS'e lb st a u f n a h m e n" wilder Tiere, die der Afrikaforscher C. G. Schillings gelegentlich eines Vor­trages. auch einmal in Frankfurt vorgezeigt hat, und der­gleichen bilden die Grundlage, auf der sich die schönen Er­folge unserer Konservatoren aufbaucn.

Unter ständiger Benützung des kleinen Modells, das bereits in der gleichen Stellung ausgeführt ist, in der das betreffende Tier in der Schausammlung aufgestellt wer­den soll, wird nunmehr der Körper des Tieres modelliert entsprechend den Maßen, die an der zuvor bearbeiteten und geschmeidig erhaltenen Haut desselben genommen worden sind Um den für die vergleichend-anatomische Sammlung meist äußerst wertvollen Schädel des Tieres wissenschaftlicher Verwertung zu erhalten, wird aus Torf een künstlicher natürlich Kröne geschlitzt,, er tturd mit Zerasin

getränkt und glatt geraspelt; an Stelle der Extremitäten­knochen werden der Stärke der Knochen entsprechende Eisen- drälste zugerichtet, und schließlich werden die übrigen Ske- lettcile und die oberflächliche Muskulatur, die als Grund­lage bei derDermoplastik" überall hervortreten müssen, künstlich ersetzt. Die hierbei üblichen Methoden sind in den verschiedenen Museen, wie gesagt, außerordentlich mannich- fastig; sie alle erstreben außer der vollendetsten Naturtreue das gemeinsame Ziel, das Gewicht des fertigen^Präparates auf das größtmögliche Minimum zu reduzströn.^ Treff­liche Beispiele dieser modernen Technik sind die- große Qrang - Utan - Gruppe, der Eisbär» das Gnu und viele andere in unserer Sammlung.

Leider sind die Präparationsräume in unserem alten Museum zu eng und unzureichend, als daß wir einem größeren Publikum einen-Einblick in die interessante Me­thode der Herrichtung großer Säugctiergruppen für . die Schausammlung und in die künstlerische Tätig­keit unserer K o n s c r-v a t o r en Adam Koch und August Koch gewähren könnten. Nach Fertigstellung unseres Neubaues an der Viktoria-Allee wird auch hierin ein Wandel geschaffen werden. In der zoologischen Abtei­lung unseres neuen Museums beabsichtigen wir, der bio­logischen Schaustellung der deutschen Fauna besondere weite Räume anzuweisen; es ist ge­plant, die einheimischen Säugetiere, lote Not- und Schwarz­wild, Fuchs, Dachs, Eichhorn, Marder u. s. w. sowie die größeren einheimischen Vögel in ihrer natürlichen Umgeb­ung zu gruppieren und diese biologischen Gruppen in be­sonders gebauten Kojen zur Schau zu bringen, deren bau­liches System dem bei Dioramen, Aquarien usw. schon seit langer Zeit üblichen ähnelt. Auch soll durch Dar­stellung derselben Tiere im Sommer- und im Winterkleid zur Anschauung gebracht werden, wie Dichte und Färbung der Behaarung u. dergl. mit den Jahreszeiten wechseln. Die beigegebene Textabbildung aus unserem dem­nächst erscheinendenBerichte" veranschaulicht die ge­plante Art der Aufstellung besser als jede Beschreibung.

So sind wir bestrebt, mit den Fortschritten der Tech­nik gleichen Schritt zu halten und selbst bahnbrechend vorzugehen, und deshalb dürfen wir hoffen, mit der Eröff­nung unseres neuen Museums im Frühjahr 1907 der Frankfurter Bürgerschaft eine Schausammlung vorführen zu können, die den Vergleich mit den Schausammlungen der übrigen großen Museen nicht zu scheuen braucht.

Die Direktion

öenckcnbergischen naturforschenden Gesellschaft

d. N.

der

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Dr. August Knoblauch, erster Direktor,

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;arten ist diesen Mittwoch ein Doppelkonzert, lem die Kapelle des 9. bayerischen Jnfanterie-Regi- §.Wrede" aus Würzbnrg mitwirkt. Die lle steht unter Leitung des Musikdirektors H. Witt und t im Wechsel mit der Gartcnkapelle ein besonders ge- es Programm zum Vortrag. Der freie Eintritt lktionäre und Abonnenten ist a u f g e h o b cn. Bockenheimer Sommcrthcatcr. Am Dienstag gibt es heingauer Hof drei Benefiziantinnen auf einmal. Der :enthal-Kadelburgsche SchwankDie Orient- e" gibt den drei G e s ch w i st e r n Dönberg Ge­feit, in guten Rollen aufzutrcten. Heucrwehrfreikonzert. Das Musikkorps der Feuerwehr am Sonntag von 11 bis 12 Uhr auf dem O p p c n l> eim er­folgendes Programm: ftei petvum mobile, Marsch von .Ouvertüre zuZar und Zimmermann", Luna-Walzer von ßThüringerwaldklänge, Polka von Hinze, Berliner Plaude- \ Humozeske von Kersten, Heroldsruf, Fanfarenmarsch von

Gesperrt. Die G r u n e l iu s st r a h e, zwischen eißstrahe und Buchrainstraße, ist bis 24. September,

- o l z g r a b e n, zwischen Liebfrauenstraße und Hascn- vom 22. August bis 10. September gesperrt.

Kaiserpanorama. Das Seipsche Kaiser- > r am a, Kaiserstraße 77, nebst seinen zwei weiteren ramen stellt vom 20. bis zum 27. Augusts folgende Serien aus: 1. Mittelmeer-Reise des deutschen Kai- 2. Rußland; 3. München.

Vom Panoptikum. Am Sonntag ist in C a st a n s o p t i ku m wieder der Eintrittspreis auf 60 Pfennig setzt. Es sind alle Sehenswürdigkeiten, inklusive ersaal, in diesen Preis eingeschlossen. Die Zwillings­stern sind nur noch kurze Zeit hier in Frankfurt zu ( Sie unternehmen demnächst eine längere Tour nach en und später nach Amerika.

Aus Neu-Isenburg. Der Gemcinderal ber- t auf besondere Wünsche bei der Besetzung der Lehrer-