Staats- und Handelswissenschaft würde in heutiger Zeit sogar von besonderer Bedeutung sein. Die starke Betonung der sozialen Forschung in der Organisation der Akademie würde den jungen Rechtsstudenten darauf Hinweisen, daß seine Wissenschaft nichts anderes ist, als ein Teil der Sozialwissenschast, und daß sie nicht in dem bloßen Erfassen starrer Rechtsformen besteht. Er wird hier verstehen lernen, daß er seine Kunst nie üben kann, wenn er nicht die tieferen Gesetze versteht, die das soziale Leben beherrschen und aus denen die Formalgesetze seiner engeren Wissenschaft sich erst im Kampfe der Zeiten bilden. Und wenn man auch hier das historische Werden des Rechts nach den alten Quellen zum Vortrag bringt, so wird man doch über Zwölftafelgesetz, dem 6orxu8 juris und dem Sachsenspiegel schärfer hinhören auf den Pulsschlag der Zeit, die neue Probleme und Postulate bringt. Das soziale Verständnis, das unsere Beamtenschaft nach begründeter Ansicht häufig heute noch vermissen läßt, würde hier besser bei dem jungen Studenten gepflegt werden, als an den alten historischen Universitäten, an denen sich die Fakultäten in strengerer Abgeschlossenheit gegenüber stehen. Auch wird der künftige Richter und Anwalt an dieser Anstalt eine Ausbildung erhalten können, die ihn weit mehr als bisher befähigen, kaufmännische Verhältnisse zu verstehen und sich Kenntnisse zu erwerben, deren er bei der Beschäftigung in einem großstädtischen, vorzugsweise mit dem Handelsverkehr sich berührenden Wirkungskreise dringend bedarf und denen er, wie die tägliche Erfahrung lehrt, nach dem heutigen Studiengang zu Schaden der Rechtspflege so fremd gegenübersteht. Man mag noch so skeptisch über den Wert der Handelsfachschule für die Ausbildung der Kaufleute selbst denken; für den, der sich zunächst nur theoretisch mit kaufmännischen Dingen zu beschäftigen hat, wie dies bei den Juristen der Fall ist, wird die Handelsfachschule in der Zukunft wertvolle Dienste leisten können. Die Ausbildung einer juristischen Fakultät an unserer Akademie könnte daher von einer Bedeutung sein, die über die Grenzen unserer Vaterstadt hinaus segensreich wirken würde.
Die sozialen Wissenschaften, Nationalökonomie, Finanzwissenschaft, Statistik finden bereits an unserer Akademie eine Pflege, die der an größeren Universitäten ebenbürtig ist. Die Philologie, die,