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BSchmetterlings-Biologierr aus ArgeutiurFN.
i Das Senckenbergische Museum ist vor Kurzem durchs - Kauf in den Besitz einer sehr sauber präparirten und ^ hübsch arrangirten Kollektion südamerikanischer (argen^ tinischer) Schmetterlings-Biologien gelangt, welche füx kurze Zeit im Vogelsaale des Museums zur Schau ge-a stellt sind. Wir möchten die Aufmerksamkeit der Naturq§ freunde um so mehr darauf hinlenken, als derartige bio-f logische Zusammenstellungen exotischer Schmetterlinge in den europäischen Museen noch zu den Seltenheiten ge* ! hören.
In 20 Glaskästen wird uns hier die ganze Entwickelung der hauptsächlichsten Vertreter der Schmetterlingsfauna Argentiniens aus der näheren und ferneren Umgebung der Hauptstadt Buenos Aires vor Augen geführt, vom Ei an bis zum ausgebildeten Falter, auf und um ihre natürlichen Futterpflanzen gruppirt. Besonders hervorgehoben sei ein Kasten mit Präparaten eines Sack-'' trägers (Oiketikus platensis), eines Verwandten unserer einheimischen Sackspinner aus der Familie dev Psychiden, zu denen er sich aber verhält wie ein Riese zu j Zwergen. Das Thierchen hat insofern eine gewisse all-f gemeine Bedeutung, als es in seiner Heimath zu den ver-i derblichsten aller Obstschädlinge gehört, der alle Pflanzungen kahl frißt, ja selbst das reifende Obst nicht verschont und in solcher Menge auftritt, daß man oft mehr! Raupensäcke als Blätter an den Bäumen hängen fieSjiJ Trotzdem dieselben regelmäßig im Herbst von den Bäumen! entfernt und verbrannt werden, finden sich die Raupen im d Frühling doch wieder zahlreich ein. Bis jetzt ist es nacht--! nicht möglich gewesen, dieselben auszurotten oder wenig-' stens in ihrem Auftreten zu beschränken. In Europa fürchtete man eineZett lang die Einschleppung dieses gc/'i fährlichen Thieres; doch brauchen wir wohl dieserhalü'; nicht zu sehr besorgt zu sein, da die entgegengesetzten Jahreszeiten. Argentiniens und Europas (die Entwicklung. des Thieres fiele in unseren Winter) dieser Gefahr vorläufig noch genügend hindernde Schranken ziehen?
Ein hübsches Beispiel von Nachahmung (Klimmi'v) - sehen wir in einem anderen Kasten. Es ist die besonders, große und starke bräunliche Raupe eines Schwärmers aus der Familie der Sphingidae, Piiilampelus lä-s bruscae, deren Halstheil hinter dem Kopfe stark an- ' schwillt und dadurch gleicht dieselbe, namentlich wenn sie, wie sie es in geratztem oder erschrecktem instan d zu
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thun pflegt, mit ihrem Vordertheil sich plötzlich aufrichtet, I täuschend einer kleinen Schlange. Diese Täuschung wird' dadurch noch vermehrt, daß zu beiden Seiten des ange- fchwollenen Halstheils ein länglich runder dunkler Augenfleck steht, der im Leben ganz den Eindruck eines lebhaft blickenden Auges macht. An der ausgeblasenen Raupe ist das schlangonkopfähnliche Aussehen durch die Manipulation des Ausblasens und das dadurch bedingte Auf- und Auseinandertreiben der einzelnen Theile, namentlich des Kopfes, zwar etwas verwischt, aber immerhin frappirend genug.
Bei einem dritten Kasten, der die stark mit Schlupf- iwespencocons bedeckten Leiber einiger Schwärmer-Raupen enthält, wird der europäische Raupenzllchter mit einer .gewissen schadenfreudigen Genugthuung die Entdeckung machen, daß es seinen exotischen Kollegen nicht besser ergeht als ihm, indem auch ihnen manchmal die beste und schönste Zucht durch Schlupfwespenbrut zu Grunds geht. Dr. H.
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