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3ur Iiigel'schen StiftnngH-Angelegenstett.

Nachstehend beigedruckte Eingabe v. 9. Juni m: Magistrat, Stadtverordnete, Bürger- und Einwohnerschaft, richtete der Unterzeichnete an die Behörden, besonders aber an die Stadt­verordnetenversammlung, um sie darauf aufmerksam zu machen, daß, wenn man auf das Gesuch der beiden Vereine,

SenkenbergischeMuseumsgesellschaft und Physikalischer Verein,

eingehe und eine derartige Verquickung des Senkenbergischen Stifts mit dem deren Tochtervereinen guthieße mzd mich auf das erneuerte. Ansuchen der Jügel'schen Admini^ W:, der

Jiigel'schen sogenannten Akademie" städtischerseits unter die Arme zu greife::, gleichfalls Genehmigung erteilte, so Handelte man ebenfalls nicht nach dem Grundsatz: Erst das Notwendige, dann das Nützliche und zuletzt das Angenehme.

Geht mar: Stadtverordneterseits nicht auf diese kombi­nierten Wünsche ein, dann fällt die Jügel'sche Adintnistration mit ihrer Akademie ins Wasser, denn 2 Millionen langen nicht zu einem llniversitätsban und Betrieb einer Universität. Dazu gehören wohl 19 Millionen, wenn es etwas Wichtiges werden soll. ; :

Was der Magistrat und die Jügel'sche Administration durch ihre Akademie schaffen will, ist Dilletanterie^ welche keinen Nutzen hat, während inan dieses-Stiftungskapital besser zmn Anfairg eines Altersheim im Sinne der Gebrüder Jügel verwenden könnte. Es wäre das ein Ansatz zu einerrr Institut, das endlich einmal der Not des kleinen Mittelstandes Linderrrirg und manchem Ehrsarnen und Alten einen rrrhigen Lebensabend verschaffen würde. Darum Stadtverordnete, in'sWasser mit diesen Jügel'schen

Administrationsplänen."

Thut ihr es nicht, oder habt ihr es bis zur Zeit des Erscheinens dieses Blattes schon gethan, dann weiß die

Bürgerschaft wiederunr, daß auch ihr kein Herz habt für

die Not des Armen und Schwachen. Ihr zeigt, daß ihr entweder Furcht habt vor denr Masseuschritt der Arbeiter­bataillone, oder daß ihr euch ihre stimmen fangen

wollt, wenn Wahlzeit ist.

Arbeiter-Menschenfreundlichkeit ist es nicht, was Euch leitet. Es zeigt, daß die Mehrheit, oder wenigstens die Führer dieser 'Mehrheit als schwer reiche Leute auf einem Fels zu stehen glauben, an den die Brandung der Armut und Hülflosigkeit nicht heranschlagen könnte.

Thorhtzit! Niemand ist vor seinem Ende glücklich zu preisen und wer stehe, sehe zu, daß er nicht falle.

Ihr Bürger aber werdet wissen, was ihr von all der: Herren vom Magistrat, Stadtverordneten und den Jügel'schen Administratoren, welche gänzlich unpopuläre Dinge mit Gewalt durchsetzen wollen, zu halten habt. Fort mit ihnen ans der Verwaltung, fort mit der Gevatter- und Sipp­schaft. .. . .

Was geschah nun inzwischen in letzter Sitzung der Stadtverordneten. Auf Antrag des Herrn Sonnemann empfahl man dem Magistrat die Eingabe des Physikalischen Vereins und der Senkenbergischen natursorschenden Gesell­schaftder wohlwollenden Prüfung" (wer lacht da!) und als darauf die MagistratsvorlageGenehmigung der Satzungen der Jügel'schen Stiftung" zur Besprechung kam, wurde mit 21 gegen 21 Stimmen (wobei der famose Herr Dr. Rößler als Vorsitzender den Ausschlag gab) diese Satzungen genehmigt, Löb hat hier die Lämmer über den Bach gesprengt. Es war also sichtbar schlau ausgetüftelt. Habt ihr A gesagt, so müßt ihr auch B sagen. Ist die I)r. Senkenbergische Stiftungs-Administration nun in der Lage, diesen anneren Vereinen das verlangte Gelände zur Erbauung ihrer Prachtgebäude unentgeltlich abzutreten, wenn sie das Terrain am Nibelungen-Ring auf 43 Jahre zinslos von der Stadt erhält? Zu dieser zinslosen Ab­tretung hat die Stadtverordnetenversammlung auch noch ein Wort mitzureden. Ich hoffe, sie wird ein Wort mit­reden. Was dann? Wenn nun auch die Administrativ:: der Jügel'schen Stiftung ihre Mittel zum größten Teil znm Ankauf der alten und neue.: Gebäude des Bürgerspitals verwenden würde und wenn da>:n auch letztere wiederum die Summe von 179,090 Mark für Terrainabtretui:g zur Verbreiterung der Senkenbergerstraße stadtseitig erhielte, so bliebe für die Jügel-Stistung nur die Minimalsumine von ca. 500,000 Mark, welche für Un:bau der Gebäude und was dazu gehört, gebraucht würde. Wo bleibt nun der Betrieb? Die Bezahlung der Lehrkräfte, die Verwaltung und Erhaltung, die Heizung und Beleuchtung?

Wer soll da einspringen? Die Stadt?

Da haben wir die.Sackgasse! Das Bürgerstist mit seinen: Botanischen Garten ist dann am Nibelungenring, die Natur-