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y Die Schmelterlingsbilder.
In der Mitte des Voqelsoales deS Museum? der S e n ck e n - berqischen naturforsch enden Gesellschaft sind bis zum 4. September 163 Foliotafeln mit Wohl tausend von Gustav Friedri ch Zwipf gemalten Schmetterlingsaquarellen, Raupen und Puppen ausgestellt.
Zwipf war der Sohn eines Perrückenmachers. Er ist am 3. Dezember 1813 geboren und am 18. März 1884 gestorben. Obwohl er nie regelrechtenMalunlerricht genossen, bah er es doch in der Wasserfarbenmalerei zu einer erstaunlichen Meisterschaft gebracht. Zeugnis dafür legen seine geradezu verblüffend natürlichen Schmetterlingsaquarelle ab. Die idealschönen Formen der Faller, die Pracht ihrer Farben, die Mannigfaltigkeit ihrer Zeichnungen stnd mit vollendeter Lebhaftigkeit wiedergeqeben. Wie er die Rippen und Acste und Ränder, .bfe Schattierungen und Ruanzierungeu von der Wurzel ins Mittelfeld, die Zeichnungen der Vorder- und Afterwinkel nach dem Vorderrand der Flügel ausführt, das kann man auf keiner der Farbendrucktafeln unserer teilweise sehr guten Schmcttcrlings- bücher wiedersinden. Mit einer bis ins einzelnste gehenden Genauigkeit sind selbst die Kleinschmeiterlingo, die Motten und die Federmolten behandelt. Aus einiger Entsernpng wirken die Aquarelle fast wie aufgespießte lebendige Falter. Der Künstler hat eine seltene Beobachtungskraft besessen. Nicht nur die Linien, Streifen, Bänder, Schattenstreifen, Striche, Flecken, Augen, Punkte und was zu den Hunderten von Arten der Zeichnung noch gehört, sind meisterlich wiedergegeben, auch die verschiedene Haltung der Flügel der mannigfaltigen Schmetterlingsarten ist berück- stchtigt.
Von den Aquarellen selbst können wir nur einige herausgreifen. Die Tagfalter, die im Ausstellungsraum mit die beste Belichtunghaben, sind von entzückender Naturtreue: Schillerfalter, Perlmutterfalter. Admiral, Trauermantel, Pfauenauge. Distelfalter, die Weißlinge und Bläulinge. Widderchen, Täubchen und viele andere. Die mächtigen S ch w ä r m er, mittlerer und großer Weinschwärmer, Liguster- und Oleanderschwärmer, Totenkopf, Pappelschwärmer und wie die hübschen Gesellen alle heißen, stnd ebenso herrlich wiedergegeben wie die zahllosen Eulen, Spanner, Spinner, Motten und Federmotten, auf die Zwipf zweifellos ein besonders intensives Studium verwandt hat. Sehr naturwahr sind auch die R a u p e n und P u p p e n in ihrer Gestalten- und Farbenverschiedenheit gemalt.
Welchen ungeheuren Fleiß der Künstler auf seine Arbeiten verwandt hat, vermag nur der Schmctterlingskenner zu ermessen. Mehr als ein Menschenleben, volle 38 Jahre, hat er auf die Vollendung seiner Aquarelle verwandt. Jeder einzelne Falter war vor ihm aufgespießt, nnd aus Farbe. Tusche und Papier ward ein zweiter Falter, der dem Urbild glich, wie ein Auge dem andern.
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w r' F^mcttcrlinge und Pstar.zc«. J,„ Vogelsaale des Seuckeubergischen Museums, smdet tu diesen Tauen wie bereits gemeldet, emc eigenartige Ausstellung statt, aus die wir auch heute nochmals ganz besonders Hinweisen wollen. Cs werden ausgestellt 163 Foliotafeln mit Schmctterlings- oquarellen, die der 1884 hier m Frankfurt verstorbene Fr eur Gustav Friedrich Zwiffwäprend fast 40 Jahren augefertiat hat. Die Sammlung bringt vollständig die Schmetwrlinae Deutschlands mit ihren Raupen, und esist in der Tat mear wie wunderbar, wie verblüffend naturwahr die Schallierüna und Nuanz.eruug der Flügel perausgearbeilct wurden U sctst.'Ae Mann, der nie in seinen Leben Mal, und .
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Kunstwerke geboten, die all das wn^die Farbendrucktafeln 1
dielen um ein ganz Bedeutendes überholt/ E' darfman wohl darüber Hinwegsehen, daß die beigemalten Pflanzen zu einem großen Teil mißglückt sind.— Eine zweite Ausstellung umfaßt die Aquarelle der Frankfurter berühmte», verstorbenen Blumenmalerm und b-ehrerin Elisabet Schultz. Diese Sammlung umfaßt 1262' Aquarelle und wurde von ihrer Besitzerin der Senckenbecqischen m^^^s>cho"dsn Gesellschaft testamentarisch vermacht. 3 Was fmm e, ri un ^ 2 °b°teii wird ist einfach verblüffend. Mast kann sich unschwer vorstellen, daß jemand die wild wachsenden
mit mef)t 2ie6e und Naturtreus t' r r., S T?^ r 'Zersen kann. Und es ist in der Tat dev' kuiistlerischc Wert einer derartigen Sammlung ein ganz ge-' ??lt«aer. Es ,,t daher dem Publikum der Besuch dieser Ausstellungen, die bis zum 4. Septeniber geöffnet sind auf das Angelegentlichste zu empfehlen Auch möchten wir die hiesigen vchuleu auf diese Sammlung Hinweisen da ibr
Neues Verfahren zum „Ausftopftn" , von Tieren.
(Zu unserm Bilde auf Seite 1.)
Das amerikanische Museum für Naturgeschichte in New-Pork hat für die Ausstopfung von Tieren eine neiie Methode angenommen, die wahrscheinlich in ähnlichen Instituten baldige Nachahmung finden wird. Der Vorsteher des Herrichtungsdepartements im New-Porker Museum, Mr. Clark, hatte es längst als einen Uebelsiand empfunden, daß die ausgestopften Tiere eine steife, leblose Haltung trugen, die ihrer natürlichen Erscheinung wenig entsprach. Die Stellung, die den Tieren gegeben werden mußte, war einem bestimmten Schema eingeordnet. Dieser Mangel rührte allein von der bisher geübten Methode der Zurichtung her. Man baute zuerst das Gestell für das auszustopfende Tier, befestigte die eisernen Stäbe zum Halt des ganzen Körpers in ein ent-
Ei« nach Clarks Methode ausgestopftes junges Elchtier.
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sprechend großes hölzernes Untergestell, füllte dann der Form des Tieres entsprechend das Ganze mit Gips aus und überzog die so gewonnene Form mit dem Balg des TiereS. Da der Gips sehr schnell erstarrte, so konnte an der Form und Stellung des Tieres nichts mehr geändert werden. Auch geschah es nicht selten, daß später, wenn der Gips nach und nach eintrocknete, das fest übergespannte Fell an vielen Stellen zerriß und das Objekt dadurch fast wertlos wurde. Mr. Clark, der ein ausgezeichneter Künstler ist und mit Ton sehr gut umzugehen versteht, hat nun eine neue und praktische Methode eingeschlagen, um allen den oben erwähnten Uebelständen abzuhelfen und dem ausgestopften Tier den Schein des Lebens zu verleihen. Sobald ihm der Pelz eines seltenen und schönen Tieres zuge- jandt wird, studiert er gewissenhaft die Eigenart des Tieres, nimmt wenn möglich photographische Ausnahmen von noch lebenden Exemplaren derselben Gattung und vergleicht damit Darstellungen aus der bildenden Kunst. Sobald er sich über die Stellung des Tieres klar geworden ist. mißt er den Pelz genau aus, entwirft dann, diesen Größenverhältnissen entsprechend, ein Tonmodell und arbeitet dieses bis in dieffeinsten Linien künstlerisch aus. Von größter Wichtigkeit hierbei aber ist, daß er bei Zusendung des Pelzes auch das K n o ch e n g e- r ü st des geschossenen Tieres verlangt, wie den Schädel, das Schulterblatt, die Beine usw. Diese Knochen werden bei der Herstellung des Modells mitverwandt und geben dem Künstler die beste Garantie für die genaueste Modellierung. Der Pelz., der vorläufig mit Salz eingeriebcn worden ist, bleibt ihm bei der Zurichtung stets zur Hand, sodaß der Mann jeden Augenblick danach greifen kann, um ihn über das Modell zu streifen und Fehler auszumerzen. Da der Ton, feucht erhalten, immer nachgiebig bleibt, so läßt sich mit Leichtigkeit jede erwünschte Stellung Herstellen. Ist das Modell fertig, so wird ein Gyps- abguß davon genommen, die einzelnen Teile zusammengesetzt und das Ganze ordentlich ausgetrocknet. Das Modell mit den Knochen und dem darüber gearbeiteten Ton hat alsdann seine Schuldigkeit getan und kann zerstört werden. Ist das Gyps- modell zu ausgetrocknet, dann wird das inzwischen gut ausgeprobte Fell darüber gestreift, die Nähte verarbeitet und am Kopf, vor allem am Maul, den Nasenlöchern und den Augenhöhlen. wird mit einigen Farbenstrichen nachgeholfen. Endlich aber wird das Untergestell mit Steinen, Pflanzen oder Strauchwerk, und zwar der Gegend entsprechend, aus der das Tier stammt, dekoriert. Der Eindruck, den das äsende, aufhorchende oder davonstürzende Tier auf den Beschauer macht, ist ein überraschend natürlicher und dabei durchaus künstlerischer. Der Vergleich mit Tieren, die nach der alten Methode zugerichtet worden sind, ist ein so günstiger für die neue Methode, daß es nur eine Frage der Zeit erscheint, bis alle Museen das Verfahren des Herrn Clark angenommen haben werden.